Nachhaltigkeit: Themenschwerpunkt im Februar

Themenschwerpunkt Nachhaltigkeit: Plastik ist praktisch – aber wir müssen anders damit umgehen

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Seit 1950 wurden 8,4 MRD Tonnen Plastik produziert, in die Welt gesetzt und verarbeitet.
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Seit 1950 wurden 8,4 MRD Tonnen Plastik produziert, in die Welt gesetzt und verarbeitet.
2,6 Milliarden Tonnen werden bis heute genutzt.800 Millionen Tonnen wurden verbrannt. Fünf Milliarden Tonnen Plastik wurden als Müll deponiert oder einfach in die Naturgeworfen.
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2,6 Milliarden Tonnen werden bis heute genutzt. 800 Millionen Tonnen wurden verbrannt. Fünf Milliarden Tonnen Plastik wurden als Müll deponiert oder einfach in die Naturgeworfen.
Von 5,2 Millionen Tonnen Kunststoffabfällen wurden gerade mal 810 000 Tonnen wiederverwertet. Das entspricht einer Quote von 15,6 Prozent.
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Von 5,2 Millionen Tonnen Kunststoffabfällen wurden gerade mal 810 000 Tonnen wiederverwertet. Das entspricht einer Quote von 15,6 Prozent.
Weltweite Kunststoffproduktion steigt. 2018: 400 Millionen Tonnen Kunststoffe/Jahr. 2050: voraussichtlich 750 Millionen Tonnen/Jahr. Grund: das absolute Bevölkerungswachstum und das Wachstum der globalen Mittelschicht.
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Weltweite Kunststoffproduktion steigt. 2018: 400 Millionen Tonnen Kunststoffe/Jahr. 2050: voraussichtlich 750 Millionen Tonnen/Jahr. Grund: das absolute Bevölkerungswachstum und das Wachstum der globalen Mittelschicht.
Acht Millionen Tonnen Plastikmüll (ein Müllwagen pro Minute) gelangen jährlich in die Ozeane, größtenteils Verpackungsmüll.
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Acht Millionen Tonnen Plastikmüll (ein Müllwagen pro Minute) gelangen jährlich in die Ozeane, größtenteils Verpackungsmüll.
Schon heute befinden sich Schätzungen zufolge etwa 150 Millionen Tonnen Plastikmüll in den Weltmeeren. Die Verschmutzung von Böden und Binnengewässern ist je nach Umgebung zwischen vier- und 23-mal so hoch wie im Meer.
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Schon heute befinden sich Schätzungen zufolge etwa 150 Millionen Tonnen Plastikmüll in den Weltmeeren. Die Verschmutzung von Böden und Binnengewässern ist je nach Umgebung zwischen vier- und 23-mal so hoch wie im Meer.
1. Winzige Kunststoffteilchen in Seifen, Duschlotionen und Reinigern gelangen über das Abwasser in die Flüsse.
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1. Winzige Kunststoffteilchen in Seifen, Duschlotionen und Reinigern gelangen über das Abwasser in die Flüsse.
2. Wind und Wasser treiben auch größere Kunststoffteile wie Tüten, Verpackungen, Spielzeug und vieles mehr in Flüsse, Seen und Meere. Dort werden sie durch den Wellengang und UV-Strahlung zerlegt, so dass auch daraus Mikroplastik entsteht.
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2. Wind und Wasser treiben auch größere Kunststoffteile wie Tüten, Verpackungen, Spielzeug und vieles mehr in Flüsse, Seen und Meere. Dort werden sie durch den Wellengang und UV-Strahlung zerlegt, so dass auch daraus Mikroplastik entsteht.
3. Dieses wiederum wird von den Meereslebewesen als Nahrung aufgenommen und landet am Ende auch auf den Tellern und dem menschlichen Organismus.
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3. Dieses wiederum wird von den Meereslebewesen als Nahrung aufgenommen und landet am Ende auch auf den Tellern und dem menschlichen Organismus.

Kunststoff – im Volksmund Plastik, hat das Leben unglaublich vereinfacht. Er ist extrem leicht formbar, vielfältig einsetzbar und sehr preisgünstig zu produzieren. Aber wie sieht es beim Kunststoff in Sachen Nachhaltigkeit aus?

Mit seinen praktischen Eigenschaften hat Kunststoff fast alle Bereiche des Alltags erobert und bietet traumhafte Einsatzmöglichkeiten: Ob als Plastiktüte, Verpackung, Lichtschalter, Fernseh- oder Mixergehäuse. Ob in der Lebensmittel-, Mode-, Auto- oder Bauindustrie. Plastik ist allgegenwärtig.

Doch seit einigen Jahren zeigt sich die Kehrseite der Medaille: Riesige Plastikteppiche in den Weltmeeren, verschmutzte Strände und Flüsse, überquellende Müllberge, fehlende Recyclingkonzepte. Der Umgang mit Kunststoffen wird zum Albtraum. Auf dem Weltwirtschaftsgipfel 2017 in Davos platzte die Bombe: Eine Studie der Ellen MacArthur Foundation zeigte das dramatische Ausmaß des Plastikproblems.

Die gute Nachricht

Die Welt schreit deshalb nach intelligenten und schnellen Lösungen, nicht nur wegen der großen Menge an fossilem Öl, das für die Herstellung von Kunststoffen benötigt wird, sondern auch, weil zu viel Plastik in der Natur entsorgt wird. Das belastet Böden und Grundwasser und führt für viele Tiere zu einem qualvollen Tod. Und noch schlimmer: Der Müll wird zu Mikroplastik und landet damit in der Nahrung und damit letztendlich in den Organismen von Mensch und Tier. Ein fataler Kreislauf, den es zu durchbrechen gilt.

Die gute Nachricht: Es gibt bereits zahlreiche Lösungen für das weltweite Kunststoffproblem. Planet Heimat zeigt sie im Themenmonat Plastik.

Die 3 Säulen zur Lösung des Plastikproblems

Die „3R-Regel“ der Nachhaltigkeit zeigt einen klaren Weg für den verantwortungsvollen Umgang mit Kunststoffen:

Reduce

Die Menschheit muss den exzessiven Einsatz von Plastik, zum Beispiel bei Verpackungen zurückfahren. Dafür braucht es höchste Anstrengung und guten Willen von Regierungen, Unternehmen und Verbrauchern.

Re-Use

Viele Produkte sind eigentlich zu schade, um nach einmaliger Nutzung weggeworfen zu werden. Sie müssen deshalb für eine Wiederverwendung designet werden! Pfandsysteme und neue, werthaltige Gebinde rücken damit neu in den Fokus von Anbietern und Nutzern.

Recycle

Man wird zukünftig nicht umhinkommen, alle Kunststoffe nach Gebrauch zu sammeln, egal wie lange sie gebraucht wurden. Grundsätzlich kann man alle Kunststoffe mechanisch, thermisch und chemisch recyceln, um neue Produkte aus recycelten Materialien anstelle von nativem Rohöl herzustellen. Hier ist großes Potenzial für Innovationen und neue Geschäftsfelder.

Eine weitere Art der Wiederverwertung ist Upcycling. Dabei wird Müll kreativ weiterverwendet: Aus Schraubgläsern entstehen dekorative Vasen oder Lampen und alte Plastikflaschen oder Gummistiefel werden zu Blumentöpfen: der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt!

Fazit: Reduzieren, Wiederverwenden und Wiederverwerten ist angesagt!

Bitte senden Sie uns Ihre Ideen, Projekte, Produkte und Initiativen an:planetheimat@ovb.net 

Text: Maria Kargl / Fritz Lietsch / Lisa von Eitzen

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