„Weg der Demokratie“: Vier Amerikaner, die in der Region wohnen, sprechen über den Ausgang der US-Präsidentschaftswahlen

Chris Taylor
            
            aus Wasserburg
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Chris Taylor aus Wasserburg

Joe Biden (Demokrat) wird der 46. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Kontrahent und Amtsinhaber Donald Trump (Republikaner) will die Niederlage noch nicht eingestehen und kündigte Klagen gegen das Wahlergebnis und die Auszählung an. Das sagen Amerikaner, die in der Region wohnen, dazu.

Rosenheim – Die ersten Klagen sind von den jeweils zuständigen amerikanischen Gerichten abgewiesen worden.

Das bange Warten auf die Wahlergebnisse aus den einzelnen Bundesstaaten, das Addieren der Wahlmänner, 270 muss der Sieger auf sich vereinen, haben vier Amerikaner, die in der Region leben, nerven gekostet. Sie haben die Wahlen noch einmal intensiver verfolgt und wahrgenommen als Deutsche.

Dies unterstreicht Jguwon Hogges: „Ich fühle mich gut. Die letzten Tage waren ein wenig stressig, aber jetzt hoffe ich, dass diese Wahl zu Ende ist und Trump sich die Niederlage eingesteht. Joe Biden war die bessere Möglichkeit, hoffentlich bringt er die Menschen in den USA jetzt zusammen.“ Der Basketballspieler für die „Rosenheim Spartans“ kommt aus Sacramento in Kalifornien. Seit sieben Jahren lebt er in Rosenheim und arbeitet nebenbei als Physiotherapeut. Er moniert, dass die Mittelklasse in den USA keine Stimme habe. Hogges ist Afroamerikaner, er macht sich auch Sorgen um seine Familie, die noch in den USA lebt. „Wir versuchen einfach, gute Bürger zu sein, aber wir leben in einer weißen Welt. Wir müssen immer noch vorsichtig sein.“ In Deutschland fühlt er sich sicherer. Maxx Currey: „Ich freue mich über das Ergebnis, auch wenn ich gehofft hatte, dass es eindeutiger ausfällt. Ich denke aber, dass es für Biden schwierig wird, wenn die Republikaner die Senatsmehrheit behalten. Dann wird die Partei alles blockieren. Sie werden nicht mit Biden zusammenarbeiten wollen. Aber trotzdem ist ein Präsident Biden die bessere Alternative.“ Tina Knight: „Ich bin erleichtert und glücklich. Die Tage waren extrem spannend, aber jetzt können wir in den USA wieder versuchen, als Team zusammen zu arbeiten. Mich freut besonders, dass viele ausländische Staatschefs gleich gratuliert haben. Das zeigt, dass die Welt die USA als starken Partner haben will.“

Chris Taylor verfolgte tagelang die Auszählungen zur US-Wahl. Dann ging sein Traum in Erfüllung: CNN deklariert Joe Biden zum Sieger der Wahl. „Ich war sehr erleichtert“, erklärt der 27-Jährige. „Endlich hat diese Herrschaft aus Lügen und Wahnsinn ein Ende.“

Der Wasserburger hat die amerikanische und die deutsche Staatsbürgerschaft, er ist Mitglied im Wasserburger Block. Sein sehnlichster Wunsch in der vergangenen Woche war eine Niederlage Donald Trumps. Taylor ist von Trumps Reaktion alles andere als überrascht. „Es war vorher schon klar, dass er ein schlechter Verlierer sein wird“, erklärt er. „Diese Reaktion zeigt nur noch einmal wie anti-demokratischer ist.“

Pamela Gutsch: „Es ist so ein emotionaler Moment für mich! Ich bin stolz auf mein Volk, auch wenn viele Trump gewählt haben. Wir haben es geschafft, den Weg der Demokratie zu gehen. Die nächsten Wochen müssen wir allerdings beten, dass alles gut geht. Ungefährlich ist der Übergang von Trump zu Biden nicht.“ hgy/sck/soh/sm

Jguwon Hogges aus Rosenheim
Maxx Currey aus Kolbermoor
Pamela Gutsch aus Traunstein
Tina Knight aus Kolbermoor

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