Willi Hofmann (95) aus Rosenheim gestorben: Sozialverband VdK trauert um „Anwalt der Armen“

Ist im Alter von 95 Jahren gestorben: Willi Hofmann aus Rosenheim, Gründungsmitglied des VdK.
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Ist im Alter von 95 Jahren gestorben: Willi Hofmann aus Rosenheim, Gründungsmitglied des VdK.

Nachdem er aus dem Zweiten Weltkrieg zurückgekehrt war, legte Willi Hofmann aus Rosenheim ein Versprechen ab – sich künftig für andere einzusetzen. Ein Versprechen, das er unter anderem mit der Gründung des Sozialverbandes VdK eingelöst hat. Jetzt ist der „Anwalt der Armen“ mit 95 Jahren gestorben.

Rosenheim – Der VdK trauert um seinen „Anwalt der Armen“: Willi Hofmann aus Rosenheim, Gründungsmitglied des Sozialverbands, ist jetzt im Alter von 95 Jahren gestorben.

Schon vor der offiziellen Gründung des VdK im Dezember 1946 baute Hofmann im Sommer 1945 in seiner Heimatstadt Rosenheim eine erste Beratungsstelle für Kriegsopfer, Heimatvertriebene und Flüchtlinge auf. Sein großer persönlicher Einsatz für die Menschen brachte ihm früh den Beinamen „Anwalt der Armen“ ein.

Als 17-Jähriger musste er als Soldat in den Zweiten Weltkrieg ziehen. Bei einem Großangriff in Russland wurde er schwer verletzt, kehrte aber mit viel Glück nach Hause zurück und nahm sich fest vor, sich künftig für andere einzusetzen. Ein Versprechen, das er über viele Jahrzehnte beim VdK tatkräftig einlöste.

Mitglied im Landes- und Bundesvorstand

Von seiner Gründung an bis ins Jahr 2008 war er Vorsitzender sowohl des Orts- als auch des Kreisverbands Rosenheim. Dem VdK-Landesvorstand gehörte er seit 1963 an, zunächst als Schriftführer, von 1983 bis 2007 als Schatzmeister. Auf Bundesebene übte er von 1990 bis 2006 ebenfalls das Amt des Schatzmeisters aus. Erst 2008 legte er alle seine VdK-Ehrenämter aus gesundheitlichen Gründen nieder und trat etwas kürzer.

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Die Völkerversöhnung war ihm als Kriegsteilnehmer ein großes Anliegen. So knüpfte er Verbindungen nach Südtirol, Frankreich, Österreich und Finnland. Wegen seines vorbildlichen sozialen Engagements erhielt er zahlreiche hohe Ehrungen, beispielsweise den Bayerischen Verdienstorden, das Bundesverdienstkreuz am Bande und Erster Klasse, die Bayerische Staatsmedaille für soziale Verdienste und die Ehrenplakette der Stadt Rosenheim.

Auch vom Sozialverband VdK wurde er mehrfach mit höchsten Auszeichnungen bedacht. Auf eine davon war er aber besonders stolz: Als einziges Mitglied des VdK Bayern wurde er 2007 vom VdK-Landesvorstand zum Ehrenmitglied des Sozialverbands VdK Bayern ernannt.

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Zupackend, humorvoll, lebensfroh – so beschreiben Weggefährten Willi Hofmann. Auch wenn er in seinen letzten Lebensjahren dem fortschreitenden Alter etwas Tribut zollen musste, lebte er bis zuletzt in seinem Haus in Rosenheim, immer in enger Verbindung mit seiner Familie.

Am Wachsen und Werden seines VdK nahm er weiterhin lebhaft Anteil. Als er anlässlich des 70-jährigen Bestehens des Landesverbands für eine Jubiläumsbroschüre porträtiert wurde, freute ihn das sehr. Nur schweren Herzens konnte er letztlich akzeptieren, dass er nicht persönlich am Festakt im Schloss Nymphenburg teilnehmen konnte.

Abschied von der Familie

Über sich selbst sagte Hofmann laut seiner Weggefährten, dass er ein „langes und erfülltes Leben hatte“. Von seiner Familie – seiner Tochter, seinem Sohn und den beiden Enkelsöhnen – konnte er kurz vor seinem Tod noch Abschied nehmen.

„Mit Willi Hofmann verliert der VdK eines seiner letzten Gründungsmitglieder. Er hinterlässt eine große Lücke“, reagierte die VdK-Kreisvorsitzende Marianne Keuschnig bestürzt auf den Tod Hofmanns. Keuschnig: „Der Sozialverband VdK Bayern wird ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren.“

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