Trinkwasser abkochen: Vogtareuther Wasser erneut mit Keimen belastet

Trinkwasser (Symbolfoto)
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Die Trinkwasser-Abkochverfügung für den Samerberg, Vogtareuth und Bad Aibling ist aufgehoben.

Weil im Trinkwasser in Vogtareuth, Bad Aibling und am Samerberg bei routinemäßigen Kontrollen Keime im Trinkwasser gefunden worden waren, galt seit dem 17. August eine Abkochverfügung. Sie wurde zunächst für alle drei Gemeinden wieder aufgehoben. In Vogtareuth muss jetzt aber wieder abgekocht werden.

Update 11. September:

Vogtareuth: Es muss wieder abgekocht werden

Pressemitteilung des Landratsamtes Rosenheim

Im Versorgungsnetz des Wasserbeschaffungsverbandes Vogtareuth wurde erneut eine mikrobiologische Belastung festgestellt. Die Bürgerinnen und Bürger sind daher aufgefordert, das Trinkwasser abzukochen.

In der ersten Nachuntersuchung nach Beendigung der Chlorung am 3. September wurden bei einer Probennahme bis zu acht coliforme Bakterien im Leitungsnetz und zwei Enterokokken in der Wasserreserve gemessen.

Somit muss eine erneute Desinfektion des Leitungsnetzes durchgeführt werden. Das Netz gilt als desinfiziert wenn 0,1mg/L Chlor im gesamten Leitungsnetz nachgewiesen werden. Bis dieser Wert erreicht ist, ist das Wasser zur weiteren Verwendung nur in abgekochten Zustand zu verwenden.

Das Landratsamt Rosenheim hat daher einen Bescheid für eine Abkochverfügung mit anschließendem Chlorgebot zu erlassen.

Update 03. September:

Trinkwasser: Chlorierung in Vogtareuth beendet

Vogtareuth – Aufatmen beim Wasserbeschaffungsverband, beziehungsweise dessen Vorsitzenden Sepp Oberberger: Die Chlorierung des Trinkwassers ist nun auch in Vogtareuth beendet.

Seit dem 3. September ist kein Zusatz mehr nötig. Wie berichtet, waren bei einer Probe, gezogen in Eglham, coliforme Keime festgestellt worden. „Es war ein Leitungsproblem, kein Brunnenproblem, denn dort war die Probe völlig in Ordnung“, so Oberberger. Für ihn ein Zeichen dafür, dass die Landwirte rund um den Brunnen sauber arbeiten, „auch der Nitratwert ist heuer niedriger als im Vorjahr.“ Die Ursache der Verkeimung sei nicht gefunden, das aber normal, so der Vorsitzende des Wasserbeschaffungsverbands. Der Verband spült jetzt die Leitungen mit klarem Wasser durch, zusammen mit dem Wasserverbrauch der Haushalte sollte das laut Oberberger dazu führen, dass spätestens am Sonntag keinerlei Chlor mehr im Trinkwasser sei.

Update 25. August, 16.30 Uhr

Abkochverfügung für den Samerberg aufgehoben

Samerberg – Wie die Gemeinde Samerberg mitteilt, ist die für viele Teile der Gemeinde Samerberg geltende Abkochverfügung von Trinkwasser mit sofortiger Wirkung aufgehoben. Die Entscheidung fiel nach umfangreichen Labor-Prüfungen und in enger Abstimmung mit dem Wasserwirtschaftsamt Rosenheim, wie die Gemeinde mitteilt.

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Update 21. August, 12.50 Uhr

Trinkwasser in Bad Aibling muss nicht mehr abgekocht werden

Mitteilung der Stadt Bad Aibling

Seit Donnerstag, dem 13.08.2020 wird dem Trinkwasserleitungsnetz der Stadtwerke Bad Aibling aufgrund der mitgeteilten Verunreinigungen Chlor zugegeben. Der erforderliche Chlorgehalt konnte mittlerweile an allen Messpunkten im Leitungsnetz erreicht werden. Somit ist die desinfizierende Wirkung des Chlors sichergestellt.

