Verbot von Großveranstaltungen wegen Corona: Enttäuschung in der Region Rosenheim

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Menschen dicht an dicht, wie hier beim Rosenheimer Herbstfest 2019? In der aktuellen Situation undenkbar.
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  • Heike Duczek
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  • Ilsabe Weinfurtner
    Ilsabe Weinfurtner
  • Eva Lagler
    Eva Lagler
  • Ines Weinzierl
    Ines Weinzierl

Bis zum 31. August wird es keine Großveranstaltungen in Deutschland geben. Das haben die Länder-Chefs und Kanzlerin Merkel am Mittwoch (15. April) beschlossen. Das hat gewaltige Auswirkungen auf die Region Rosenheim. 

Stadt und Landkreis Rosenheim – Keine Aussagen gibt es zum Rosenheimer Herbstfest, das heuer am 29. August eröffnet werden sollte – also zwei Tage vor Ablauf der Verbotsfrist am 31. August. Reinhold Frey, Vorsitzender des Wirtschaftlichen Verbandes für die Stadt und den Landkreis Rosenheim, der für das Herbstfest verantwortlich zeichnet, war bis Redaktionsschluss für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Absage oder nicht? Herbstfest auf der Kippe

Vor wenigen Tagen hatte Frey gegenüber unserer Zeitung noch davon gesprochen, dass die Planungen trotz Corona-Krise weitergingen. Frey betonte damals aber auch, dass damit keine Entscheidung gefallen sei, ob das Fest wirklich stattfinde. Aus finanzieller Sicht sei der Verband auch für eine Absage des Herbstfestes gerüstet, so Frey vor wenigen Tagen.

Möglich, dass die Verantwortlichen jetzt ähnliche Überlegungen anstellen, wie die Veranstalter des Mühldorfer Volksfestes. Dort spielt man mit dem Gedanken, das Fest ab Anfang September in abgespeckter Form zu planen.

Frühlingsfest Wasserburg: WFV wartet auf Aussage von Söder

Keine Großveranstaltungen bis 31. August? Das würde bedeuten, dass auch das Wasserburger Frühlingsfest heuer ausfallen müsste.

Moritz Hasselt, Vorsitzender des veranstaltenden Wirtschaftsförderungsverbandes (WFV), betont jedoch, eine offizielle Absage werde der Verband aus rechtlichen Gründen erst dann aussprechen, wenn Ministerpräsident Markus Söder die terminliche Ausweitung des Versammlungsverbots mitgeteilt habe.

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Das sei Ländersache, der WFV müsse auf die Anordnung des Staatsministeriums warten, vorher sei die rechtliche Grundlage für eine Absage nicht gegeben. Dass es so kommen wird, damit ist zu rechnen. Denn das Frühlingsfest würde schon in fünf Wochen starten: am 20. Mai.

Gars rechnet mit Volksfest-Absage

Parallel war heuer das Garser Volksfest geplant. Bürgermeister Norbert Strahllechner teilte im Gemeinderat bereits in der vergangenen Woche mit, dass er nicht mit einer Durchführung rechnet.

Die Gemeinde Rott trifft mögliche Absagen besonders schwer: Hier sind in diesem Frühjahr/Sommer gleich vier große Feste geplant gewesen: das traditionelle Bierfest im Mai, zehn Jahre Burschenverein im Juni, 150 Jahre Feuerwehr im Juli und das Weinfest des Trachtenvereins im August.

Aiblinger Pfingstvolksfest: "Dann gibt's uns nicht mehr"

Zu Großveranstaltungen zählen laut Ministerpräsident Markus Söder auch Bierfeste. Eine konkrete Größenordnung nannte er auf der Pressekonferenz mit Kanzlerin Merkel allerdings nicht.

Auf diese will Christian Fahrenschon, Veranstalter des Aiblinger Pfingstvolksfests, auf alle Fälle noch warten. „Ich habe noch keine offizielle Verlautbarung. Aber wenn das wirklich so kommen sollte, sind wir bis August pleite, dann gibt’s uns nicht mehr.“ Er wollte seine Feste als reine Freiluftveranstaltungen unter Einhaltung zahlreicher Auflagen durchführen. „Für mich wäre ein Verbot eine Diskriminierung und Willkür, wenn andere Freiluftveranstaltungen ja stattfinden dürfen.“

Bruckmühl und Feldkirchen: Veranstalter haben mit Absage gerechnet

Seit 67 Jahren wird das Volksfest in Bruckmühl vom SV Bruckmühl ausgerichtet. Heuer sollte es vom 10. bis 19. Juli stattfinden. „Es ist eine der größten Veranstaltungen mit bis zu 30.000 Besuchern“, so Vorsitzender Klaus Christoph. Schon seit November arbeiten ehrenamtliche Mitglieder an den Vorbereitungen. „Eine Absage wäre ein riesiger finanzieller Verlust für uns, doch die Gesundheit der Menschen geht vor“, so Christoph.

„Wir würden es auch sehr bedauern, haben aber damit gerechnet“, sagt Anton Kammerloher, der seit 22 Jahren das Volksfest des TV Feldkirchen organisiert. Das Fest, das heuer vom 6. Bis 16. August stattfinden sollte, besteht seit 1973, bis zu 10.000 Besucher nehmen teil. Es wurde noch nie abgesagt.

Das komplette Programm steht bereits. Auch sollte dabei die Jubiläumsfeier mit der Partnergemeinde Jallais stattfinden.

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