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Jahresrückblick 2021: Die Klinik-Lage

Wie Corona-Pandemie die Krankenhäuser der Region Rosenheim forderte: Nach der Welle ist vor der Welle

Wochen am Limit auf der Covid-Intensivstation im Romed-Klinikum Rosenheim.
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Wochen am Limit auf der Covid-Intensivstation im Romed-Klinikum Rosenheim.
  • Michael Weiser
    VonMichael Weiser
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Schon wieder Corona. Und doch bescherte 2021 den Kliniken in der Region Rosenheim neue Prüfungen: Die hoch ansteckende Delta-Variante brachte die Häuser in der Region an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit. Und die nächste Herausforderung wartet.

Rosenheim – So ist das mit Corona: Der Rückblick taugt auch gut zum Ausblick. Zumindest, was die Kliniken angeht. 2021 ist schwierig und lässt viele Fragen offen. 2022 wird schwierig werden und viele Fragen aufwerfen.

Zum Beispiel diese hier: Ist das momentan echte Entspannung? Oder nur die Ruhe vor dem Sturm? Vor dem Jahreswechsel ist ungewiss, was die Mitarbeiter in den Krankenhäusern der Region erwartet.

Zwischen Hoffen auf Entspannung und Bangen vor Omikron

Aktuell verzeichne man eine „gewisse Entspannung“, sagt Dr. Hanns Lohner, Chefarzt Neurologie am Romed-Klinikum Rosenheim und Pandemie-Beauftragter. Allerdings sei die Entlastung noch nicht in den Covid-Intensivstationen angekommen.

Und dann wäre da noch die neue, die Omikron-Variante. „Allen Voraussagen nach wird sie die Gesamtzahl der Erkrankten massiv ansteigen lassen“, sagt Lohner. „Aber wir wissen noch nicht, wie schwer sich das in den Kliniken auswirken wird.“

Es ist davon auszugehen, dass mit der Zahl der Erkrankten auch die Zahl der Hospitalisierten steigt – und damit irgendwann auch wieder die Zahl der Menschen auf Intensivstationen. Bislang, da nennt Lohner Schätzungen, müssten 2 Prozent der Infizierten intensiv behandelt werden.

Und künftig? Noch weiß man zu wenig von Omikron. Nur - wenn es tatsächlich so viel ansteckender ist als Delta, werden auch viele Ärzte und Pflegekräfte erkranken. Und das bei einer ohnehin schon angespannten Personalsituation.

Die Klinik-Ampel gab zu spät Alarm

Das Jahr 2021: Hart für viele Mitarbeiter. Hart auch wegen gewisser Patienten, die Corona unbeirrbar leugnen. Als „tiefe Kränkung“ komme das bei seinen Mitarbeitern an, sagt Romed-Chef Jens Deerberg-Wittram.

Doch erst der Spätherbst laugt das Personal an den Krankenhäusern richtig aus. Aus Sicht der Kliniken in der Region Rosenheim dürfte die Krise im September wurzeln. In der Entscheidung der Landesregierung, die Inzidenzwerte außen vor zu lassen und auf eine Klinik-Ampel zu setzen.

Das Problem daran: Inzidentwerte lassen eine regionale Einschätzung zu. Die bayernweite Klinikampel dagegen nicht. Sie kann noch grün sein, während in einigen Regionen die Zahlen durch die Decke gehen. So wie in Rosenheim. Ende November, Anfang Dezember erreicht die Welle ihren ersten Höhepunkt. Max von Holleben, kaufmännischer Leiter bei Romed in Rosenheim, sendet per Instagram SOS: „Die Klinken sind an der absoluten Belastungsgrenze.“

Und Romed meldet sich beim „Kleeblatt“ an – um Patienten in andere Bundesländer zu verlegen. Nur einige wenige sind es. Doch sind es „gerade die, die möglicherweise das System zum Kippen gebracht hätten“, sagt Lohner. Auch die Schön-Kliniken nehmen dem Romed-Verbund Patienten ab – entscheidende Hilfe in höchster Not.

Nur eine kurze Zeit der Erholung vor Omikron?

Nur langsam greifen die verschärften Regeln, vermutlich nicht früh genug, um dem Personal Erholung zu gönnen, bevor Omikron die Dynamik anfeuert. Schon jetzt bunkert Romed Verbrauchsgüter wie Schutzausrüstung.

Und erwägt, im äußersten Notfall Mitarbeiter aus dem Urlaub zurückzuholen. Immer sind es die Menschen, die den Unterschied machen. Man habe die Herausforderungen 2021 gemeistert, vor allem dank der engagierten Mitarbeiter, sagt Hanns Lohner. „Auf die bin ich unheimlich stolz.“