Luxusgut „Bildung“

Digitales Lernen bei zeitweise geschlossenen Schulen ist für Kinder aus ärmeren Familien mit kleinen Wohnungen und schlechterer oder ganz fehlender EDV-Ausstattung schwieriger bis unmöglich.

Die Corona-Krise trifft einkommensarme Familien härter. Zu diesem Ergebnis kommt das „Soziale Netz Bayern“, ein Bündnis aus 16 Verbänden, Sozialorganisationen und Institutionen. Durch die pandemiebedingte Ausnahmesituation seien bereits bestehende soziale Verwerfungen noch deutlicher zu Tage getreten oder verschärft worden. Das zeige sich unter anderem auch an unterschiedlichen Bildungschancen für Schüler.

Das digitale Lernen bei zeitweise geschlossenen Schulen sei für Kinder aus ärmeren Familien mit kleinen Wohnungen und schlechterer oder ganz fehlender EDV-Ausstattung schwieriger bis unmöglich.

Strukturelle Probleme werden sichtbar

Matthias Jena, Vorsitzender des DGB Bayern, stellt dazu fest: „Die Pandemie legt schonungslos strukturelle Probleme im bayerischen Schulsystem offen und verschärft sie weiter. Diese reichen vom Lehrkräftemangel über lückenhafte technische Ausstattung und fehlende pädagogische Konzepte für den digitalen Unterricht bis hin zu den stark vom Elternhaus abhängigen Bildungschancen. Kritisch sieht Jena auch, dass die Aufsicht bei Unterricht außerhalb der Schule bei den Erziehungsberechtigten verbleiben soll: „Dies geht vollkommen an der gesellschaftlichen Realität vorbei und wird in vielen Fällen die Vereinbarkeit von Beruf und Familie erheblich erschweren oder sogar unmöglich machen. Stattdessen braucht es klare Betreuungsangebote auch für Zeiten außerhalb des Präsenzunterrichts, auf die sich die Eltern verlassen können.

Bildungschancen, so das Fazit, dürfen nicht vom Geldbeutel und der zeitlichen Verfügbarkeit der Eltern abhängig sein. Gleiche Chancen beginnen bei einer für alle gleichermaßen zugänglichen und bezahlbaren Bildung. khe

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