„Frauen managen in vielen Fällen das Familienleben“

Christine Mayer.
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Christine Mayer.

Die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Rosenheim im Gespräch.

Frauen werden oft benachteiligt und unterdrückt – und zwar nicht nur in fernen Ländern. Beim Schlagwort „Gleichberechtigung“ von Frauen und Mädchen denkt man vielleicht zuerst an kopftuchtragende und in ihren Rechten eingeschränkte Frauen auf anderen Kontinenten.

Doch Benachteiligung von Frauen finden auch vor Ort statt. Ein aktueller Schritt, der zu mehr Gleichberechtigung führen soll, ist die Einführung einer geschlechterbezogenen Quote in politischen Gremien, Teilen des öffentlichen Dienstes und der Privatwirtschaft. Gesetzlich gilt seit Kurzem eine Frauenquote in Aufsichtsräten. Im letzten Monat einigte sich die Politik auf eine verbindliche Frauenquote in Vorständen von börsennotierten und parithetisch mitbestimmten Unternehmen. Doch was bringt die Quote? Und wo besteht weiterer Handlungsbedarf? Das erklärt die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Rosenheim, Christine Mayer.

Frau Mayer, brauchen wir eine Quote?

In der Rosenheimer Stadtverwaltung arbeiten wir erfolgreich daran, dass Frauen in Führungspositionen kommen. Ob es insgesamt eine Quote braucht, muss letztlich auf bundespolitischer Ebene entschieden werden.

In welchen Bereichen erfahren Frauen immer noch Benachteiligung?

Zum Beispiel bei der Rente. Unser Rentensystem finanziert sich aus den Beiträgen der aktiv Beschäftigten. Bekommt eine Frau Kinder und arbeitet in dieser Phase nicht, oder in Teilzeit, so fehlt ihr das am Ende in der Rentenkasse. Zudem managen Frauen in vielen Fällen nicht nur das Familienleben und den Haushalt. Sie übernehmen auch Pflegeleistungen. All das ist Arbeit, die nicht bezahlt wird. Außerdem ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf auch heute noch sehr schwierig. In vielen Fällen trägt immer noch die Frau die Verantwortung, wenn ein Kind kommt. Die Elternzeit für Männer ist ein guter Ansatz, jedoch sind mehr als zwei Monate aus betrieblichen Gründen oft nicht möglich. Deshalb sollten sich Frauen in Sachen Altersvorsorge breiter aufstellen.

Das wäre schön. In Deutschland sind wir in Sachen Gleichstellung schon ziemlich weit, aber nicht überall auf der Welt.

Das kann man nur mit Ja beantworten. Wenn alle Menschen das einbringen können, was sie gut können, unabhängig von ihrem Geschlecht, dann ist das für alle positiv. . Oswald

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