Noch keine Einigung mit Bauern erzielt

Wasserschutz: Beim Geldfluss alles offen

Bad Aibling/Rosenheim - Wie hoch die Ausgleichszahlungen für Mehrkosten und Einnahmeverluste der betroffenen Bauern sein sollen, die im Wasserschutzgebiet in der Willingerau ihre Felder bewirtschaften und in der Schutzzone II keine Gülle mehr ausbringen dürfen (wir berichteten), ist weiter offen. Bei einem rund vierstündigen Gespräch, das die Landwirte mit Vertretern der Stadtwerke Rosenheim, Bad Aibling und Kolbermoor - sie beziehen ihr Trinkwasser aus diesem Gebiet - am Mittwochabend geführt haben, wurde erwartungsgemäß keine Einigung erzielt. Martin Winkler, Abteilungsleiter Trinkwasser-Versorgung bei den Stadtwerken Rosenheim (SWRO), geht von einer Fortsetzung der Gespräche im März aus.

Hubert Ranner, Sprecher der in der "Eigentumsschutzgemeinschaft Willing e.V." zusammengeschlossenen Bauern, hat nach eigenen Angaben nochmals das oberste Ziel der Landwirte bekräftigt, ihre Felder so uneingeschränkt bewirtschaften zu können, wie das bisher der Fall war. "Wir haben unser Konzept vorgestellt und den Wasserversorgern als Hausaufgabe mit auf den Weg gegeben. Dann sehen wir weiter", sagt Ranner.

Er räumt ein, dass man im Hinblick auf die Vorstellungen von der Höhe der Ausgleichszahlungen noch meilenweit auseinanderliege. Das bestätigt auch Martin Winkler, der vom Gesprächsverlauf dennoch nicht enttäuscht ist. Es gelte, den Zielkonflikt zwischen "intensivster Landwirtschaft" und dem vorbeugenden Trinkwasserschutz zu lösen. Für ihn ist jetzt vor allem wichtig, dass die Bauern "nachvollziehbare Zahlen" auf den Tisch legen. Kosten, die letztlich die Verbraucher zu tragen hätten, müssten für die Versorger vertret- und vermittelbar sein, und hierfür sei absolute Transparenz Voraussetzung.

Dass eine Einigung schwer wird, glaubt Armin von Freyberg, der Vorsitzende des Landesverbandes der Schutzgebiets-Betroffenen. Hier stünden sich in ihrer Existenz bedrohte Bauern und Stadtwerke gegenüber, die als GmbH gewinnorientiert arbeiten müssten. Das mache eine Lösung nicht einfacher.

Unabhängig davon geht Ranner davon aus, dass die von ihm geleitete Schutzgemeinschaft bald regen Zulauf erhalten wird. Grund: Die Gemeinde Bruckmühl plant, nahe der Willingerau bei Staudhausen ebenfalls Trinkwasser zu fördern.

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