Mangfallkanal: Müll sammeln mit dem Kajak

Wolfgang Matschke zieht säckeweise Müll aus dem Fluss.

Wolfgang Matschke vom BUND Naturschutz Rott kümmert sich um Treibgut der unerwünschten Art.

Jeder Rosenheimer kennt den Mangfallkanal. In Höhe der Kunstmühle zweigt davon ein Kanal ab, der durchs Stadtgebiet führt, danach westlich des Inndammes läuft und zum Hammerbach wird. „Zwar ist er teils ausgebaut, in manchen Auwaldbereichen breitet er sich jedoch wunderschön seeartig aus und lässt den Besucher davon träumen, im Amazonasgebiet zu sein“, schwärmt Wolfgang Matschke aus Rott.

Wenn da bloß nicht das Treibgut der besonderen Art wäre: Plastikteile, Flaschen und alles, was das Wasser tragen kann, werden von ruhigen Zonen und querliegenden Baumstämmen aufgefangen.

Paddeln zwischen Plastikflaschen

„Manches lag hier schon Jahrzehnte und wird mit der Zeit zu Mikroplastik zersetzt, sodass es über Inn und Donau bis ins Schwarze Meer gespült werden kann“, so Matschke, pensionierter Förster, Vorsitzender der BUND Naturschutz Ortsgruppe Rott und leidenschaftlicher Kajak-Fahrer.

Bei Hochwasser bleibt Müll oben in Bäumen hängen

So habe er schon viele Flüsse und Bäche der Region mit dem Kajak befahren und sei immer wieder entsetzt gewesen über den Abfall, der bei Hochwasser sogar oben in den Bäumen hängen bleibe. Der Müll verschandele nicht nur optisch die Gewässerlandschaft, sondern schade auch der Fauna und den Menschen.

Um diesem Zustand abzuhelfen, organisieren Mitglieder der Ortsgruppe Rott bereits seit 2014 in jährlichem Turnus eine Hammerbachreinigungsaktion, bei der Unmengen von Müll „aufgefischt“ und mit Booten abtransportiert werden. An der nächsten Brücke wird der Unrat von der Landkreismüllabfuhr abgeholt.

Siloplanen am Gewässer-Grund

Ein Problem bleibt: In die Gewässer gewehten Reste von Siloplanen sinken auf den Grund und können nur bei Niedrigwasser geborgen werden. Auch die Attel ist davon stark betroffen. „Für uns Anlass und Mahnung zugleich, sorgsam mit unserer Natur umzugehen und sich bewusst zu machen, wie verletzlich unsere Lebensgrundlagen letztendlich doch sind“, so Matschke.

Kommentare