Der dreckige Weg zur feschen Klamotte

Arbeiten im Akkord. Ute Grabowsky / photothek.net

Am 24. April jährte sich der „Fashion Revolution Day“. An diesem Tag gedenken Menschenrechtsorganisationen der Opfer des Einsturzes einer Textilfabrik in Bangladesh im Jahr 2013.

Dabei starben über tausend Arbeiter, die unter menschenunwürdigen Bedingungen günstige Kleidung für die westliche Welt herstellten. Dieses Unglück war Auslöser für einen genaueren Blick auf die Produktionsbedingungen in der Textilindustrie.

Doch noch immer wird in einigen Ländern unter unsozialen Bedingungen gearbeitet: 16 Stunden-Schichten, keine existenzsichernden Löhne, Versammlungsverbot, Zwangsarbeit und Kinderarbeit sind an der Tagesordnung. Solange die konventionelle Textilbranche boomt, bleiben die Missstände erhalten. Denn „Fast Fashion“ fordert immer schneller neue Kollektionen.

Auch die Umwelt leidet unter dem Geschäft. Der Anbau von Baumwolle erfordert große Wassermengen.

Gift im Wasser

Verschärft wird dieses Problem durch den hohen Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln, die dadurch in Gewässer gelangen. Zusätzlich wird eine große Menge Chemikalien bei der Weiterverarbeitung von Textilien eingesetzt, die sich nur schwer aus dem Wasser filtern lassen – und in den herstellenden Ländern meist gar nicht gefiltert werden.

Doch nicht nur Baumwoll-Textilien sind problematisch. Die Herstellung von synthetischen Fasern verbraucht nicht-erneuerbare Ressourcen wie Erdöl. Zudem können sie nur unter einem enormen Energieaufwand und unter großen Schadstoffemissionen produziert werden. Und auch nach der Produktion belastet zum Beispiel Polyester die Umwelt. Der beim Waschen verursachte Faserabrieb von synthetischen Textilien ist für einen Großteil des im Kreislauf befindlichen Mikroplastiks verantwortlich.

Die Lieferkette stellt eine weitere Umweltbelastung dar: Oft wird die Ware mehrmals quer über den Globus transportiert, bis sie im Einzelhandel landet.

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