Energie aus Mist

NützlicherMist.
+
NützlicherMist.

Es stinkt und ist ein bisschen eklig: Doch Kuhfladen, Pferdeäpfel und Co. können in vielerlei Weise nützen. Gülle kann sogar dafür sorgen, dass Licht und Heizung funktionieren.

Biogas entsteht als Stoffwechselprodukt von Methanbakterien bei der Zersetzung organischer Stoffe wie Gülle unter Luftausschluss in einem Gärbehälter“, erklärt Georg Baumgartner, Landwirtschaftsdirektor am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Rosenheim (AELF). Das Biogas, das rund zur Hälfte aus dem brennbaren Gas Methan besteht, kann den Generator eines Blockheizkraftwerks betreiben. Dabei wird Strom produziert und es fällt Wärme an.

Biogas wird zu Strom und Wärme

Die Energie aus der Biogasanlage ist nachhaltig. Denn die Anlagen werden mit nachwachsenden Rohstoffen betrieben – oder eben mit Gülle. Letztere ist besonders praktisch, denn auf Betrieben mit Viehhaltung fällt automatisch Mist an. Gleichzeitig produziert Mist Treibhausgase, wenn er gelagert oder ausgebracht wird. Diese werden durch den Vergärungsprozess im Fermenter reduziert.

Flexible Produktion möglich

Dazu kommt: Die Energie kann flexibel produziert werden, anders als Wind- oder Sonnenkraft. Strom und Wärme nutzt der Landwirt meist auf dem Betrieb, überschüssiger Strom wird in die Netze eingespeist.

Warum also nicht gleich viel mehr Strom und Wärme aus Biogas produzieren? Insbesondere, da es seit dem Jahr 2000 eine Förderung durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gibt. Das hat mehrere Gründe. Die finanzielle Unterstützung vom Bund führte zunächst zu einem rasanten Anstieg der Anlagen. „Damit wurde der Ruf von Biogasanlagen etwas angekratzt, da man hohe Maisanteile und den Transport der Pflanzen über viele Kilometer mit den großen Anlagen in Verbindung brachte“, weiß Stefan Haberstetter, Berater für Erneuerbare Energien und Biogas am AELF. Im Jahr 2014 wurden die Förderungen daher gedrosselt. Große Anlagen rentieren sich dadurch kaum noch. Doch auch die kleinen Anlagen, wie sie in der Region vorherrschen, haben es schwer.

Je kleiner die Anlage, desto unrentabler

„Die durchschnittliche bayerische Biogasanlage ist dreimal so groß wie die durchschnittliche Rosenheimer Biogasanlage“, erklärt Christian Kern, der ebenfalls am AELF zu Erneuerbaren Energien und Biogas berät. Hinter den meisten Anlagen hierzulande steht ein viehhaltender Betrieb. Das hat den Vorteil, dass die eingesetzten Stoffe nicht weit transportiert werden müssen. Doch je kleiner die Anlage, desto schlechter die Wirtschaftlichkeit. Eine Anlage mit 40 KW etwa reiche meist nicht aus, um den Betrieb im Winter mit Wärme zu versorgen. Größere Anlagen erfordern aber auch, dass größere Mengen Gülle und Mist am Betrieb zur Verfügung stehen.

Lösungsvorschlag: Honorierung über Strompreis

Die Lösungen? Für Landwirtschaftsdirektor Baumgartner müsste die EEG-Verordnung angepasst werden. „Die Erzeugung von regenerativem Strom kann nur durch eine Honorierung über den Strompreis weiter vorangetrieben werden.“ khe

Kommentare