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Vor der Tat Alkohol und andere Drogen konsumiert

Überfall mit Softair-Pistole in Rosenheim: Angeklagte googelten nach offener Tankstelle

Das Fahndungsfoto der Polizei nach dem Überfall auf die Tankstelle.
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Das Fahndungsfoto der Polizei nach dem Überfall auf die Tankstelle.
  • VonMonika Kretzmer-Diepold
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Ein maskierter 17-Jähriger bedrohte die Kassiererin einer Tankstelle in der Äußeren Münchener Straße in Rosenheim mit einer Softair-Pistole, die seinem Mittäter (22) gehörte. Die Männer müssen sich jetzt deswegen vor Gericht verantworten.

Traunstein/Rosenheim„Kasse auf, Geld her“, befahl der 17-Jährige der Kassiererin. Der Überfall scheiterte, niemand wurde verletzt.

Seit Mittwoch, 18. August, müssen sich die beiden Angeklagten wegen versuchter schwerer räuberischer Erpressung vor der Jugendkammer Traunstein mit Vorsitzender Richterin Heike Will verantworten.

Der 17-Jährige, den Rechtsanwalt Alexander Kohut aus Rosenheim verteidigt, räumte die Tat am 26. Februar 2021 gegen 23.12 Uhr ein. Er bestätigte die Vorwürfe von Staatsanwalt Ramin Filipov ohne Einschränkungen.

Alkohol und Drogen vor der Tat konsumiert

Der Jugendliche schilderte, am Nachmittag habe man sich mit zwei weiteren jungen Männern bei ihm zuhause in einem Dorf bei Rosenheim getroffen. Er und der 22-Jährige hätten Drogen und Alkohol konsumiert. Der 17-Jährige wörtlich: „Ich habe Geld gebraucht für die Sucht.“ In der Wohnung sei der Plan entstanden, eine Tankstelle zu überfallen. Der 22-Jährige sei bereit gewesen, ihm seine Gaspistole zu leihen. Er, so der 17-Jährige, habe im Internet nach einer nachts noch geöffneten Tankstelle gegoogelt.

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In der Tankstelle forderte der 17-Jährige, getarnt mit Maske und einer ins Gesicht gezogenen Kapuze sowie der Pistole in der Hand: „Kasse auf, Geld her“. Dabei schob er den 22-Jährigen zur Seite. Die Kassiererin (47) erwiderte, sie könne die Kasse nicht öffnen. Ihr Kollege wählte den Notruf. Währenddessen verschwanden die Angeklagten ohne Beute. Die ungeladene Waffe, die einer echten täuschend ähnlich sah, entsorgte der 17-Jährige in einem Gully, wie er gestern erklärte.

Im Alter von 12 Jahren angefangen, Cannabis zu konsumieren

Der 22-Jährige mit Verteidiger Dr. Georg Karl aus Regensburg zur Seite lieferte zunächst eine andere Version. Nach einem Rechtsgespräch, bei dem die Jugendkammer im Fall eines Geständnisses eine Strafe zwischen drei Jahren drei und drei Jahren neun Monaten zusagte, schloss sich der 22-Jährige den Ausführungen des 17-Jährigen an. Von dem Tatertrag hätte sein Mandant Marihuana erwerben wollen. Angesichts der Geständnisse verzichtete die Jugendkammer auf mehrere Zeugen.

Vorsitzende Richterin Heike Will verlas die Ergebnisse von Haargutachten zum Drogenkonsum. Bei dem 22-Jährigen steht neben einer Freiheitsstrafe eine Unterbringung zum Entzug im Raum. Probleme in der Kindheit gab es auch bei dem 17-Jährigen. Er hatte im Alter von zwölf Jahren mit Cannabis begonnen. Eine schwere Suchtstörung liege jedoch nicht vor, betonte ein Gutachter.

Der Prozess wird am Freitag, 20. August, fortgesetzt. Mit einem Urteil wird noch am gleichen Tag gerechnet.

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