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Beide offenbar gut befreundet

Tödlicher Unfall in Aschau – Mutmaßlicher Fahrer über Unfallopfer: #dubleibstimmerinmeinemherzen

Aschau Unfall Fahrerflucht Schnee
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An dieser Stelle in Aschau geschah der Unfall. Auch tagsüber ist der Gehweg voller Schnee.
  • Sigrid Knothe
    VonSigrid Knothe
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  • Katharina Schneider
    Katharina Schneider
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Der tödliche Unfall mit Fahrerflucht in Aschau, bei dem eine 23-Jährige gestorben ist, beschäftigt die Region weiterhin. Wie nun bekannt wurde, waren der festgenomme Verdächtige und das Opfer nicht nur Kollegen, sondern auch gute Freunde.

UPDATE, 3.1.2020: Verfahren wird eingestellt 

Fast ein Jahr nach dem tragischen Unfalltod von Veronika (23) in Aschau sind endlich alle Gutachten ausgewertet und die Ermittlungen abgeschlossen. Das Ergebnis: Das Verfahren gegen die drei Beschuldigten – ein VW-Golf-Fahrer (27) und seine zwei Mitfahrer (22 und 23) – wurde eingestellt.

Der Original-Bericht vom 9.01.2019:

Aschau – Zwei junge Menschen in Tracht. Der junge dunkelhaarige Mann umarmt eine junge blonde Frau im Dirndl, beide lachen, haben offenbar Spaß. Eigentlich ein ganz normales Foto von zwei Freunden, das bei Instagram zu sehen ist.

Doch hinter dem Bild steckt eine Tragödie. Die junge Frau ist seit Sonntag tot. Sie wurde um 3:45 Uhr in Aschau angefahren und tödlich verletzt. Der Fahrer des Wagens flüchtete.

Der junge Mann, der das Bild der beiden postete, ist der mutmaßliche Fahrer des Unfallwagens. Er sitzt seit Dienstag in Untersuchungshaft. Der Post stammt von Montag.

Der mutmaßliche Täter und das Opfer waren in der Residenz Heinz Winkler in Aschau beschäftigt. Die 23-Jährige war stellvertretende Rezeptionsleiterin, der 27-jährige Verdächtige war als Koch beim Sternegastronomen beschäftigt.

Die Residenz Heinz Winkler in Aschau.

Die beiden waren offenbar nicht nur Kollegen, sondern auch befreundet. Zu dem Instagram-Foto schrieb der junge Mann: „Meine (…) #dubleibstimmerinmeinemherzen.“ Umrahmt ist der Post mit schwarzen Herzen. Dieses Emoji wird üblicherweise verwendet, um Trauer auszudrücken.

"Er hätte keiner Fliege etwas zuleide getan"

„Die zwei waren sehr gut befreundet“, sagt eine gute Bekannte des Kochs den OVB-Heimatzeitungen. Sie kannte den 27-Jährigen aus der Bar Chalet in Aschau, in der Mitarbeiter der Residenz Winkler nach Feierabend häufig noch einen Absacker trinken. 

Sie habe ihn als sehr angenehmen Menschen erlebt. „Er war unaufdringlich und überhaupt kein Macho – wie manch anderer Koch. Er sprühte voller Lebensfreude und hätte niemals einer Fliege was zuleide getan. Seine Arbeit hat er geliebt – er war ein leidenschaftlicher Koch.“

Auch Sternekoch Winkler, der sich gegenüber den Heimatzeitungen zutiefst erschüttert zeigt, verliert nur positive Worte über seinen Mitarbeiter. „Er ist ein vorbildhafter Mitarbeiter und ein sehr guter Koch“, sagt Winkler.

Alle Insassen des vermutlichen Unfallfahrzeugs bei Winkler beschäftigt

Der Gastronom und sein ganzes Team stünden immer noch unter dem Schock der traumatischen Ereignisse.

