Viel Lob für die Region Rosenheim

Rund 200 Unternehmer aus ganz Bayern kamen zum Europa-Forum nach Rosenheim. Foto schlecker
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Rund 200 Unternehmer aus ganz Bayern kamen zum Europa-Forum nach Rosenheim. Foto schlecker

Alles Wissenswerte zum Europageschäft an einem Tag: So lautet das erklärte Ziel des Europa-Forums Bayern. Erstmals trafen sich die Teilnehmer heuer in Rosenheim. Knapp 200 interessierte Unternehmer aus ganz Bayern kamen ins Kultur- und Kongresszentrum, um sich von Fachleuten ausführlich über das Thema "Export" beraten zu lassen.

Rosenheim - Veranstalter war das Außenwirtschaftszentrum Bayern in Zusammenarbeit mit der Industrie- und Handelskammer (IHK) und der Handwerkskammer für München und Oberbayern. In verschiedenen Workshops wurden den ganzen Tag lang Fragen zum Exportgeschäft, speziell auf europäischer Ebene, behandelt. Außerdem gab es die Möglichkeit zu Einzelgesprächen mit Markt-Experten vieler europäischer Länder. "Normalerweise müssten die Unternehmer in ein anderes Land reisen, um mit diesen Fachleuten ins Gespräch zu kommen. Bei dieser Veranstaltung kommen die Fachleute zu den Unternehmern nach Bayern. Das ist ein großer Vorteil", erklärte IHK-Europa-Referentin Ina Knausenberger das Konzept der Veranstaltung.

Zur Eröffnung gab es eine Diskussionsrunde zum Thema "Bayerische Wirtschaft in Europa - Experten tauschen sich aus". Daran teil nahmen: Thomas Bugl, Wirtschaftsdezernent der Stadt Rosenheim, Dr. Ulrike Wolf, Leiterin der Abteilung Außenwirtschaft und Standortmarketing im bayerischen Wirtschaftsministerium, Heinrich Traublinger, Präsident der Handwerkskammer für München und Oberbayern, Georg Dettendorfer, Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern und Alexandra Burgmaier, stellvertretende Landrätin. Die Moderation übernahm Nicolas Foltin.

Alle Redner lobten Bayern und insbesondere die Region Rosenheim in den höchsten Tönen. "Unsere Stärke ist der gute Branchenmix", meinte Alexandra Burgmaier. Die Wirtschaft des Landkreises Rosenheim würde auf vielen Säulen ruhen. "Dadurch können wir auch Krisen überstehen. Fällt eine Säule weg, haben wir noch die anderen." Profitieren würde der Landkreis auch von seiner guten Lage und der schönen Landschaft: "Der Lebenswert unserer Region ist hoch".

Thomas Bugl beschrieb die Stadt Rosenheim ebenfalls als attraktiven Standort und hob die Vielfältigkeit der Unternehmen hervor. Dr. Ulrike Wolf riet, als Einsteigermarkt Europa ins Auge zu fassen: "Da hat man es nicht gleich mit völlig fremden Kulturen zu tun." Die Hälfe der bayerischen Exporte würden derzeit nach Europa fließen. Nachbar Österreich belege dabei den ersten Platz.

Firmen, die mit dem Gedanken spielen, ihre wirtschaftlichen Aktivitäten über die Grenzen hinweg auszudehnen, empfahl Georg Dettendorfer, sich frühzeitig über die Gepflogenheiten des betreffenden Landes zu informieren. "In Italien zum Beispiel bekommt ein Arbeiter 15 Tage Sonderurlaub, wenn er heiratet. Habe ich zwei davon, brauche ich schon für einen Monat eine zusätzliche Kraft. Das kann für ein kleines oder mittleres Unternehmen schwierig werden", gab der Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern zu bedenken.

"Innerhalb Deutschlands ist Bayern die treibende Kraft", stand für Rosenheims Vizebürgermeister Anton Heindl fest. Die Unternehmen im Freistaat hätten 2012 einmal mehr einen Export-Rekord aufgestellt. Insgesamt seien Waren im Wert von 166 Milliarden Euro exportiert worden: "Das sind vier Prozent mehr als im Vorjahr". Produkte "Made in Bavaria" seien heute mehr denn je auf den Weltmärkten gefragt.

Das bestätigte auch Heinrich Traublinger. "Made in Bavaria" sei ein Qualitätssiegel. Nur damit zu werben, reiche aber nicht aus: "Beim Versprechen darf es nicht bleiben. Man muss es auch leben."

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