Wolf hat jetzt eine Managerin

Giulia Kriegel ist ab 1. April neue regionale Wildtiermanagerin für die Region. Foto re
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Giulia Kriegel ist ab 1. April neue regionale Wildtiermanagerin für die Region. Foto re

Ab 1. April gibt es für die Region eine neue Wildtiermanagerin. Das Bayerische Landesamt für Umwelt in Augsburg setzt zum Monatsersten Giulia Kriegel als

Landkreis/Bad Aibling - Das Landesamt für Umwelt arbeitet derzeit intensiv am Managementplan "Wölfe in Bayern". Darin ist beispielsweise die Entschädigung der Nutztierhalter via Ausgleichsfonds geregelt. Aktuell wird der Plan zusammen weiterentwickelt. Er sieht unter anderem ein mögliches Beweidungskonzept vor (wir berichteten). Dafür werden neben den spezifischen tierökologischen Faktoren auch die Auswirkungen auf den gesamten Lebensraum sowie andere Tier- und Pflanzenarten berücksichtigt. Der Plan zielt darauf ab, ein möglichst konfliktarmes Nebeneinander von Mensch und zuwandernden Wölfen zu erreichen.

Im Katalog sind in den Stufen 1 bis 3 die jeweiligen Maßnahmen rund um den Schutz vor Wölfen enthalten. Aktuell befasst sich die Behörde mit Stufe 2 für standorttreue, wenige Tiere. Den entsprechenden Stellen liegen bereits Vorschläge vor, die es nun zu prüfen gilt. "Sobald das geregelt ist, werden die Betroffenen informiert", versicherte Sandra Brandt, Pressesprecherin des Bayerischen Landesamtes für Umwelt gegenüber unserer Zeitung. Die Almbauern, welche jüngst Herdenschutz beantragt hätten, haben vor kurzem bereits ein entsprechendes Schreiben mit der Zusicherung auf einen raschen Informationsaustausch erhalten.

Um die Zusammenarbeit zwischen Almbauern, Jägern und dem Landesamt weiter zu intensivieren, kümmert sich Giulia Kriegel ab 1. April um das regionale Wildtiermanagement. Die gebürtige Münchnerin ist 30 Jahre alt, studierte Wald- und Forstwirtschaft an der Fachhochschule Weihenstephan und absolvierte eine Ausbildung zum Zootierpfleger im Tierpark Hellabrunn. An der Fachhochschule war ihr Schwerpunkt das Wildtiermanagement. Ihre Diplomarbeit verfasste sie zum Thema "Präventionsmaßnahmen - Große Beutegreifer, Herdenschutz". Darüber hinaus hat sie laut der Pressesprecherin bereits Erfahrung mit Hütehunden in der Schweiz.

Giulia Kriegel wird unter anderem Ansprechpartnerin für die Menschen vor Ort sein. Sie soll die spezielle Situation auf den einzelnen Almen erfassen sowie am Wolfsmanagement aktiv mitarbeiten. "Mit der Erfahrung aus der Region wird gemeinsam mit betroffenen Gruppen in der Arbeitsgruppe Wildtiermanagement an der Weiterentwicklung des

Managementplans Wolf gearbeitet", so Sandra Brandt.

Zudem soll die 30-Jährige Hinweisen zum Wolf aus der Bevölkerung nachgehen - speziell denen aus Almwirtschaft und Jagd. Gleichzeitig koordiniert sie die regionale Arbeitsgruppe "Herdenschutz". Ziel: Vor Ort soll gemeinsam mit den Betroffenen eine Lösung gefunden werden.

Giulia Kriegel löst zum 1. April den bisherigen regionalen Betreuer Jochen Grab ab. Dieser wird nach einer kurzen Einarbeitungszeit seiner Nachfolgerin wieder in seinen wohnortnahen Beruf im Nationalpark Berchtesgaden zurückkehren. Ab dann ist Giulia Kriegel im regionalen Kontaktbüro in der Flussmeisterstelle Miesbach erreichbar. Dies ist nach Angaben des Amtes der nächstgelegene Standort zum Wolfsgebiet.

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