Winkler betrifft der Vorfall gleich mehrfach. Nicht nur waren sowohl das Opfer wie auch der mutmaßliche Fahrer des Unfallwagens bei ihm beschäftigt. Auch die beiden anderen Mitfahrer, eine 23-jährige Frau und ein 22-Jähriger, sind bei ihm angestellt. Alle drei hätten sich immer korrekt verhalten. Negatives oder Auffälliges gäbe es nicht zu berichten. 

Schon am Montag äußerte sich der Sternekoch gegenüber den Heimatzeitungen schockiert über den Tod seiner jungen Mitarbeiterin. "Sie war eine unserer Besten", sagt er. 

Heinz Winkler auf einem Archivfoto vor seiner Residenz. Der Sternekoch möchte sich aktuell nicht fotografieren lassen.

Das ist bisher zum Unfall bekannt

Alle Beteiligten waren zunächst in der Aschauer Diskothek Eiskeller. Auf dem Heimweg kam es dann gegen 3:45 Uhr zu dem tragischen Unfall, bei dem die 23-jährige Rezeptionistin, die in Aschau wohnte und ursprünglich aus Albaching kommt, angefahren und tödlich verletzt wurde. Der Fahrer flüchtete.

Am Montag nahm die Polizei den 27-jährigen Verdächtigen fest. Der habe zugegeben, zur Unfallzeit gefahren zu sein. Bei dem mutmaßlichen Unfallwagen handelt es sich um einen Golf, Typ VI – das Fahrzeug der 23-jährigen Beifahrerin.

Wie die Staatsanwaltschaft gegenüber den Heimatzeitungen bestätigte, gibt der junge Koch an, den Zusammenstoß nicht bemerkt zu haben. Die Ermittler werten dies als Schutzbehauptung.

Rätselhaft bleibt, dass das mutmaßliche Unfallauto die junge Frau mit der linken Fahrzeugseite getroffen hat. Beide, Unfallopfer und Fahrzeug, seien in einer Fahrtrichtung unterwegs gewesen. 

Starkes Schneetreiben in dieser Nacht

Die Sichtverhältnisse waren aufgrund des Wetters wohl sehr schlecht. Aschauer Bürger erinnern sich, dass in jener Nacht Schneechaos mit heftigem Schneetreiben geherrscht habe. Das, so wird vermutet, habe auch die junge Frau möglicherweise veranlasst, auf der geräumten Fahrbahn und nicht auf dem Gehweg in Richtung Aschau zu gehen. Dann wurde sie vom Auto erfasst und zur Seite geschleudert. Ein Bekannter, der sich gemeinsam mit der 23-Jährigen auf den Heimweg machte, ging auf dem Bürgersteig. Er wurde Zeuge des Unfalls und kümmerte sich bis zum Eintreffen der Rettungskräfte um die junge Frau.

Die Ermittlungsgruppe „Schneefall“, der auch ein Spezialfahnder für Unfallflucht angehört, arbeitet derzeit mit Hochdruck an der Spurenauswertung. Ob das mutmaßliche Unfallauto außer dem verlorene Ziergitter an weiteren Stellen beschädigt ist, wollte Polizeipressesprecher Simon Irger nicht sagen. „Das ist dann Teil des Verfahrens und gewissermaßen Täterwissen.“

Mit schwersten Bauch- und Kopfverletzungen sei schließlich das Unfallopfer in die Schön Klinik Vogtareuth gebracht worden, wo die junge Frau verstarb. Wie zu hören war, habe sie wegen der Schwere der Verletzungen keine Chance gehabt.

Wieso der mutmaßliche Fahrer des Wagens den Post einen Tag nach dem Unfall absetzte und welche Absicht er damit verfolgte, bleibt unklar. 

Der Instagram-Post ist nicht die einzige Reaktion des 27-Jährigen auf den Tod seiner guten Freundin. Noch am Sonntag teilte er auf Facebook einen Post der Polizei – den Fahndungsaufruf nach dem flüchtigen Unfallfahrer.

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