Millionen-Coup in der Schweiz: Teil der Beute in Rosenheim gefunden

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4,5 Millionen Euro wurden im Juli 2019 in der Schweiz gestohlen, ein Teil des Geldes ist in Rosenheim gefunden worden.
  • Michael Weiser
    vonMichael Weiser
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4,5 Millionen Franken verschwanden vergangenes Jahr aus einem Geldtransporter in der Schweiz. Jetzt sind 1,6 Millionen Franken in Rosenheim wieder aufgetaucht. Ein Erfolg der Staatsanwaltschaften in Traunstein und in Solothurn.

Traunstein/Rosenheim/Solothurn - Fette Beute ohne Gegenwehr: Die Täter, die im Juli 2019 zwischen Oensingen und Thunstetten einen Geldtransporter von Secure Post ausräumten, mussten keine Gewalt anwenden. „Unter Mitwirkung des Chauffeurs“, wie es in einem Dokument der Schweizer Justizbehörden heißt, stahlen die Kriminellen über 4,5 Millionen Franken. Der Diebstahl ereignete sich nur 15 Kilometer von der Zentrale von Secure Post entfernt. Das Geld blieb verschwunden.

Das Geld wurde aus einem Transporter unweit des schweizerischen Solothurn gestohlen.

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen 15 Verdächtige

Bis vor kurzem: In einer über weiten Teilen gleichlautenden Pressemitteilung informierten die Staatsanwaltschaften in Traunstein und Solothurn darüber, dass 1,6 Millionen Franken in Rosenheim und weitere 900.000 Franken in Solothurn sichergestellt werden konnten. Nach der Sicherstellung einer Millionensumme aus einem Betrug mit Schutzmasken, die nach Nordrhein-Westfalen geliefert werden sollten, ist das bereits der zweite spektakuläre Erfolg des „Traunsteiner Modells“, einer Abteilung, die sich auf die Verfolgung grenzüberschreitender Kriminalität spezialisiert hat und dabei mit Behörden in den Nachbarländern zusammenarbeitet. 

Spur nach Schweizer Millionen-Diebstahl führt nach Rosenheim

Von den Solothurner Ermittlern informiert, nahmen die Traunsteiner eigene Nachforschungen auf, wegen Geldwäsche und nach dem Verbleib der Beute. Am 16. Februar konnte in enger Zusammenarbeit der Staatsanwaltschaften in Solothurn und Traunstein sowie der Polizeibehörden in Solothurn und der Kriminalpolizei in Rosenheim in Deutschland ein 30-jähriger Deutscher verhaftet werden.

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Rund 1,6 Millionen Schweizer Franken konnten sichergestellt werden. „Eine wirklich sehr gelungene Zusammenarbeit“, sagte Cony Brand, Sprecherin der Staatsanwaltschaft in Solothurn. Die Behörden in beiden Ländern gaben sich ansonsten schweigsam. Um die Ermittlungen nicht zu gefährden, wie es übereinstimmmend von Cony Brand und ihrem Traunsteiner Kollegen Björn Pfeifer hieß. 

Ermittlungen gegen 15 Verdächtige aus unterschiedlichen Ländern

Insgesamt ermitteln die Behörden gegen 15 Personen aus der Schweiz, Kosovo, Mazedonien, Serbien, Deutschland und der Türkei. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass diese 15 entweder direkt am Diebstahl beteiligt waren oder aber die Beute weitergaben und versteckten. 

Gesucht wird weiterhin nach den fehlenden zwei Millionen Franken. Mehrere der Verdächtigen befanden sich bereits in Haft, gegenwärtig sind alle auf freiem Fuß. „In der Schweiz ist Untersuchungshaft an strenge Voraussetzungen gebunden“, erklärt Cony Brand, „dazu gehören Tatverdacht und Haftgründe wie die Gefahr von Flucht, Verdunkelung oder Wiederholung.“

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