Keine Kosten, viel Werbeeffekt und große Zustimmung

"WS" und "AIB" zu "RO" dazu

Noch ist es Zukunftsmusik: Professor Dr. Ralf Bochert mit Wasserburger und Aiblinger Autokennzeichen.
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Noch ist es Zukunftsmusik: Professor Dr. Ralf Bochert mit Wasserburger und Aiblinger Autokennzeichen.

Wasserburg/Bad Aibling - In Wasserburg ist die Stimmung eindeutig: "Wir wollen das". In Bad Aibling sieht es genauso aus. Beide ehemaligen Kreisstädte hätten gerne ihr altes Autokennzeichen wieder. Nicht, weil sie den Landkreis Rosenheim sprengen wollen: Von "WS" und "AIB" versprechen sich die Kommunalpolitiker im Norden und Westen durchaus Werbewirkung.

Identifikation und Marketing zugleich

Eine Auffassung, die Professor Dr.Ralf Bochert, Wirtschaftswissenschaftler mit Schwerpunkt Tourismus an der Hochschule Heilbronn, teilt. Er begleitet mit seinem Team die Bemühungen um die Wiedereinführung der alten Kennzeichen. Die Kennzeichen seien für die ehemaligen Kreisstädte nicht nur ein Identifikationsmerkmal, sondern auch ein kostenloses, gut zu verbreitendes Marketinginstrument.

Kostenlos, da es im Zeitalter der Computer gleichgültig ist, ob jemand WS, AIB oder RO vor Initialen und Geburtsdatum spazieren fahren möchte. Vorzeigeobjekt ist der Main-Kinzig-Kreis, in dem sich die Bewohner Hanaus zwischen "HU" oder "MKK" entscheiden können und wo die Kreisverwaltung auf die Kostenfrage trocken mit "nichts" antwortet, so Bochert. Für WS oder AIB statt RO könnten sich aber nur Autofahrer im Landkreis Rosenheim entscheiden. Die Großhelfendorfer, heute Landkreis München, und die Reichertsheimer, heute Landkreis Mühldorf, bleiben außen vor.

Neue Kennzeichen wird es im Zuge der Liberalisierung nicht geben, da habe das Bundesverkehrsministerium einen Riegel vorgeschoben, so Bochert, es gehe rein um die Wiederbelebung alter Kennzeichen. "PRI" wird es also nicht geben, selbst wenn der Priener Gemeinderat das gerne hätte.

Unterstützung aus der Politik

Nun müssen erstmal die Stadträte in Bad Aibling und Wasserburg offiziell ihr Interesse bekunden, Mitte Mai ist dann ein Treffen aller bayerischen Städte. Und der zuständige Staatsminister, Martin Zeil, hat bereits angekündigt, sich im Bundesrat für die Liberalisierung der Kennzeichen einzusetzen. Kein Wunder, sind doch laut einer Befragung bayernweit 68,5 Prozent der Bevölkerung dafür. syl

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