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Veolia löst DB Regio ab

OVB
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Die Privatisierung der bayerischen Bahnstrecken geht weiter. Ab Dezember 2013 übernimmt Veolia die Regionalstrecken in der Region Rosenheim (lila-weiß gekennzeichnet).

Im Dezember 2013 beginnt in der Region ein neues Bahnzeitalter. Erstmals wird nicht mehr die DB Regio den Personennahverkehr auf der Schiene zwischen München, Salzburg und Kufstein betreiben. Die Bayerische Eisenbahngesellschaft hat nach einer Ausschreibung den Zuschlag an die Veolia Verkehr GmbH vergeben (siehe auch Bericht Seite 1). "Das Bahnangebot im E-Netz Rosenheim wird schneller, attraktiver und moderner", erklärte dazu gestern Bayerns Verkehrsminister Martin Zeil.

Rosenheim/Landkreis - Die Veolia Verkehr GmbH ist Deutschlands größtes privates Bahn- und Busunternehmen. Jetzt hat sich die deutsche Tochter des französischen Konzerns eine der attraktivsten Nahverkehrsstrecken im deutschen Schienennetz geschnappt. In den letzten Jahren ist das Fahrgastaufkommen zwischen München, Salzburg und Kufstein um 36 Prozent gestiegen.

Ab Dezember 2013 wird die Veolia Verkehr GmbH unter der Marke "Meridian" für eine Vertragslaufzeit von zunächst zwölf Jahren den Schienen-Nahverkehr in der Region betreiben. Der deutsche Sitz des französischen Konzerns befindet sich in Berlin. Dort wollte man gestern die Nachrichten aus dem Münchner Wirtschaftsministerium nicht kommentieren.

Erfreut über die versprochenen Verbesserungen zeigte sich die Stadt Rosenheim. Dies wäre ein "Quantensprung für Tausende von Bahnpendlern auf diesen Strecken", erklärte der städtische Sprecher Thomas Bugl. Er sieht die Standortqualität Rosenheims "nochmals erheblich verbessert", war aber nach eigenem Bekunden überrascht, dass die DB leer ausgegangen ist.

Warum der Ex-Monopolist das Nachsehen hatte, dazu gibt es offiziell keine Angaben. Dem Vernehmen nach sollen die Franzosen ein "äußerst aggressives Preisangebot" vorgelegt haben. Ausschlaggebend war aber wohl nicht nur der Preis. Veolia genießt einen guten Ruf. Das Unternehmen betreibt seit 1998 sehr erfolgreich die Bayerische Oberlandbahn (BOB) auf den Strecken nach Lenggries, Tegernsee und Bayrischzell. Nach Anfangsproblemen mit neuen Fahrzeugen haben sich die Fahrgastzahlen auf täglich 15 000 Reisende verdreifacht.

Der Forderungskatalog, den die Bayerische Eisenbahngesellschaft für die Ausschreibung erstellt hat, verlangt im Vergleich zum heutigen Stand zahlreiche Verbesserungen. So sollen auf der Bahnstrecke Salzburg - Rosenheim - München stündlich schnelle Expresszüge fahren und so die Fahrzeiten zwischen Chiemgau und Landeshauptstadt um bis zu zehn Minuten verkürzen. Zwischen Kufstein und München werden stündlich moderne Regionalzüge verkehren, womit das Umsteigen in Rosenheim entfällt. Auf beiden Linien wird es zusätzliche Fahrtmöglichkeiten geben, etwa einen 30-Minutentakt im Berufsverkehr.

Die Regionalzüge auf der Mangfalltalbahn von Rosenheim nach Holzkirchen sollen in der ersten Betriebsstufe in den Hauptverkehrszeiten im 30-Minuten-Rhythmus, ansonsten im Stundentakt verkehren. Ein durchgehender halbstündiger Takt ist im weiteren Ausbau vorgesehen. "Es wird erstmals regelmäßige Direktverbindungen aus dem Mangfalltal bis München geben, zum Beispiel von Bad Aibling und Bruckmühl", so Zeil.

Wieder Fahrkarten im Zug zu kaufen

Auch in Sachen Komfort und Information tut sich einiges. Die Fahrgäste sollen durch Displays und automatische Ansagegeräte laufend über den Fahrtverlauf informiert werden. Behoben werden soll auch ein Ärgernis, an dem sich viele Bahnfahrer heute stören: Man wird ab Dezember 2012 wieder unkompliziert Fahrkarten im Zug kaufen können.

Die Entscheidung der Bayerischen Eisenbahngesellschaft ist allerdings noch nicht endgültig. Der unterlegene Bieter hat noch die Möglichkeit, Einspruch einzulegen.

von Klaus Kuhn

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