Hochwasser-Alarm um 3 Uhr nachts: Bergwacht evakuiert Kinder aus Zeltlager in Bad Feilnbach 

  • vonAnna Hausmann
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Hochwasseralarm beim Zelten: Bei starkem Regen hat die Bergwacht Bad Feilnbach am Dienstag, 4. August, um vier Uhr zwölf Jugendliche und drei Betreuer aus dem Jugendzeltlager „Wildniscamp beim Jenbach“ evakuiert. Ein Campingerlebnis der besonderen Art.

Bad Feilnbach – Es war drei Uhr nachts, als der Alarm losging und die Einsatzkräfte der Bergwacht bei strömenden Regen in voller Montur ausrückten, ausgerüstet mit Sicherheitswesten und gleißenden Stirnlampen. „Wir haben einen besorgten Anruf von den Betreuern erhalten, die den Wasserstand des Jenbachs beobachtet haben“, erzählt Matthias Eggersberger, Bereitschaftsleiter der Bergwacht.

Auf dem Weg ins Trockene: Die Bergwacht brachte die Kinder in Sicherheit.


Angst, dass das Ufer überschwappt

Bei einem Wildniscamp sollten die Jugendlichen eine erholsame Nacht in der Natur erleben, doch dann sollte alles ganz anders kommen, denn der Regen wollte nicht abreißen. Die Betreuer, so Eggersberger, befürchteten, dass das Ufer des Jenbachs überschwappe.

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„Die Vorsicht der Betreuer war sinnvoll.“ Sie erkundigten sich bei den Experten, was bei dem Starkregen zu tun sei. Für die Bergwacht war die Entscheidung klar: Die Kinder müssen weg vom Wasser. „In der Nacht war alles unübersichtlich, wir mussten uns einen Überblick verschaffen.“ Zu zwölft begleiteten die Einsatzkräfte die Mädchen und Jungs, im Alter von 12 bis 15 Jahren, über den Malerwinkelsteig ins Trockene - im Bergwachthaus konnten die Camper schließlich einen Unterschlupf finden.

Betreuer treffen richtige Entscheidung

„Zum Glück ist nichts passiert, aber die Betreuer haben die richtige Entscheidung getroffen.“ Wäre die Bergwacht erst später gekommen, wären die Zelte bereits unter Wasser gelaufen, ist der Bereitschaftsleiter überzeugt. Im Laufe des Vormittags haben die Eltern ihre Kinder, die zum größten Teil aus der Region kamen, wieder zu sich nach Hause geholt.

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Frische Brezen für die Abenteurer

Und die Kinder? Für die Kinder war das Ganze ein großes Abenteuer: „Keiner hatte Angst, es war zu dem Zeitpunkt noch nicht gefährlich. Alle waren wohlauf und gut ausgestattet.“

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Um 5 Uhr gab es für die tapferen Abenteurer erst einmal frische Brezen beim Bäcker. Und das Wildniscamp hat sich seinen Namen an diesem Tag wohl redlich verdient.

Sandsäcke am Campingplatz

Auch die Feuerwehr traf am Vormittag Maßnahmen, um weitere Überschwemmung rund um den Jenbach zu verhindern. „Wir haben präventiv Sandsäcke am Campingplatz aufgestellt“, erklärte Kreisbrandinspektor Max Goldbrunner.

Rubriklistenbild: © eggersberger/Bergwacht

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