Tod in der Untersuchungshaft

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Ralf M. starb in der Nacht zum Montag in der JVA Traunstein.

Rosenheim/Traunstein - Der 55-jährige Rosenheimer, dem die Staatsanwaltschaft Mord an seiner 51-jährigen Ehefrau vorwarf, hat in der Nacht zum Montag in der JVA Traunstein Selbstmord begangen. **Fotos und Videos auf rosenheim24.de**

Der Mann soll Ende Oktober vergangenen Jahres in Rosenheim seine Gattin nach einem Streit in der Badewanne der gemeinsamen Wohnung ertränkt haben.

Geständnis: Müller hat seine Frau ertränkt

Er wurde nach tagelanger Fahndung - unter anderem durch die TV-Sendung "Aktenzeichen XY" - am 4. November an einem Parkplatz in Pietzing am Simssee gesehen und festgenommen. Erkannt hatte ihn ein Polizeibeamter, der an dem Tag zufällig einen privaten Ausflug zum Simssee unternommen hatte. Im Rahmen der Vernehmungen war Ralf M. geständig. Er wurde in die Justizvollzugsanstalt Traunstein eingeliefert.

Dort fand das Personal den 55-Jährigen am frühen Montagmorgen tot in seiner Einzelzelle. Wie die Polizei mitteilt, hatte er sich im Lauf der Nacht "unter Verwendung von Wäscheteilen" an einem Zellenfenster erhängt. Er hinterließ einen Abschiedsbrief. Eine rechtsmedizinische Untersuchung bestätigte am Montagnachmittag den Selbstmord. Fremdeinwirkung schließt die Polizei aus.

Musterpaar mit Geldproblemen

Bundesweit bekannt wurde Ralf M. als "Rosen-Mörder von Rosenheim". M. soll seine tote Gattin Anne nämlich im ehelichen Schlafzimmer in einem mit Rosen bedeckten Bett aufgebahrt haben.

Während seiner Flucht gab er in Regensburg einen Brief auf. Adressat war die Polizei in Rosenheim. Darin schrieb er, in der Wohnung in der Tegernseestraße liege eine Tote. Zudem kündigte er seinen Selbstmord an.

Nachbarn und Bekannte beschrieben die M.'s als freundliches, glückliches und verliebtes Paar. Streit oder gar Gewalt zwischen den Eheleuten schien für Außenstehende unvorstellbar.

Dabei plagten Geldsorgen die beiden, was sie sich nach außen aber nicht anmerken ließen. Ralf M.'s "Praxis für ganzheitliches Bewusstsein" hatte in den Wochen vor der Tat offensichtlich nur noch wenig Profit abgeworfen. Als Entspannungspädagoge hatte er unter anderem "Heilengelseminare", "Heilunterstützung mit Chakra" oder "Intuitionsschulungen" im Angebot. Das Paar trat bei Messen und Seminaren auf, zusätzlich gab Anne M. Nachhilfestunden. Ihre letzten Vorwürfe gegenüber ihrem Mann endeten schließlich tödlich.

Während seiner Haftzeit deutete laut Polizei nichts auf Ralf M.'s Suizidabsichten hin. Eine Rund-um-die-Uhr-Bewachung sei ausschließlich bei "akuter Gefährdung" vorgesehen. Die Hauptverhandlung gegen Ralf M. hätte laut Staatsanwaltschaft im Sommer am Landgericht Traunstein beginnen sollen.

zip/Oberbayerisches Volksblatt

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