Im Haushalt richtig sparen

Beim Kochen schneidet der Induktionsherd in Sachen Energieeffizienz am besten ab. Danach kommen das herkömmliche Kochfeld und der Gasherd.
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Beim Kochen schneidet der Induktionsherd in Sachen Energieeffizienz am besten ab. Danach kommen das herkömmliche Kochfeld und der Gasherd.

Kochen, backen, kühlen, spülen: Jeder tut es, und zwar mehrmals jeden Tag. Aber kaum einer weiß, wie viel Energie dabei verbraucht wird oder noch viel wichtiger: Wie sich Energie einsparen lässt, wenn man Haushaltsgeräte geschickt nutzt.

Veronika Görlitz

Doch was bedeutet das mit Blick auf die Energie? Darf am Ende der Wäschetrockner nur einmal pro Woche laufen oder die Pizza im Ofen nur auf Sparflamme backen?

„Den Stromverbrauch kann ich bei jedem Gerät selbst beeinflussen“, erklärt Angela Fischer, Leiterin der Abteilung Haushaltstechnik und Textil des Agrarbildungszentrums in Landsberg am Lech. Die Expertin für Kühl- und Gefriertechnik gibt zusammen mit ihren Kolleginnen für andere Fachbereiche Antwort auf alle wichtigen Fragen des Haushalts. Hier lernen Hauswirtschafterinnen, aber auch Angestellte verschiedenster Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesens.

Mittlerweile gibt es die Abteilung seit über 60 Jahren. Seit den 60er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts haben sich Haushaltsgeräte, ihre Effizienz und ihr Energieverbrauch allerdings so stark weiterentwickelt, dass man vom Gegensatzpaar „Steinzeit und Neuzeit“ sprechen kann. Die Auswahl ist riesig.

Orientierung im Gerätedschungel

Um sich in diesem Gerätedschungel im Hinblick auf den Energieverbrauch besser zurechtzufinden, gibt es das EU-Energielabel. Jeder kennt die bunten Aufkleber mit Buchstaben an Waschmaschine, Fernseher und Co. – aber die Bedeutung der einzelnen Klassen für das jeweilige Gerät ist oft nicht auf den ersten Blick ersichtlich.

Kühlschrank von der Wand rücken

Dabei ist die Energieeffizienzklasse vor allem für diejenigen wichtig, die sich zum Beispiel einen neuen Kühlschrank anschaffen wollen: „Geräte, die mit A+++ gekennzeichnet sind, brauchen nur halb so viel Energie wie ein A+-Gerät“, so Fischer. Ein Kühlschrank der höchsten Klasse ist zwar zunächst teurer als ein A+- oder A++-Gerät, nach ein paar Jahren habe sich der höhere Anschaffungspreis aber amortisiert.

Nutzung und Standort sind entscheidend

„Letztendlich ist die tägliche Nutzung für den Energieverbrauch entscheidend. Und auch, wo und wie Kühl- und Gefrierschrank aufgestellt sind“, erklärt Fischer. Auf die Belüftung komme es an. So soll ein Standgerät mindestens acht Zentimeter von der Wand entfernt stehen und auch seitlich muss es genügend Abstand zum nächsten Schrank oder Gerät geben. Neben Wärmequellen oder einem Fenster hat der Kühlschrank nichts zu suchen. „Ein Gefriergerät gehört am besten in den Keller“, so Fischer. Wichtig ist außerdem, die Kühltemperatur gut einzustellen. Fünf Grad sollten es im Kühlschrank schon sein, minus 18 Grad im Gefrierschrank. Sonst verderben Lebensmittel schneller – und das sei wiederum nicht nachhaltig.

Trockner sind besser als ihr Ruf

Nachhaltiger Betrieb schien bei Trocknern lange Zeit nicht möglich zu sein. Die Großgeräte haben immer noch einen eher schlechten Ruf. Zu Unrecht: „Da kann ich die Verbraucher beruhigen. Ein Trockner braucht bei Weitem nicht so viel Energie, wie immer gesagt wird“, erklärt Maria Hienle, Expertin für Wäschepflege im Agrarbildungszentrum.

Trocknen mit gutem Gewissen

„Der Trockner ist sogar das einzige Gerät, das weniger Energie verbraucht, als auf dem Label steht.“ Das liegt daran, dass die Angaben sich auf Wäsche beziehen, die bei nur 1000 Umdrehungen geschleudert wurde und deren Restfeuchte bei 60 Prozent liegt. Auf Stücke, die aus einer Standardwaschmaschine kommen, trifft das aber nur selten zu.

Fakt ist zudem: Selten kann Wäsche in einer Wohnung so trocknen, dass man die entstehende Feuchtigkeit durch Lüften aus den Räumen bekommt. Ein Trockner ist daher auch sinnvoll, um zu verhindern, dass sich Schimmel bildet.

Worauf kommt es beim Waschen an? „Trotz Mengenautomatik sollte die Maschine immer voll beladen sein“, erklärt Hienle. „Ein Kurzprogramm hingegen spart gar nichts, weder Wasser noch Energie.“ In der Regel reichen 40°C als Waschtemperatur aus. Ab und zu „mag“ die Maschine es aber auch, mit 60°C zu laufen. Wer das beachtet, kann sogar mit älteren Geräten energiesparend waschen.

Induktion, Heizband oder Gas?

Und wie sieht es beim Kochen aus? „Induktion gewinnt“, so Anette Kreiselmeyer, Expertin für Herde und Öfen in der Landsberger Abteilung für Haushaltstechnik. Die Energieeffizienz von Induktion ist mit 95 Prozent am höchsten, während ein herkömmliches Kochfeld mit Heizband auf etwa 75 Prozent und der Gasherd nur auf 60 Prozent kommen. Trotz allem bleibt Gas eine Form von Primärenergie – und ist daher so gesehen nachhaltiger als Strom aus der Steckdose, der erst produziert werden muss.

Kleiner Backofen reicht aus

Weitere Tipps der Küchen-Fachfrau: „Oft reicht ein kleinerer Backofen mit 45 Zentimetern Höhe für den Standardgebrauch in der Familie aus. Und wer den Betrieb auf Heißluft schaltet, muss sogar gar nicht vorheizen. Am Ende lässt sich außerdem prima die Restwärme nutzen.“ Dazu den Ofen zehn Minuten vor Ende der angegebenen Backzeit ausschalten. Kuchen, Auflauf oder Braten werden auch so wie gewünscht fertig – schmecken aber dank positiverer Energiebilanz sogar dem Geldbeutel.

Interessanter Link:

www.haushaltstech-

nik.bayern.de

Wie viel Energie ein Gerät braucht, zeigt das EU-Label. Ab März nächsten Jahres wird die Kennzeichnung erneuert, die Plusklassen etwa fallen dann weg.

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