Kindergarten-Erhaltungsverein erhielt vom bayerischen Ministerrat viel Lob und Preisgeld

Mit "vui Herz" für den Sachranger Kindergarten

Zwei Sachranger Kindergartenkinder mit der Vorsitzenden des Kindergarten-Erhaltungsvereins Sachrang, Sita Bauer, den beiden Erzieherinnen Maria Stangelmaier und Sylvia Sperger sowie der Kindergartenpatin Ulla Trappmann. Foto re
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Zwei Sachranger Kindergartenkinder mit der Vorsitzenden des Kindergarten-Erhaltungsvereins Sachrang, Sita Bauer, den beiden Erzieherinnen Maria Stangelmaier und Sylvia Sperger sowie der Kindergartenpatin Ulla Trappmann. Foto re

Sachrang - Der Kindergarten-Erhaltungsverein Sachrang hat unter 740 Bewerbern den ersten Preis des bayerischen Ministerrates gewonnen. Über 100000 Bürger hatten die Ideen und Vorschläge im Internet unter www.aufbruch.bayern.de diskutiert.

Staatskanzleichef Siegfried Schneider bei der Verleihung in München: "Aus den insgesamt 740 eingereichten Vorschlägen haben wir die drei besten Ideen aus den Bereichen Familie, Bildung und Innovation ausgezeichnet. Es war nicht leicht, aus den vielen guten Vorschlägen für jede Kategorie drei Projekte auszuwählen."

Der Sachranger Kindergarten-Erhaltungsverein gewann in der Kategorie Familie. Schneider in seiner Laudatio: "Das Engagement, den Kindergarten am Ort zu erhalten, ist herausragend und bewundernswert. Die Ideen des Vereins, eine Ausprägung in dieser Form ist prämierungswürdig und lobenswert. Insgesamt handelt es sich um einen erfolgversprechenden Ansatz, die Attraktivität des Kindergartens und damit des Dorfes zu erhöhen." Als Dank und Anerkennung verlieh Schneider ein Preisgeld von 1000 Euro.

Die Arbeit des Vereins hatte vor zwei Jahren begonnen. Der Elternbeirat hatte die bedrohte Situation des Kindergartens alarmierend gefunden: Immer weniger Kinder gab es in dem kleinen Dorf, dem Kindergarten Sankt Michael drohte die endgültige Schließung. Nach dem Verlust der Grundschule vor einigen Jahren hätte dies bedeutet, dass tagsüber nur noch ganz wenige Kinder im Dorf präsent gewesen wären.

Der Elternbeirat und seine rührige Vorsitzende Sita Bauer wollten dies verhindern, den Kindergarten erhalten und die Generationen am Ort besser miteinender vertraut machen. So entwickelten sie das Patenprojekt "Jung und Alt". Die Kinder sollten dabei vom Erfahrungsschatz der älteren Bewohner Sachrangs profitieren, diese hätten durch die Kinder wieder eine sinnvolle Aufgabe. Viele Ideen, den Kindergarten attraktiver zu gestalten, ließen sich sofort umsetzen: ein erweitertes Natur- und Erlebniskonzept in einem eigenen Waldstück und regelmäßige Besuche im Wildpark Wildbichl, verbunden mit einem Besuch beim Patenlama Lilly sowie der Bau eines Hochbeetes und das sachgemäße Verarbeiten der Ernte.

Zusätzlich bat der Elternbeirat um Spendengelder, um den Träger des Kindergartens, die katholische Kirchenstiftung Aschau, finanziell zu unterstützen und damit auch die Gemeinde Aschau zu entlasten. Über 4000 Euro reichte der Elternbeirat an den Träger weiter. Durch die Einführung des langen Donnerstags im Kindergarten und längere Buchungszeiten der Eltern wurde das Defizit für den Träger und die Gemeinde komplett ausgeräumt.

Da die Spendenbereitschaft der Paten und Kindergartenunterstützer enorm war, rief Sita Bauer daraufhin den Kindergarten-Erhaltungsverein Sachrang ins Leben. Mit diesem Verein könnten die Spendengelder optimal eingesetzt und alle Bemühungen rund um den Erhalt des Kindergartens gebündelt werden, so die Hoffnung. Der Verein setzte bislang mehrere Projekte um, etwa die sogenannte Familienunterstützung, die Familien ein Jahr die Kosten für einen Kindergartenplatz abnimmt. Zudem ist der Betreuungsschlüssel hoch: zwei Erzieherinnen für 13 Kinder.

Damit, so waren sich die Verantwortlichen bei der Preisverleihung in München einig, hat der Verein sein Ziel, den Kindergarten in Sachrang zu erhalten, mit viel Herzblut und großem persönlichen Einsatz zunächst geschafft. reh

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