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VORARBEITEN FÜR BAHN-NEUBAUSTRECKE

Tuntenhausen: Bohrungen für Brenner-Nordzulauf

Bei Loitersdorf nimmt die Deutsche Bahn aktuell Bodenproben für eine Trasse des Brenner-Nordzulaufs. Weitere Bohrungen sind in der Gemeinde Tuntenhausen geplant.
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Bei Loitersdorf nimmt die Deutsche Bahn aktuell Bodenproben für eine Trasse des Brenner-Nordzulaufs. Weitere Bohrungen sind in der Gemeinde Tuntenhausen geplant.

In Lorenzenberg laufen die Vorbereitungen für die Arbeiten an der Bahnstrecke Ostermünchen-Grafing für den Nordzulauf zum Brenner-Basistunnel. Vorgesehen ist eine zweigleisige Neubaustrecke.

Großkarolinenfeld/Tuntenhausen/Aßling – Über Feldwege und durch den Wald führt der Weg bei Lorenzenberg (Gemeinde Aßling). Nahe der Bahngleise ist Lärm zu hören, aber es ist etwas Anderes als das laute Geräusch der Züge, die regelmäßig vorbeifahren. Arbeiter mit Gehörschutz stehen dort.

Mit einem nach oben ragenden Gestänge, montiert am Aufbau eines schon etwas älteren blauen Unimog, werden neben den Gleisen senkrecht Rohre in den Boden getrieben. Unten eine Art Bohrkopf mit Hartmetallstiften, die ersetzt werden können.

Voraussetzungen im Untergrund werden geprüft

Hintergrund der Arbeiten sind die Vorbereitungen an der Bahnstrecke Ostermünchen-Grafing für den Nordzulauf zum Brenner-Basistunnel. Vorgesehen ist eine zweigleisige Neubaustrecke. Wo diese genau liegen könnte, wird derzeit untersucht. Neben Aspekten wie Naturschutz, Trinkwasser oder Siedlung (Lärmschutz) geht es auch um die Voraussetzungen im Untergrund. Und deshalb wird an verschiedenen Stellen gebohrt. Jetzt hatte die Bahn zum offiziellen Auftakt zu einer Ortsbesichtigung geladen.

Boden auf Risiken erkunden

Erkundet werden soll der Boden in Bezug auf mögliche Risiken für die Genehmigung, aber auch für den Bau und den Betrieb. Vorgesehen sind laut Bahn Arbeiten in den Kommunen Aßling, Emmering, Grafing, Bruck, Ebersberg und Tuntenhausen, fünf Erkundungsbohrungen bis 20 Meter Tiefe und 15 „Rahmenkernsondierungen“ mit geringem Umfang bis zehn Meter im Boden. „Die Bohrpunkte stellen aber keine Vorwegnahme eines späteren Trassenverlaufs dar“, sagt Bahnsprecher Anton Knapp.

Zuvor waren bereits vorhandene Daten gesichtet worden, so Geologe Carsten Bannwart beim Ortstermin. Baugutachten, Ergebnisse beispielsweise von Geothermieuntersuchungen, Karten von Kiesgruben oder Steinbrüchen. Gebohrt wird jetzt über mehrere Wochen an den verschiedenen Standorten auf Bahngrund oder Grundstücken im Eigentum der öffentlichen Hand. Nur in Ausnahmefällen würden Grundstücke von Privateigentümern genutzt, „natürlich jeweils in Absprache“.

Aufteilung der Proben in Kisten

Das Rohr des Bohrers hat einen Durchmesser von rund 25 Zentimetern. Nach unten in der Tiefe kann der Durchmesser auch geringer werden. Was aus dem Boden geholt wird, landet zunächst sauber aufgereiht in Kisten. Ermittelt werden nach ersten Bohrungen zunächst der Oberboden, Nagelfluh, Schotter und Grundwasserschichten. Auch unterschiedliche Farben sind in den Proben zu erkennen.

Die Proben kommen anschließend zu näheren Untersuchung in ein Labor. Die Ergebnisse werden ausgewertet. Im Sommer sollen die Resultate vorliegen. Überraschungen gibt es derzeit wohl nicht. Und es gebe auch keinen Verdacht, dass irgendetwas kontaminiert sei, sagt der Geologe. Heißt: Keine Altlasten.

Weitere Nachrichten rund um das Thema finden Sie auf unserer Themenseite „Brenner-Nordzulauf“.

Man wolle die Bohrstellen so hinterlassen, wie man sie vorgefunden habe. Überschüssiges Material könne man ganz normal entsorgen. Entstehen soll aus den Resultaten ein dreidimensionales Modell, das von allen Seiten betrachtet werden könne. Mit zusätzlichen Informationen soll dieses Modell Stück für Stück erweitert werden.

Bautechnisch sollte alles lösbar sein

Zur Frage nach möglichen geologischen Problemen für den Trassenbau meinte Projektleiter Dieter Müller: „Wir müssen mit dem zurechtkommen, was wir finden. Wir gehen davon aus, dass es nichts gibt, was bautechnisch nicht lösbar wäre.“ Und: „Wir sind in einer frühen Planungsphase.“

Das gesamt Verfahren solle offen und transparent sein. Dazu auch die Dialogforen mit entsprechender Beteiligung. Die Ergebnisse sollen dargestellt werden mit der Möglichkeit für Bürger, Vorschläge einzureichen. Wie das ablaufen soll, ist offen. „Vor Corona hätten wir eine Turnhalle gemietet“, sagt Müller.

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