Grüne Alternativen zum herkömmlichen Smartphone

Hat einen großen Strombedarf: Computer-Server.
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Hat einen großen Strombedarf: Computer-Server.

Praktisch, unverzichtbar, aber umweltschädlich: Smartphones gehören mittlerweile zum Alltag. Ihre Herstellung und auch Nutzung ist allerdings nicht besonders nachhaltig. Deutsche Hersteller bemühen sich, Alternativen anzubieten.

In Deutschland wurden im Jahr 2019 rund 21,9 Millionen Smartphones verkauft. Sie sind praktisch, weil man das Internet immer in der Tasche hat. Doch sie sind schädlich für die Umwelt, weil für die Herstellung wertvolle Rohstoffe abgebaut werden. Viele dieser seltenen Erden, etwa Coltan, kommen aus Konfliktregionen wie dem Kongo. Mit dem Kauf der Rohstoffe aus diesen Gebieten werden oft Warlords unterstützt. Beim Abbau von Gold in Brasilien wird Arsen eingesetzt, das Mensch und Natur vergiftet. Doch es geht auch anders: Mit dem „Fairphone“ aus den Niederlanden kam 2013 das erste nachhaltige Smartphone auf den Markt. 2014 folgte ein deutscher Hersteller aus Hessen mit dem „Shiftphone“.

Selber warten und reparieren

Mit dem Fairphone wollen die Hersteller ein fair produziertes und nachhaltiges Smartphone anbieten. Der Nutzer kann es selbst auseinandernehmen, warten und defekte Teile austauschen. Was die seltenen Erden angeht, hat das Unternehmen untersucht, wie und wo man den Abbau nachhaltiger gestalten kann. In Uganda arbeitet man mit Partnern wie Unicef zum Beispiel daran, Gold unter fairen Bedingungen zu fördern.

Außerdem wird wiederverwertetes Plastik, Wolfram und Kupfer verwendet.

Persönlicher Erfahrungsbericht

Doch kommt ein faires Smartphone gegen die konventionelle Konkurrenz an? OVB-Leser Ulrich Oberender aus Raubling hat zumindest das erste Modell des Herstellers nicht überzeugt.

„Meine Frau und ich hatten jeweils das Fairphone 1. Wir fanden die Idee dahinter ziemlich gut, leider waren Qualität und Haltbarkeit nicht so, wie wir uns das vorgestellt hatten.“ Insgesamt haben die beiden die Telefone rund zwei Jahre genutzt, bis die Ladebuchsen einen Wackelkontakt entwickelt haben. Die Reparatur wäre mit über 50 Euro recht teuer geworden, weil man die Platine mit auswechseln hätte müssen. „Im Nachhinein war das Fairphone ein interessanter Versuch, aber im Ergebnis doch enttäuschend, weil man nur ein nicht besonders hochwertiges Mittelklassehandy für sein Geld bekommen hat“, meint er.

Umweltpreis für das Konzept

Bei den Nachfolgegenerationen des Fairphones wurde aber an Verbesserungen gearbeitet. Das Fairphone 2 hat für sein Konzept den „Blauen Engel“ und den „Deutschen Umweltpreis 2016“ bekommen. Das Fairphone 3 ist gerade auf den Markt gekommen.

Beim deutschen Hersteller Shiftphone achtet man darauf, dass die Arbeiter bei der Fertigung nicht ausgenutzt werden und mit den Rohstoffen wertschätzend umgegangen wird. Das Shiftphone ist ebenfalls modular aufgebaut und einfach zu reparieren. Es ist auf eine lange Lebensdauer von rund fünf Jahren ausgelegt – das reduziert Müll und die überhandnehmende Ausbeutung von Rohstoffen für ständig neue Handy-Modelle.

Grünes Hosting

Hier eine E-Mail, da eine eigene Website: All das kostet Unmengen an Strom. Allein in Deutschland gibt es über 13 Millionen auf .de gehostete Webseiten.

Diese Daten und Informationen müssen irgendwo gelagert und betrieben werden. Hier kommen Server ins Spiel. Einige Anbieter achten bei ihren Server-Farmen auf Nachhaltigkeit: Etwa, indem sie erneuerbaren Strom beziehen. Avalon Networks etwa nutzt 80 Prozent Naturstrom und den Rest aus einer eigenen Fotovoltaik-Anlage. BioHost setzt zudem auf eine nachhaltige Unternehmensführung. GreenSta verzichtet beim Betrieb seiner Server völlig auf Atomstrom.

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