Hauptzollamt mit Zertifikat für nachhaltiges Bauen

"Vorbild für andere Gebäude"

Ein verdrehtes "N" auf einem Schild weist in Zukunft. Rudolf Forstner, Chef des Hauptzollamtes, brachte das Zertifikat pesönlich an. Foto Schlecker
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Ein verdrehtes "N" auf einem Schild weist in Zukunft. Rudolf Forstner, Chef des Hauptzollamtes, brachte das Zertifikat pesönlich an. Foto Schlecker

Rosenheim/Landkreis - Zehn Jahre erarbeitete das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) zusammen mit der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen ein einheitliches Bewertungssystem für nachhaltiges Bauen. Das Ergebnis ist jetzt ein Zertifikat und das wurde nun zum ersten Mal vergeben. Ausgezeichnet wurden damit drei Bauten in Deutschland. Eines der Gebäude ist das Hauptzollamt in Rosenheim.

Rudolf Forstner, Chef des Hauptzollamtes, zeigte sich bei der Überreichung von Urkunde und Schild sichtlich stolz. "Das ist für uns und dieses Gebäude eine große Ehre. Ich habe zwar noch nicht alle Zollämter in Deutschland gesehen, bin mir aber sicher, wir haben das schönste", meinte er schmunzelnd.

Fertiggestellt wurde der Neubau im Oktober 2007. Die Baukosten dafür betrugen rund 7,76 Millionen Euro. Für Gesamtkoordination, Hochbauplanung und Bauleitung im Ausbau war das Staatliche Bauamt Rosenheim zuständig. Darum nahm auch der neue leitende Baudirektor Eugen Bauer an der Überreichung des Zertifikat BNB (Nachhaltiges Bauen) im Hauptzollamt in Rosenheim teil.

46 Punkte beinhaltet der Beurteilungskatalog, nachdem entschieden wird, ob ein Gebäude für das neue Zertifikat überhaupt in Frage kommt. In Augenschein genommen werden dabei Kriterien wie etwa Ökologie, Ökonomie oder technische Funktionalität.

"Ein solches Zertifizierungssystem ist für die Zukunft unglaublich wichtig, um Bauten nach den gleichen Kriterien beurteilen zu können. Wer ausgezeichnet wird, übt dann auch eine Vorbildfunktion aus", meinte dazu Annette von Hagel, die von Seiten der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben an der Überreichung des Zertifikats in Rosenheim teilnahm.

Ziel dieses einheitlichen und umfassenden Bewertungssystems sei es auch, dass die öffentliche Hand in Zukunft komplexe Bauqualität nachvollziehbar abbilden könne.

Für das Hauptzollamt in Rosenheim gab es allerdings "nur" Silber. Ebenso wie für die beiden weiteren ausgezeichneten Gebäude, das Bundesministerium für Gesundheit in Düsseldorf und das Bundesamt für Strahlenschutz in Berlin. Dass es bei allen dreien nicht zu Gold gereicht habe, liegt nach den Worten von Annette von Hagel aber nur daran, dass das Zertifikat jetzt beim ersten Durchlauf erst rückwirkend vergeben werden konnte: "Da konnte sich ja noch niemand beim Bau auf die Voraussetzungen für diese Auszeichnung einstellen. Das klappt jetzt erst in der Zukunft bei neuen Bauvorhaben."

Das Zertifikat in Form eines Schildes mit dem Buchstaben "N" für Nachhaltigkeit ist in Zukunft im Eingangsbereich des Hauptzollamtes in der Wittelsbacherstraße in Rosenheim zu sehen. wu

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