Vier Brände in nur sechs Wochen in Bernau: Rosenheimer Kripo jagt Feuerteufel am Chiemsee

Ein Raub der Flammen:das Tennisheim. reisner

Ein Feuerteufel treibt in Bernau am Chiemsee sein Unwesen. Davon gehen die Fahnder der Rosenheimer Kriminalpolizei aus. Denn zwei Wochen nach dem Brand des Tennisheimes steht fest: Es ist erneut Brandstiftung gewesen. Damit handelt es sich bereits um den vierten mutwillig gelegten Brand in sechs Wochen.

Bernau – Sollten die vier Feuer tatsächlich auf das Konto eines Serientäters gehen, hat der Unbekannte beunruhigende „Fortschritte“ gemacht. Das Ausmaß der Feuer nimmt zu. Zuletzt entstand am 26. Juli beim Brand des Tennisheimes in der Pankoferstraße ein Schaden von rund 100.000 Euro.

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Rosenheimer Kripo und Polizeiinspektion Prien führen die Untersuchungen in den vier Fällen gemeinsam. „Die Ermittler halten Tatzusammenhänge mit den drei weiteren Bränden nicht nur für denkbar, sondern sogar für wahrscheinlich“, so ein Polizeisprecher. Eine „heiße Spur“, die zum Täter führen könnte, gebe es aber noch nicht. Deshalb setzt die Polizei auch auf Hinweise aus der Bevölkerung.

Schnell Indizien für Brandstiftung gefunden

Nach dem Tennisheimbrand Ende Juli hatten die Brandfahnder schon zu Beginn der kriminalpolizeilichen Untersuchungen Indizien für eine Brandstiftung gefunden. Auch Experten des Bayerischen Landeskriminalamts wurden hinzugezogen. Inzwischen haben sich die Verdachtsmomente so erhärtet, dass für die Ermittler als Brandursache eine vorsätzliche Brandstiftung feststeht.

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Wer kann der Polizei sachdienliche Hinweise zu den folgenden vier Fällen geben? Wem fielen zu den Tatzeiten im Bereich der Brandorte verdächtige Personen auf?

Erstes Feuer: 9./10. Juni, Tatort Farbinger Weg, Bauhof. In der Nacht von Sonntag auf Montag wollte dort jemand eine Hecke in Brand setzen. Das Feuer erlosch von alleine erloschen, der Sachschaden war gering.

Zweites Feuer: zwischen 25. und 27. Juni, Tatort Buchenstraße, Jugendtreff: Im Zeitraum vom Dienstagabend, 25. Juni, bis zum späten Donnerstagnachmittag, 27. Juni, wurden am Jugendtreff die Bretter einer Holzhütte und die Außenfassade des Containers angezündet und beschädigt.

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Drittes Feuer, 14./15. Juli, Tatort Eschenstraße: Diesmal hatte es der Brandstifter auf einen geparkten VW-Bus abgesehen. Das Feuer ist in der Nacht von Sonntag auf Montag, 14. auf 15. Juli, vermutlich von selbst ausgegangen, bevor es auf den gesamten Bus übergriff. An dem Wagen entstand laut Polizei dennoch erheblicher Sachschaden.

Viertes Feuer: 26. Juli, Tatort Pankoferstraße, Tennisheim: Zum ersten Vollbrand kam es in der Nacht auf Freitag, 26. Juli. Der Brand im Tennisheim wurde den Einsatzkräften gegen 4.30 Uhr gemeldet. Gegen 6 Uhr waren die Flammen gelöscht. Der Schaden war verheerend.

Zeugen werden gebeten, sich unter Telefon 08031- 2000 bei der Kriminalpolizeiinspektion Rosenheim oder unter Telefon 08051- 90570 bei der Inspektion Prien zu melden. Ludwig Simeth

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