Ist der Wolf in der Region? Video an der Priener Hütte kann das nicht bestätigen

Erneut gibt es Berichte von einer Wolfsichtung. Diesmal an der Priener Hütte im Hochries-Gebiet (Symbolfoto).
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Erneut gibt es Berichte von einer Wolfsichtung. Diesmal an der Priener Hütte im Hochries-Gebiet (Symbolfoto).
  • Janina Sgodda
    vonJanina Sgodda
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  • Michael Weiser
    Michael Weiser
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Seit einiger Zeit geistern Berichte von Wolfssichtungen durch die Hochries-Region. Wie das Landesamt für Umweltschutz mitteilte, lag nach dem Handy-Video eines Erler Almbauern ein erneuter Bildhinweis vor, aufgenommen vermutlich in der Nähe der Priener Hütte. Doch die Sichtung bleibt ein Rätsel.

Update 22. Juni: 

Wolf an Priener Hütte "nicht bestätigter Hinweis"

Ein Sprecher des Bayerischen Landesamts für Umwelt kann auf Nachfrage der OVB Heimatzeitungen nicht bestätigen, dass es sich bei dem Bildmaterial, das unweit der Priener Hütte aufgenommen wurde, um ein Video von einem Wolf handelt. Die Sichtung werde als "nicht bestätigter Hinweis" und "C3" der so genannte SCALP-Kriterien bewertet.

Die Skala, deren Abkürzung für "Status and Conservation of the Alpine Lynx Population" (Status und Schutz der Wolfspopulation in den Alpen) steht, gilt als Grundlage für Experten und unterscheidet drei Stufen:

C1: Fakten, Nachweise ("hard facts"): Lebendfang, Totfund, genetischer Nachweis, Foto, Telemetrieortung C2: Bestätigte Hinweise ("soft facts – confirmed"): durch eine erfahrene Person bestätigte Ereignisse wie Riss oder Spur

C3: Nicht bestätigte Hinweise ("soft facts – unconfirmed"): Ereignisse, die nicht überprüft wurden bzw. in der Regel nicht überprüfbar sind (zum Beispiel Beobachtungen, Rufe)

Lesen Sie auch: Gründet sich hier gerade ein Rudel? Wolf in Siegsdorfer Fotofalle wahrscheinlich trächtig

Aktuelle Wolfsnachweise werden auf der Internetseite Bayerischen Landesamts für Umwelt veröffentlicht. Der letzte Nachweis der Stufe C1, dem also mit Genmaterial eines Wolfs zu Grunde liegt, konnte am 11. Juni im Landkreis Dingolfing/Landau festgehalten werden. 

Im Landkreis Rosenheim konnte demnach zuletzt am 22. März 2014 definitiv ein Wolf nachgewiesen werden.

Wer meint, einen Wolf beobachtet zu haben, soll dies beim Bayerischen Landesamt für Umwelt, beim entsprechenden Landratsamt oder bei der Polizei melden. 

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Meldung 19. Juni: 

Wolf rund im die Hochries unterwegs? 

Aschau/Samerberg – Der Verdacht, dass ein einzelner Wolf durch das Gebiet der Hochries streift, verstärkt sich. Der neue Hinweis mit „besserem Bildmaterial“ werde aktuell durch die Fachleute der Behörde ausgewertet, hieß es aus dem Landesamt. Überhaupt stehe man auch in Kontakt mit den Kollegen vom Umweltamt Tirol.

Landwirt sicher: Das kann nur ein Wolf sein

Am Montag hatte bereits der Erler Almbauer Markus Schwaighofer von der Begegnung mit einem mutmaßlichen Wolf berichtet. „Ich hab ihn angeschaut, er hat mich angeschaut, und mein Gefühl - das war kein gutes", berichtete Schwaighofer tags drauf den Heimatzeitungen des Oberbayerischen Volksblatts. Der Landwirt und Jäger war auf seiner Alm im Hochriesgebiet grad mit dem Melken seiner Kühe fertig geworden, da bemerkte er, dass die Tiere auf der Weide - Jungtiere und trächtige Tiere - unruhig wurden.

Die erste Sichtung an der Hochries

Er schaute hin – und sah in vielleicht 25 Metern Entfernung ein Tier, das in seinen Augen nur ein Wolf sein konnte. "Ein Riesenprackl", sagt er. Als Jäger wisse er einen Hund von einem Wolf zu unterscheiden. Er habe Furcht verspürt, sagt er. "Wenn ein Wolf so nah an große Tiere herangeht, und auch noch in der Nähe der Menschen - dann ist das kein gutes Zeichen." Sein Fazit: "Alm und Wolf, das geht nicht zusammen."

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Landesamt hofft auf weitere Hinweise

Markus Schwaighofer hatte nach der unvermuteten Begegnung Nerven bewiesen und sein Handy gezückt. Seine Clips lassen ein großes Tier mit dunklem Fell erkennen. Allerdings sind die Bilder unscharf. Man habe ihm schon öfter geraten, sich doch mal ein neues Smartphone mit einer besseren Kamera zuzulegen, erzählt der Erler. „Aber ich brauch bei der Arbeit da oben doch etwas Robustes.“

Die neuen Aufnahmen aus der Umgebung der Priener Hütte sind wesentlich schärfer und auch bei besserem Wetter aufgenommen. Sie scheinen wenig Raum für Zweifel zu lassen: Sechs Jahre nach der letzten bestätigten Sichtung in der Region streift wieder ein Wolf durch die Lande, diesmal im Gebiet der Hochries. Die Experten vom Landesamt für Umweltschutz hoffen auf weitere Belege. Unter Telefon 0821/90710 werden Berichte von Wolfssichtungen entgegengenommen.

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