Nach Unfall mit zwei toten jungen Frauen in Rosenheim

Urteil im Prozess Miesbacher Straße aufgehoben - wann kommt es zur neuen Verhandlung?

Im Berufungsprozess um den tödlichen Unfall auf der Miesbacher Straße am Landgericht Traunstein wurden zwei BMW-Fahrer zu Haftstrafen verurteilt.
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Im Berufungsprozess um den tödlichen Unfall auf der Miesbacher Straße am Landgericht Traunstein wurden zwei BMW-Fahrer zu Haftstrafen verurteilt. Das Urteil gegen einen der Beiden wurde vom Obersten Landesgericht in München wegen eines Formfehlers aufgehoben.
  • Jennifer Bretz
    vonJennifer Bretz
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Auch über vier Jahre nach dem fürchterlichen Unfall auf der Miesbacher Straße, bei dem zwei junge Frauen vom Samerberg starben, kann immer noch kein juristischer Schlussstrich unter den Fall gezogen werden. Wann kommt es zur neuen Verhandlung?

Rosenheim - Der Unfalltod zweier junger Frauen vom Samerberg im November 2016 erschütterte die Menschen in der Region Rosenheim. Besonders für die Familien ist er bis heute eine schwere Belastung. Dass sie noch länger nicht zur Ruhe kommen dürfen zeigt die Entscheidung des Bayerischen Obersten Landesgerichts, das Urteil gegen einen der Fahrer aufzuheben. „Bisher steht noch kein Verhandlungstermin fest, es läuft jedoch bereits die Terminabstimmung mit den Verteidigern und den sonstigen Verfahrensbeteiligten“, heißt es von Seiten des Landgericht Traunstein auf Nachfrage von rosenheim24.de, wann die neue Verhandlung im Prozess um den tödlichen Unfall auf der Miesbacher Straße in Rosenheim. Die zuständige Vorsitzende gehe laut einer Sprecherin des Landgerichtes derzeit von sieben Verhandlungstagen aus, die nach Möglichkeit im März/April 2021 durchgeführt werden sollen. Genaueres könne man aber leider noch nicht sagen. 

Urteil im Prozess um tödlichen Unfall auf der Miesbacher Straße in Rosenheim aufgehoben

Das Oberste Bayerische Landesgericht in München hat im Sommer 2020 das Urteil gegen einen der beiden Verurteilten, den BMW-Fahrer aus Riedering, der zu einer Gefängnisstrafe ohne Bewährung verurteilt worden war, wegen eines Formfehlers aufgehoben und zur erneuten Verhandlung an das Landgericht Traunstein zurückverwiesen. Dort muss der Fall komplett neu aufgerollt werden - mit allen Zeugen und Sachverständigen. Das Urteil gegen den zweiten Angeklagten wurde vom Gericht bestätigt.

Während des Prozesses am Landgericht wurde gegen den einen Angeklagten auch wegen eines illegalen Autorennens verhandelt. In dieser Zeit verließ der andere Angeklagte mit seinem Anwalt den Gerichtssaal. Das hatte der Vorsitzende Richter auf Frage des Anwalts mit einer Handbewegung genehmigt. Dazu hätte es eines formellen Beschlusses bedurft, so die Auffassung der Richter am Obersten Landesgericht. Das sei aber nicht geschehen. Dieser Formfehler stelle einen sogenannten „absoluten Revisionsgrund“ dar, weswegen das Urteil aufzuheben sei. Rechtsanwalt Harald Baron von Koskull aus Rosenheim, der Verteidiger des Angeklagten, dessen Urteil bestätigt wurde, bezeichnet die Entscheidung im Gespräch mit dem BR als „menschliche Katastrophe für die Angehörigen“.

Angeklagte bereits zwei Mal verurteilt

Bei dem Unfall am 20. November 2016 starben die damals 15-jährige Ramona D. und die 21-jährige Melanie R., beide vom Samerberg. Ramonas Schwester Lena überlebte den Crash mit schwersten Verletzungen. Ein Golf-Fahrer aus Ulm war mit seinem Wagen auf der Miesbacher Straße in das Fahrzeug der jungen Frauen gekracht. 

Schließlich hatte das Amtsgericht Rosenheim in erster Instanz zwei BMW-Fahrer (einen aus Riedering, einen aus Kolbermoor), die ebenfalls am Unfall beteiligt waren, unter anderem wegen fahrlässiger Tötung zu Haftstrafen ohne Bewährung verurteilt. Beide gingen daraufhin in Berufung, die jedoch im November vergangenen Jahres vom Landgericht Traunstein abgeschmettert wurde. Gegen den Mann aus Kolbermoor fiel das Urteil in zweiter Instanz sogar härter aus. Die Anwälte legten daraufhin Revision beim Bayerischen Obersten Landesgericht ein. Jetzt geht der Fall jedoch zurück ans Landgericht Traunstein.

jb

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