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Wiesen und Felder in Flammen

Trockenheit und Dürre halten Feuerwehren in der Region auf Trab

Auf einem Feld zwischen Ried und Pulvermühle ist am Donnerstag ein Feuer ausgebrochen.
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Auf einem Feld zwischen Ried und Pulvermühle ist am Donnerstag ein Feuer ausgebrochen.
  • Jens Kirschner
    VonJens Kirschner
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Gleich drei Flächenbrände mussten die Feuerwehren in der Region Rosenheim in den vergangenen Tagen löschen. Er herrscht Waldbrandgefahr. Noch gibt sich der Rosenheimer Kreisbrandrat Richard Schrank in dieser Sache einigermaßen unbesorgt. Aber die Wetterlage spricht eher für das Gegenteil.

Rosenheim – Es herrscht Dürre im Freistaat, trotz winterlicher Temperaturen während der Nacht. Für einen Großteil des Landkreises gilt – Stand gestern – die Waldbrand-Gefahrenstufe drei auf der fünfstufigen Skala. Auch die Feuerwehren der Region rückten bereits zu ersten Bränden auf trockenem Terrain aus. Und laut der Meteorologen ist für kommenden Tage wettertechnisch keine Änderung in Sicht.

Fünf Meter hohe Flammen

In Stephanskirchen geriet am Donnerstag ein Feld in Brand. Ursache bislang: unbekannt. Beim Eintreffen schlugen den Kräften jedoch schon fünf Meter hohe Flammen entgegen, wie die Polizei berichtet. Das Feuer konnten die Brandbekämpfer noch rechtzeitig eindämmen, bevor es auf umliegende Gebäude übergreifen konnte. Dabei half auch ein 24-jähriger Ortsansässiger, der mit seinem Traktor eine Schneise zog, um die Flammen einzugrenzen.

40 Quadratmeter in Flammen

In Niederaudorf ist die dortige Feuerwehr am Mittwochnachmittag zu einem Wiesenbrand ausgerückt. Beim Eintreffen der neun Feuerwehrkameraden stand eine Fläche von etwa 40 Quadratmetern in Flammen, wie der Kommandant der Feuerwehr Niederaudorf, Leonhard Weißenbacher, berichtet.

Das Feuer hätten seine Kameraden jedoch bereits nach zehn Minuten unter Kontrolle bringen können. Verursacht hatte es wohl der Grundbesitzer selbst, mit einer Zigarette, die er auf dem trockenen Boden austreten wollte.

Drei Stunden im Einsatz

Im Vagener Sterneck ist am Mittwoch ein Daxenfeuer außer Kontrolle geraten. 40 Mitglieder der Feuerwehren Vagen, Feldolling und Feldkirchen-Westerham waren in dem unwegsamen Gelände für etwa drei Stunden im Einsatz, um den Brand zu löschen. Nach Angaben der Feuerwehr Vagen sind etwa 800 Quadratmeter Fläche abgebrannt. Verletzt wurde niemand.

Dennoch: Für die Region Rosenheim ist deren oberster Brandbekämpfer, Kreisbrandrat Richard Schrank, noch nicht sonderlich besorgt: „Sicher, es ist trocken, und die Sonneneinstrahlung tut ihr Übriges. Aber die Situation ist noch nicht so dramatisch, dass man bereits Verbote aussprechen müsste“, sagt Schrank.

Luftbeobachter im Einsatz

Auch die Brände der vergangenen Tage gehörten zum „Standardgeschäft“ der Wehren, auf welches die Kameraden vorbereitet seien. Der Kreisbrandrat zieht einen Vergleich zu Bahnstrecken, an denen trockene Sträucher oder ähnliche Gewächse am Rand der Gleise auch immer mal wieder in Flammen aufgingen. Erst bei der kommenden Waldbrand-Gefahrenstufe vier würden die Behörden aktiv und die Feuerwehren über die besondere Situation informiert.

Ebenso würden ab diesem Niveau Luftbeobachter in ihren Maschinen losgesandt, um das Geschehen in den Waldgebieten von oben zu beobachten. Seit dem gestrigen Freitag hat die Regierung von Oberbayern solche Flugzeuge im Einsatz, um Waldflächen zu kontrollieren. Dies ist allerdings derzeit begrenzt auf die Landkreise Traunstein, Mühldorf, Eichstätt, Neuburg-Schrobenhausen sowie Altötting, Berchtesgadener Land und Pfaffenhofen.

Geringe Niederschlagswahrscheinlichkeit

Schranks Einschätzung bezieht sich natürlich auf die aktuelle Situation, wie auch der Kreisbrandrat selbst betont. „Das kann sich im Laufe der kommenden Woche auch ändern.“

Ähnlich sieht dies der Meteorologe Dr. Guido Wolz von der Münchener Dependance des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Die Wetterlage sei relativ stabil, wie die Wetterkundler derzeit anhand ihrer Modelle prognostizieren.

Lediglich für Mitte kommender Woche bestehe die Möglichkeit, dass es zum ein oder anderen Niederschlag kommen könnte, sagt Wolz. Auch dies sei jedoch mit Vorsicht zu genießen. Aber generell müsse man sich noch ein wenig gedulden, bis die Böden wieder von oben benetzt würden.

Lage nicht ungewöhnlich

Für den Wetterforscher ist die derzeitige Trockenheit jedoch nichts Ungewöhnliches. Gerade im Frühjahr und hier in den Monaten Februar und März erwarten Wolz und seine Kollegen die niedrigsten Niederschläge im Jahresverlauf. Im Sommer regne es deutlich häufiger.

Auch der Blick in die Wetteraufzeichnungen zeigte hier nichts anderes. Auch in der Jahren 2003, 2012 und 2014 sei es in Bayern sehr trocken gewesen, berichtet Wolz. „Solche besonders niedrigen Niederschlagsmengen kommen immer wieder mal vor“, sagt der Meteorologe.

Forstministerin mahnt zur Vorsicht

Ob der Situation warnt Bayerns Forstministerin Michaela Kaniber am gestrigen Freitag vor der erhöhten Waldbrandgefahr im Freistaat. Sie appellierte an alle Waldbesucher, sich unbedingt an das geltende Rauchverbot im Forst zu halten. Auch Autofahrer sollten Obacht gaben und keinesfalls auf leicht entzündlichem Untergrund parken. Waldbesitzern legt Kaniber ans Herz, auf Daxenfeuer zu verzichten, also bei Waldarbeiten anfallendes Holz, Reisig oder Kronenmaterial nicht zu verbrennen.

In Niederaudorf musste die Feuerwehr am Mittwochnachmittag zu einem Wiesenbrand ausrücken.

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