Anstieg der Corona-Zahlen: Rosenheim reißt immer wieder kritischen Wert der Neuinfektionen

Tiefrot eingefärbt: Die Gemeinden mit Corona-Neuinfektionen. Grafik Klinger
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Tiefrot eingefärbt: Die Gemeinden mit Corona-Neuinfektionen. Grafik Klinger
  • Michael Weiser
    vonMichael Weiser
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Rosenheim reißt Tag für Tag die kritische Marke an Neuinfektionen. Jetzt zieht das Gesundheitsamt die Zügel an. In der Stadt gilt Maskenpflicht nun auch für Grundschüler. Was die neuen Regeln bedeuten, und wo die Corona-Zahlen besonders stark steigen.

Rosenheim – Das Gesundheitsamt Rosenheim zieht im Kampf gegen Corona die Zügel an: Ab Montag gilt für die Stadt Rosenheim Maskenpflicht auch an den Grundschulen. Auch an den Kindertagesstätten im Stadtgebiet werden die Maßnahmen verschärft, die Einrichtungen müssen wieder feste Gruppen bilden. Für den Hotspot Rosenheim sind diese Maßnahmen Pflicht, für den Landkreis nur eine Empfehlung.

Grund für die verschärften Regelungen: die anhaltend hohen Zahlen an Neuinfektionen. Die 7-Tage-Inzidenz lag am gestrigen Freitag, Stand 0 Uhr, für Rosenheim bei 60,0, für den Landkreis bei 18,4, also etwa beim bayerischen Durchschnitt.

Das Maskengebot in der Stadt Rosenheim gilt in der kommenden Woche für alle Schulen und für die gesamte Zeit auf dem Schulgelände, auch für den Unterricht. Ab der Woche darauf muss die Maske im Unterricht getragen werden, falls der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann.

Corona-Neuinfektionen: Starker Anstieg auch in Österreich

Verschärft haben ihre Auflagen auch die Nachbarn in Österreich. Dort gingen die Zahlen zuletzt durch die Decke, mit einem Anstieg wie seit Ende März nicht mehr. So gilt von Montag an in allen Geschäften Maskenpflicht. Vergangene Woche hatte der Bezirk Kufstein die Corona-Warmampel auf die Frühwarnstufe „Gelb“ stellen müssen, was insbesondere in Kiefersfelden aufmerksam beobachtet wurde. Hochgestuft auf „mittlere Gefahr“ wurde nun neben anderen auch der Nachbarbezirk Schwaz.

Wie schon in den vergangenen Wochen wurden in Stadt und Landkreis Rosenheim die meisten neu Infizierten in den Reihen der Reiserückkehrer festgestellt, wenn auch in einem etwas geringerem Maße als noch vor einer Woche. Von 38 neuen Fällen in der Stadt Rosenheim kamen 28 eben aus dem Ausland, also 74 Prozent. Vor einer Woche hatte der Anteil noch bei 82 Prozent gelegen. Der besonders hohe Anteil an Infizierten bei Heimgekehrten dürfte auch mit der höheren Zahl der Tests zu tun haben. Schließlich richtet sich das Angebot der bayerischen Test-Strategie vor allem an – Reiserückkehrer.

Infektionsriegel rund um Rosenheim

In der vergangenen Woche wurden dem Gesundheitsamt insgesamt 86 neue Fälle in Stadt und Landkreis Rosenheim gemeldet. In der Woche zuvor waren es 52 Fälle gewesen. Damit sind insgesamt 3168 Fälle von Covid-19 in Stadt und Landkreis Rosenheim registriert, 2492 im Landkreis, 676 in der Stadt. Mittlerweile gelten 2820 Menschen als genesen. 222 Personen meldet das Gesundheitsamt als Corona-Opfer, davon 199 allein im Landkreis. Ein Covid-19-Patient wird aktuell stationär behandelt, kein Patient befindet sich derzeit auf einer Intensivstation.

Viele Infektionen in Kolbermoor

Auffällig beim Blick auf die Landkarte: Um Rosenheim mit 38 Ansteckungen hat sich ein Riegel an Neuansteckungen gebildet. An der Spitze der Gemeinden stehen Kolbermoor mit neun (und damit 209 Fällen insgesamt) und Bad Aibling mit sieben Fällen (249). Es scheint sich jedoch nicht um Ausbrüche etwa in Altenheimen zu handeln. „Das sind keine Infektionen in Einrichtungen, da wären wir informiert worden“, sagt etwa Bad Aiblings Bürgermeister Stephan Schlier (CSU).

Insgesamt wurden in der vergangenen Woche aus 22 Gemeinden neue Ansteckungen gemeldet. Vier wurden in Kiefersfelden (91), je drei in Raubling (87), Bruckmühl (84) und Stephanskirchen (64) gemeldet, jeweils zwei in Bad Endorf (41), Bad Feilnbach (169) und Riedering (91), Einzelfälle werden aus Breitbrunn (8), Eggstätt (24), Großkarolinenfeld (71), Neubeuern 25), Pfaffing (29), Prutting (24), Rohrdorf am Inn (42), Schechen (35), Soyen (39), Voghtareuth (17) und Wasserburg (185) gemeldet.

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