Wald komplett umgebaut

Bad Feilnbach - Der Moorrandwald in der Eulenau bei Bad Feilnbach wird in einen artenreichen Mischwald umgebaut. Borkenkäfer und Sturm haben den Fichtenbestand auf den feuchten Weichböden in den letzten Jahren stark angegriffen.

Die Fichten wachsen nun in eine kritische Höhe, bei der sie nun besonders windwurfgefährdet sind. «Auf solchen Weichböden werden die Bäume nicht alt», so Stefan Pratsch, der zuständige Forstbetriebsleiter in Schliersee, «deshalb müssen wir frühzeitig mit der Verjüngung der Bestände beginnen.» Mit jedem Meter Höhe wächst das Risiko eines Sturmwurfes. Dies stelle auch eine erhebliche Gefahr für den Straßenverkehr entlang der Staatsstraße 2089 von Bad Feilnbach nach Bad Aibling dar.

Was wie ein Kahlhieb aussieht, ist in Wirklichkeit dazu da, der Natur wieder mehr Raum zu geben. Dies sei nötig, da in vergangener Zeit auf den weichen und nassen Moorböden künstliche Fichtenbestände gepflanzt wurden. Sie stören die natürliche Entwicklung hin zu einem naturnahen Moorrandwald. Nun werden mit einem großflächigen Vorgehen die Bedingungen geschaffen, die es nun den jungen Kiefern, Birken aber auch Fichten ermöglichen, einen möglichst ursprünglichen, vielfältigen und reichen Waldgürtel mit Sträuchern zu entwickeln. «Dazu braucht es allerdings ein bisschen Geduld», so der Forstmann.

Die Flächen sind mit Maschinen nur an wenigen Frosttagen im Jahr befahrbar. Derzeit ist der Boden gefroren und Bodenschäden sind vermeidbar. Der Verjüngungsvorgang beginnt zunächst an einem Streifen entlang der Straße an der vom Wind abgewandten Seite. Kiefern und Birken bleiben weitestgehend stehen. Die nächste Waldgeneration steht aber schon in den Startlöchern. Die scheinbar kahlen Flächen sind schon üppig mit Naturverjüngung aus Kiefer, Birke, Fichte und Eiche bestückt. Die aktiven Hiebsmaßnahmen werden für dieses Jahr in den nächsten Tagen abgeschlossen sein.

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