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Zahlen des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd

Unfallbilanz 2021 für die Region: Unfälle mit Radlern nehmen ab – Unfälle auf Schulwegen zu

Bei diesem Unfall am 25. Oktober in Dettendorf bei Bad Feilnbach war der 16-jährige Fahrer des Kleinkraftrades ums Leben gekommen.
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Bei diesem Unfall am 25. Oktober in Dettendorf bei Bad Feilnbach war der 16-jährige Fahrer des Kleinkraftrades ums Leben gekommen.

77 Menschen kamen 2021 im Einsatzbereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd ums Leben – der zweitniedrigste Wert der vergangenen Jahre. Gesunken sind auch die Zahlen bei Unfällen, an denen Radfahrer beteiligt waren. Unfälle mit Schülern sind dagegen gestiegen, so die Bilanz des Präsidiums.

Rosenheim – Es war einer dieser Unfälle, der die Retter noch Jahre lang beschäftigen wird: Ein 16-jähriger Fahranfänger aus Bad Feilnbach hatte Ende Oktober in seiner Heimatgemeinde in einem Waldstück auf regennasser Fahrbahn die Kontrolle über sein Kleinkraftrad verloren. Er rutschte auf die Gegenfahrbahn und stieß dort mit dem Auto eines 32-Jährigen zusammen. Der junge Bad Feilnbacher erlag noch an der Unfallstelle seinen Verletzungen. Zweiter Bürgermeister Josef Rauscher, selbst als Einsatzleiter der Feuerwehr an der Unfallstelle, sprach danach von einer Gemeinde „im Schockzustand“.

28 Todesopfer auf den Straßen der Region

Eines von 28 tödlichen Dramen, die sich im Jahr 2021 auf den Straßen in Stadt und Landkreis Rosenheim und im Landkreis Traunstein abgespielt hatten, wie jetzt die Unfallbilanz des Polizeipräsidums Oberbayern Süd zeigte.

Auf den Straßen und öffentlichen Verkehrsflächen im Schutzbereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd ergab sich bei der Gesamtunfallentwicklung ein Anstieg um 4,0 Prozent von 33 492 auf 34 819 Unfälle. Die Zahl der Verkehrsunfälle mit Sachschaden und Anzeige erhöhte sich ebenso (von 9142 auf 9546 oder 4,4 Prozent) wie die Anzahl der Kleinunfälle (von 18 829 auf 19 709 Unfälle oder 4,7 Prozent). Bei den Kleinunfällen sind 7508 Wildunfälle enthalten (Vorjahr 6874; plus 9,2 Prozent).

Anstieg bei den Fluchten

Die Unfallfluchten erhöhten sich um 0,2 Prozent auf 6638 Unfälle. Auch die Zahl der Verkehrsunfälle mit Personenschaden nahm um 0,8 Prozent auf 5564 zu.

Die Zahlen der Verkehrsunfälle, Verletzten und Getöteten im Jahr 2021 im Vergleich zum Vorjahr in der Übersicht.

Auch die Zahl der Verkehrsunfälle mit Personenschaden nahm um 0,8 Prozent auf 5564 zu, verletzt wurden dabei 7066 Personen (plus 1,3 Prozent). 77 Menschen kamen bei Verkehrsunfällen 2021 ums Leben, das ist der zweitniedrigste Wert in den vergangenen zehn Jahren.

Insbesondere bei den tödlichen Unfällen spielte überhöhte beziehungsweise nicht angepasste Geschwindigkeit nach Angaben der Polizei die größte Rolle. 18 Personen und damit nahezu ein Viertel der Verkehrstoten, verloren im Straßenverkehr ihr Leben, weil zu schnell gefahren wurde. Raser waren zudem für 1344 zum Teil schwerverletzte Verkehrsteilnehmer verantwortlich.

Alkohol weiterhin ein großes Problem

Bei der Gesamtzahl der Verkehrsunfälle im Bereich Alkohol am Steuer ist ein leichter Rückgang auf 579 Unfälle zu verzeichnen (minus 2,0 Prozent). Die Alkoholbeeinflussung gehört aber nach wie vor zu den Hauptursachen bei schweren Unfällen mit Verletzten oder Getöteten. Zwei Personen starben und 369 erlitten Verletzungen, weil betrunkene Fahrer am Steuer saßen.

