Unter- oder überversorgt?

Rosenheim/Berlin - Der Deutsche Bundestag hat in zweiter und dritter Lesung das GKV-Versorgungsstrukturgesetz (GKV-VStG) beschlossen. Verwaiste Arztpraxen und lange Anfahrtswege für die Patienten im ländlichen Raum sollen der Vergangenheit angehören.

"Das deutsche Gesundheitssystem ist eines der besten der Welt. Eine gute, wohnortnahe und flächendeckende Versorgung der Patienten ist sein Markenzeichen. Das soll auch in Zukunft so bleiben. Die beschlossenen Maßnahmen werden dafür sorgen, dass es für Ärzte wieder attraktiver wird, sich bei uns im Landkreis Rosenheim niederzulassen", sagte Bundestagsabgeordnete Daniela Ludwig (CSU) nach der Abstimmung. Ihre Rosenheimer SPD-Kollegin Angelika Graf sieht dies jedoch anders: "Das Problem ist auch in Bayern nicht ein Ärztemangel, sondern die mangelhafte regionale Verteilung. Es kann also gerade nicht darum gehen, lediglich gegen Unterversorgung vorgehen zu wollen. Notwendig ist eine Verknüpfung mit wirksamen Maßnahmen gegen die bestehende Überversorgung." Das Gesetz sei daher eher ein "Klientel-Geschenk".

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