Auf der Alm verunglückt: Hubschrauber transportiert tote Kuh bei Oberaudorf

An einem Seil wird die tote Kuh (blauer Kreis) per Hubschrauber von der Weide ins Tal geflogen.
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An einem Seil wird die tote Kuh (blauer Kreis) per Hubschrauber von der Weide ins Tal geflogen.
  • vonBarbara Forster
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Sie war kürzlich erst in den Schlagzeilen – und jetzt schon wieder: Die Kuh, die vor rund einer Woche eine Bergbäuerin aus Oberaudorf überrannt hatte, musste nun tot von einem Hubschrauber von der Alm geborgen werden. Eine tragische Geschichte.

Oberaudorf – Dem Vernehmen nach ist das Tier auf der Weide gestürzt. Am Dienstag, 23. Juni, gegen 19 Uhr wurde das verendete Tier mit dem Hubschrauber aus dem Brünnsteingebiet ins Tal geflogen. Nach OVB-Informationen handelt es sich bei der Kuh um dieselbe, die vor gut einer Woche eine einheimische Bergbäuerin überrannt und dadurch schwer verletzt hatte.

Verterinäramt überwacht den Abstransport der Kuh

Mit vor Ort beim Abstransport der Kuh war eine Tierärztin des Veterinäramtes Rosenheim, bestätigte Michael Fischer, Sprecher des Landratsamtes Rosenheim, auf Nachfrage. Tote Nutztiere müssten in eine Tierkörperbeseitigungsanlage gebracht und aus diesem Grund abtransportiert werden, wenn sie im unwegsamen Gelände verenden, erklärt Fischer.

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Zum Abstransport sei der Landwirt verpflichtet. Eine Ausnahme gebe es nur, wenn es in der Nähe des verendeten Tieres weder einen Wanderweg noch ein Gewässer gebe. „In diesem Fall war in unmittelbarer Nähe der Gießenbach, der in ein Wasserschutzgebiet fließt“, sagt Fischer.

Da die Gefahr bestand, dass durch den Kadaver der Kuh Krankheitserreger in das Wasserschutzgebiet kommen, musste das Tier mit einem Hubschrauber geholt. Die Besitzer selbst wollten sich zu dem Vorfall nicht äußern.

Tödliche Verletzungen auf der Weide

Kreisbäuerin Katharina Kern erklärte auf Nachfrage, dass eine Kuhrettung per Hubschrauber keine Seltenheit sei: „Das passiert jedes Jahr.“ Und wo eine normale Zugmaschine nicht hinkomme, müsse der Hubschrauber ausrücken.

Dass eine weidende Kuh auf der Alm verletzt wird, könne verschiedene Gründe haben, erklärt Kern. Zum einen spiele das Wetter eine erhebliche Rolle: „Gerade, wenn es länger regnet, wird es gefährlich.“ Durch den Regen weiche der Boden auf und die Tiere würden ihren „guten Tritt“ verlieren. „Dann verletzen sie sich oder verenden“, so die Kreisbäuerin.

Kühe geraten leicht in Panik

Zum anderen könnten aber auch Einflüsse von außen einen Sturz verursachen. „Gleitschirmflieger machen den Kühen auch Angst“, sagt Kern. Auch frei herumlaufende Hunde könnten die Tiere in Panik versetzen.

Die Kreisbäuerin hat selbst schon einige Kühe verloren. Daher weiß sie aus eigener Erfahrung: „Das ist schlimm. Man hängt ja auch an den Viechern.“

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