Positiver Trend: Bei der Anzahl der getöteten Radfahrer von 14 auf acht konnte die Polizei einen deutlich Rückgang feststellen (minus 42,9 Prozent) und auch verletzt wurden deutlich weniger Radfahrer (2137; minus 12,1 Prozent). Die Anzahl der Radfahrer als Unfallbeteiligte verringerte sich im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls (2406 oder minus 12,7 Prozent).

Rückläufig in diesem Bereich ist auch die Zahl von beteiligten Pedelecs (von 584 auf 555; minus 5,0 Prozent) und der bei Unfällen mit Pedelecs verletzten Personen (von 537 auf 518; minus 3,5 Prozent). Die Zahl der Getöteten verdoppelte sich jedoch von drei auf sechs.

Fußgänger waren wieder häufiger an Verkehrsunfällen beteiligt (Zunahme von 447 auf 453 oder plus 1,3 Prozent) und es wurden mehr Personen verletzt (Anstieg um 8,2 Prozent von 292 auf 316). Die Zahl der getöteten Fußgänger entwickelte sich negativ (Zunahme von vier auf zehn).

Zu den Hauptrisikogruppen zählen auch Motorradfahrer. 1006 Biker waren in einen Verkehrsunfall verwickelt (Vorjahr 939, plus 7,1 Prozent). Dabei wurden 851 Fahrer beziehungsweise Mitfahrer verletzt (plus 6,6 Prozent). Getötet wurden hier 17 Personen (Vorjahr 23). Hauptunfallursache in diesem Bereich ist nach wie vor nicht angepasste beziehungsweise überhöhte Geschwindigkeit.

Mehr Einsätze auf den Schulwegen

Die Zahl der Schulwegunfälle erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr von 37 auf 56, wobei aber zugleich die Anzahl der dabei verletzten Schüler von 62 auf 58 zurückging (davon 52 „nur“ leicht verletzt). Getötet wurde kein Kind auf dem Schulweg.

Bei den unfallbeteiligten Senioren (65 Jahre und älter) stellt die Polizei eine negative Entwicklung bei der Gesamtunfallzahl (3667 Unfälle; Vorjahr 3604 Unfälle) und bei den getöteten Senioren (26 Getötete, Vorjahr: 23 Getötete) fest. Positiv fällt der Trend bei den verletzten Senioren (1087 Verletzte; Vorjahr 1124) aus.

Bei der Risiko-Zielgruppe der jungen Erwachsenen (ein bis 24 Jahre) ist die Gesamtunfallzahl (3059 Unfälle; Vorjahr 2803) und die Anzahl der Verletzten (921 Verletzte; Vorjahr: 816) ansteigend. Mit vier Getöteten (Vorjahr: 13) konnte die positive Entwicklung der letzten Jahre bei der jungen Generation wieder fortgesetzt werden.

Berauscht am Steuer

Alkohol- beziehungsweise Drogeneinfluss sind nach Angaben der Ermittler nach wie vor Ursachen für viele, insbesondere schwere Verkehrsunfälle. Im Bereich des Polizeipräsidiums wurden daher von den Dienststellen im Jahr 2021 zahlreiche Alkohol- und Drogenkontrollen durchgeführt, bei denen 1543 (Vorjahr 1480) Fahrten unter Alkoholeinfluss sowie 660 (Vorjahr: 710) Fahrten unter Drogeneinfluss entweder als Straftat der Staatsanwaltschaft vorgelegt bzw. im Falle einer Ordnungswidrigkeit entsprechende Bußgeldverfahren eingeleitet wurden.

Der Einsatzbereich: Von Altötting bis Weilheim

Das Polizeipräsidium Oberbayern Süd umfasst die Stadt Rosenheim sowie die Landkreise Rosenheim, Miesbach, Berchtesgadener Land, Traunstein, Altötting, Mühldorf, Weilheim-Schongau, Bad Tölz-Wolfratshausen und Garmisch-Partenkirchen. Zusätzlich betreut er im Bereich der Landkreise Starnberg, Erding und München sowie der Stadt München knapp 60 Autobahnkilometer als Übertragungsbereich. Das Straßennetz beläuft sich auf eine Länge von rund 15500 Kilometern.

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