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Wissenschaftliches Institut könnte einziehen

Verkehrsforschung am Ort der Einkehr: Kloster Reisach soll Teil von Mobilitäts-Cluster sein

Ein Ort für Mobilitätsforschung? In Kloster Reisach würde sich ein Institut prächtig mit kirchlicher Nutzung und Zugang für die Vereine vertragen, findet nicht nur Oberaudorfs Bürgermeister Bernhardt. Foto: Reisner
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Ein Ort für Mobilitätsforschung? In Kloster Reisach würde sich ein Institut prächtig mit kirchlicher Nutzung und Zugang für die Vereine vertragen, findet nicht nur Oberaudorfs Bürgermeister Bernhardt. Foto: Reisner
  • Michael Weiser
    VonMichael Weiser
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Kloster Reisach bei Oberaudorf harrt einer neuen Nutzung. Die scheint nun in Sicht - dank Oberaudorfs Anschluss an die Forschungszone für den Verkehr der Zukunft. im Kloster könnte über die Ethik moderner Mobilität nachgedacht und diskutiert werden.

Oberaudorf – Pater Slawek, Pater Paul und Pater Matthäus waren die Letzten, die noch im Kloster Reisach die Stellung hielten. Als die drei Karmeliter in ihre polnische Heimat zurückbeordert wurden, Ende vergangenen Jahres war das, nahm eine fast 300 Jahre währende klösterliche Tradition ihr Ende. Mit Schockwirkung für das Leben der Gläubigen im Inntal. „Da hat uns es den Boden unter den Füßen weggezogen“, sagt Katharina Kern, Verbandsrätin im Zweckverband Kloster Reisach.

Seitdem ist das Kloster ungenutzt und ohne Leben. Ein Zustand, der Lokalpolitiker und Bürger gleichermaßen peinigt – bis jetzt. Denn nunmehr ist ein Lichtstreif am Horizont zumindest zu erahnen. Es scheint sich eine Lösung für eine halbwegs einträgliche – oder besser kostendeckende – Nutzung abzuzeichnen. Es könnte dort ein Institut einziehen, so heißt es von Seiten der Gemeinde und ihres Mobilitätsdezernenten Prof. Christian Arbinger – ein „Institut für Mobilitätsakzeptanz“.

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Das Institut würde sich bestens mit den anderen Vorhaben vertragen, meint Katharina Kern. „Mobilität und Ethik der Mobilität, das ließe sich in Kloster Reisach gut vereinbaren.“ Das meint auch Oberaudorfs Bürgermeister Matthias Bernhardt. Im übrigen weiß er: „Wir wollen eine Nachnutzung kirchlicherseits ebenso wie Zugang für die Ortsvereine. Dazu brauchen wir außerdem eine moderne, innovative Nutzung.“

Innovativ ist das Institut sicher

Innovativ? Modern? Diese Anforderungen würde das Institut zweifellos erfüllen. Es wäre Teil eines Clusters, eines Wirtschafts- und Wissenschaftsverbunds, der sich im Inntal der Herausforderungen durch die Mobilität der Zukunft annimmt.

Es geht um nicht weniger als die Frage, wie man das weiterhin wachsende Volumen des Güter- und Personenverkehrs effizienter gestaltet, weniger ressourcenfressend, weniger belastend für Mensch und Umwelt, weniger stauanfällig. Es gibt in Europa nur wenige Verkehrsachsen, die unter den Nachteilen des Verkerhs so stark leiden wie das Inntal. Beim Vorhaben, diese Belastung zu verringern, spielt Digitalisierung eine Schlüsselrolle.

Für das Verkehrsmanagement der Zukunft braucht man Daten

Daten sind das A und O. Digitale Höhenmodelle, Koordinaten von Schutzzonen, Kommunikations- und Navigationsdaten, dazu Wetterdaten sind notwendig, um beispielsweise die Lenkung von Verkehrsströmen, autonome Mobilität, Präzisionslandwirtschaft und den Einsatz von Drohnen fürs Rettungswesen zu ermöglichen. Kufstein und Kiefersfelden brachten das Vorhaben auf den Weg, vor wenigen Wochen schloss sich Oberaudorf an. Die von Christian Arbinger kürzlich gegründete Firma Dimos erstellt gerade eine Machbarkeitsstudie (wir berichteten) und soll irgendwann ein zuverlässiges „Trust-Center“ zur sicheren Aufbewahrung und Verarbeitung der Daten betreiben.

Es wird ein langer Weg werden

Digitalisierung und der Einsatz von Künstliche Intelligenz stoßen auf Vorbehalte. „Wie viel Verantwortung gebe ich an die Maschine ab, und wie entscheidet die Maschine?“, diese Überlegungen führt Matthias Bernhardt an. „Das sind höchstgradig ethische Fragen, die müssen behandelt und debattiert werden.“ Warum nicht im Schatten eines Klosterkirchtums?

Der Weg wird ein weiter sein, das weiß auch der Oberaudorfer Bürgermeister. So wie der Verkehr ein Thema mit vielen Facetten ist, so ist Kloster Reisach eine Immobilie, bei der viele mitreden. Natürlich als Eigentümer der Freistaat in Gestalt von Wirtschafts-. Wissenschafts- und Bauministerium. Aber auch das Erzbistum muss gehört werden, „es sei ein ganz wichtiger Partner“. Mit dem Ordinariat habe man bereits gesprochen und weitgehende Übereinstimmung verzeichnet. Auch in München äußert man sich kooperationswillig. Die Erzdiözese stehe für eine „Ideenentwicklung“ mit allen Mitwirkenden zur Verfügung und stehe einer sinnvollen Nutzung positiv gegenüber. Die „Federführung“ jedoch, die liege beim Freistaat.

Das kann man vielleicht auch so verstehen: Wer anschafft, zahlt. Wichtig bei einer dringend sanierungsbedürftigen Immobilie wie dem Kloster.

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