GERICHT URTEILT IN EINEM FALL AUF SCHLOSS AMERANG

Wer zahlt für eine wegen Corona abgesagte Hochzeit?

Ein weißes Kleid, gutes Essen und ausgelassene Stimmung, so hatte sich ein Paar seine Traumhochzeit auf Schloss Amerang wohl vorgestellt.

Amerang –Aufgrund der Kontaktbeschränkungen konnte die für Juni 2020 geplante Hochzeit nicht stattfinden, die Miete für die Räumlichkeiten muss das Paar trotzdem zahlen.

Das hat das Landgericht München I mit einem am Montag veröffentlichtem Urteil entschieden (Az. 29 O 8772/20). Dem Vermieter des Schlosses stehen demnach 7363,04 Euro zu.

Der Kläger sei nicht zur Ausrichtung einer Hochzeit, sondern zur Überlassung der dafür gemieteten Räumlichkeiten verpflichtet gewesen, urteilte der Richter. Das Risiko, die angemieteten Räume nicht nutzen zu können, liege beim Mieter.

Zweck ist unerheblich

Es sei unerheblich, zu welchem Zweck das Paar das Schloss gemietet habe. Der Vermieter des Schlosses habe den Austausch gesucht und verschiedene „attraktive Ersatztermine“ angeboten, vom Brautpaar aber keine Rückmeldung bekommen. Die Mieter versuchten am 29. Juni 2020 von dem Vertrag zurückzutreten, der bereits am 24. August 2018 geschlossen wurde.

Kein Rücktrittsrecht

Ein Rücktrittsrecht besteht laut dem Richter nicht. Zwar hätten sich die Umstände nach Vertragsschluss durch die Pandemie schwerwiegend verändert, das führe jedoch nicht dazu, dass das Prinzip der Vertragstreue aufzugeben sei. Nur wenn eine Anpassung unzumutbar sei, könne ausnahmsweise ein Rücktrittsrecht bejaht werden. In diesem Fall gelte das nicht. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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