TEURER, ABER AUCH BESSER

Warum FFP2-Masken gegen Corona helfen: Pneumologe empfiehlt sie für den Eigenschutz

Bernhard Szepanski, Pneumologe
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Bernhard Szepanski, Pneumologe
  • Michael Weiser
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Teurer - und auch besser? Der Pneumologe Dr. Bernd Szepanski sagt, warum FFP2-Masken besser taugen. Und warum er aus seiner täglichen Arbeit für den Schön-Klinikverbund in Prien vom Nutzen der Masken überzeugt ist.

Warum die FFP2-Masken, worin liegen die Vorteile?

Dr. Bernd Sczepanski: Aufgrund der verstärkten Filtereigenschaften einer korrekt anliegenden FFP2-Maske besteht ein größerer Schutz vor dem Einatmen von Partikeln und Aerosolen. Dadurch sind sie im Gegensatz zu Alltags- und OP-Masken nicht nur für den Fremdschutz, sondern auch für den Eigenschutz geeignet.

Gut, ein Fortschritt. Hätte man diese Masken also nicht sogar schon früher vorgeben sollen?

Sczepanski: Man nimmt an, dass die neu aufgetretenen Mutationen infektiöser sind als die bisherigen Varianten. Vor diesem Hintergrund erscheint der Einsatz von Masken, die gerade eben auch den Träger schützen, in den Bereichen sinnvoll, wo der gebotene Mindestabstand nicht eingehalten werden kann oder längere Kontaktzeiträume  existieren wie zum Beispiel  in öffentlichen Verkehrsmitteln.

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Was muss ich beim Kauf beachten?

Sczepanski: Beim Kauf einer FFP2 (N95 oder KN95) Maske sollte auf eine CE-Zertifizierung mit einer vierstelligen Nummer der Zertifizierungsstelle geachtet werden. Dies gilt nicht nur, aber insbesondere auch beim Onlinekauf der Masken.

Funktioniert dieser Typ von Maske bei Vollbart-Trägern?

Sczepanski: Egal, ob eine Maske für das Gesicht des Trägers zu groß ist und sie deswegen nicht dicht anliegt, oder ob ein Bart das dichte Abschließen an die Gesichtshaut verhindert, grundsätzlich gilt: Auch die beste Maske kann nur funktionieren, wenn sie möglichst dicht getragen wird. Daher können Bärte tatsächlich ein Problem darstellen.

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Eine Frage der Mode und damit eine haarige Angelegenheit. Was können Vollbartträger tun?

Sczepanski: Aus medizinischer und hygienischer Sicht wäre die komplette Rasur des Bartes wünschenswert, um ein enges Anliegen der Maske zu gewährleisten. Zumindest sollte die Bartlänge und Fläche des Bartes so stark reduziert werden, dass der Maskenrand möglichst dicht an der Haut anliegt.

Billig sind sie nicht, diese Pflichtmasken. Wie behandle ich die FFP2-Masken so, dass sie möglichst lange halten?

Sczepanski: Sowohl die OP-Masken als auch die FFP2-Masken sind im Normalfall Einmal-Materialien und nicht für einen mehrfachen Gebrauch gedacht. Damit sie wirksam Schutz biten, sollten die Masken nicht durchfeuchten.

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Was sollte ich unbedingt vermeiden?

Sczepanski: Sie sollten unbedingt vermeiden, sich in Sicherheit zu wiegen, weil Sie eine Maske tragen. Masken funktionieren, aber eben nicht zu 100 Prozent. Daher sollten Sie auch die Einhaltung der AHA-L-Regel - also Abstand halten, Hygiene beachten, Alltagsmaske tragen sowie regelmäßig lüften - unter keinen Umständen vernachlässigen.

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Wie erleben Sie als Pneumologe Corona?

Sczepanski: Wir sehen täglich Patienten, die in den Statistiken als „Genesene“ geführt werden, weil sie nicht an der Covid-19-Erkrankung verstorben sind. Dennoch haben sehr viele Menschen noch über viele Wochen und Monate an den Folgen der Erkrankung zu leiden. Es sind eben nicht nur die älteren, sondern vielfach auch jüngere Menschen und Menschen des mittleren Lebensabschnittes, deren Leben nicht mehr so ist wie vor der Erkrankung, insbesondere wenn zusätzlich schon chronische Vorerkrankungen bestanden. Dies sollte sich jeder Mensch zu Herzen nehmen, bevor er an den Maßnahmen zweifelt.

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