Unternehmer Manfred Miedl bei CSU-Wirtschaftstreffen

Weniger Bürokratie für den Mittelstand

Finanzminister Georg Fahrenschon, Manfred Miedl und die Landtagsabgeordneten Erwin Huber und Klaus Stöttner vor wenigen Tagen in Wildbad-Kreuth. Foto fxk
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Finanzminister Georg Fahrenschon, Manfred Miedl und die Landtagsabgeordneten Erwin Huber und Klaus Stöttner vor wenigen Tagen in Wildbad-Kreuth. Foto fxk

Bad Endorf/Wildbad-Kreuth - Die CSU-Landtagsfraktion hat sich in Wildbad-Kreuth zu einer Arbeitstagung unter dem Motto "Gemeinsam Bayern bewegen - Wirtschaft stärken, Arbeit schaffen"getroffen. Dabei kamen auch mittelständische Unternehmer zu Wort - darunter Bäckermeister Manfred Miedl von der Konditorei Bäckerei Miedl GmbH aus Bad Endorf.

Miedl hatte 1994 mit seiner Frau die Konditorei und Bäckerei mit 24 Mitarbeitern übernommen und sie auf 20 Fachgeschäfte und 220 Mitarbeiter ausgebaut. Die Umstrukturierung des Unternehmens auf umweltfreundliche und energieeffiziente Abläufe macht die Bäckerei bayernweit zu einem Vorbild, befanden die CSU-Vertreter.

In der Diskussion stellte Miedl die Stärken des Handwerks als regionaler Anbieter heraus, der nach eigener Aussage die Rohprodukte aus der bayerischen Region beziehe und die Weiterentwicklung der Ausbildung im Handwerk als seinen Schwerpunkt sieht.

Miedl stritt heftig mit den Politikern über die fehlende Unterstützung des Mittelstandes: "Die Vorschriften, die die Politik für die Industrie gemacht hat, ist 1:1 auch bei den kleinen Betrieben eingekehrt und belastet mit dieser Bürokratie das gesamte Handwerk!" Es sei nicht die Aufgabe des Mittelstandes, sich tagelang mit Bürokratieabläufen auseinanderzusetzen; Unternehmer sollten sich vielmehr um ihre Betriebe und die Arbeitsplätze kümmern. Die vorzeitige Lohnabrechnung sollte wieder rückgängig gemacht werden, da dies einen riesigen Mehraufwand erfordere.

Einen heftigen Schlagabtausch gab es während der Tagung auch zur beschlossenen Erhöhung der Einzelhandelsflächen für Vollsortimenter (wie Edeka und Rewe) von bisher 800 auf 1200 Quadratmeter Fläche. CSU-Landtagsabgeordneter Klaus Stöttner erklärte, er habe diese Entscheidung in Abstimmung mit dem Präsidenten der Handwerkskammer, Heinrich Traublinger, vor der Kabinettssitzung "heftig" kritisiert. Er sehe dadurch langfristig den Mittelstand gefährdet. Miedl ergänzte, dass die Gefahr bestehe, dass nur noch Großbäckereien und Großmetzgereien sich in den Supermärkten etablierten.

Der ehemalige Finanzminister Erwin Huber versuchte zu beschwichtigen. Nunmehr hätten die Kommunen die Entscheidung, ob eine Erweiterung der Handelsflächen zur Gemeinde passe oder nicht. Der langjährigen Forderung der Bürgermeister, in diesem Punkt selbst entscheiden zu wollen, sei hier Rechnung getragen worden.

Die Arbeitsgruppe unter der Leitung des Ausschussvorsitzenden Erwin Huber forderte am Ende Finanzminister Georg Fahrenschon auf, die Anliegen der Lohnabrechnung als auch der Erbschaftssteuerregelung wieder unternehmerfreundlicher zu gestalten. fxk

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