Daher kann in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt Rosenheim ab heute den 21.08.2020 die Abkochverfügung für das Trinkwasser in Bad Aibling aufgehoben werden

Hinweise für die Verbraucher aufgrund der Chlorung des Trinkwassers:

- Grundsätzlich ist gechlortes Wasser, wie es ab heute Nachmittag angeboten wird, völlig unbedenklich - Die Chlorung ist ein amtlich zugelassenes Verfahren zur Desinfektion des Trinkwassers. Bei Konzentrationen von 0,1 bis 0,3 mg Chlor/Liter Wasser ist mit keinerlei negativen Auswirkungen auf die Gesundheit zu rechnen. -Schwangere und Säuglinge können auf Mineralwasser umsteigen, um eine gesundheitliche Beeinträchtigung völlig auszuschließen -Kaffee und Tee kann mit gechlortem Wasser gekocht werden -Tiere können das gechlorte Wasser unbedenklich trinken

Über die Dauer der Chlorung entscheidet das Staatliche Gesundheitsamt Rosenheim. Die Stadtwerke Bad Aibling stehen in engem Kontakt mit dem Gesundheitsamt, um die Dauer der Chlorung auf das erforderliche Minimum zu beschränken.

Update 19. August

Abkochverfügung in Vogtareuth aufgehoben

Die Abkochverfügung für die Gemeinde Vogtareuth ist vom Landratsamt Rosenheim aufgehoben worden. Nach Angaben des Wasserbeschaffungsverbandes Vogtareuth sind im gesamten Netz mindestens 0,1 Milligramm Chlor pro Liter Wasser nachgewiesen worden – ein ausreichender Wert, um die Keimbelastung im Vogtareuther Trinkswasser zu beseitigen.

Die Abkochverfügung war am Montag dieser Woche erlassen worden, nachdem in Trinkwasserproben Enterokokken und Coliforme Keime nachgewiesen worden waren.

Die Abkochverfügung für den Samerberg (s. unten) ist laut Angaben auf der Website der Gemeinde weiterhin in Kraft.

Auch in Bad Aibling gilt weiterhin eine Abkochverfügung. Die Gemeinde hat zwar begonnen, das Wasserleitungsnetz zu chloren, um die gefunden Keime abzutöten. Es seien aber noch nicht überall die erforderlichen Messwerte erreich, berichtete die Stadt am Mittwoch (19. August).

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Wie kocht man keimbelastetes Trinkwasser richtig ab – und wofür darf es verwendet werden?

Es wird empfohlen, das Wasser für folgende Zwecke mindestens 5 Minuten lang sprudelnd kochen zu lassen, um die Keime effektiv abzutöten. Trinkwasser, das für folgende Zwecke gedacht ist, sollte bei Keimbelastung abgekocht werden:

  • zum Trinken, sowie zur Zubereitung von Getränken
  • zur Zubereitung von Nahrung, insbesondere für Säuglinge, alte und kranke Personen
  • zum Abwaschen von Salaten, Gemüse und Obst
  • zum Spülen von Gefäßen und Geräten, in denen Lebensmittel zubereitet oder aufbewahrt werden, es sei denn, es werden Geschirrspülmaschinen verwendet
  • zum Zähneputzen und zur Mundpflege
  • für medizinische Zwecke (Reinigung von Wunden, Nasenspülung etc.)
  • zum Herstellen von Eiswürfeln und Kühlung von Getränken

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Die Erstmeldung vom 17. August

Trinkwasser-Abkochverfügung für Vogtareuth

Die Meldung des Landratsamtes Rosenheim im Wortlaut: In Teilen von Vogtareuth sind die Bürgerinnen und Bürger aufgerufen, das Trinkwasser abzukochen. In Trinkwasserproben waren Enterokokken und Coliforme Keime nachgewiesen worden. Ursache könnten eine kürzlich abgeschlossene Baumaßnahme oder die Starkregenereignisse der vergangenen Wochen sein. Um das Leitungssystem zu reinigen, wird zudem Chlor zugefügt.

Nach Angaben des Wasserbeschaffungsverbandes Vogtareuth gilt die Abkochverfügung für den Hauptort Vogtareuth sowie für folgende Ortsteile und Straßen: Am Kapellenfeld, Kapellenweg, Kreuzstraße, Haid, Eglham, Gewerbegebiet, Winkl, Ried, Lueg und Weikering Hausnummer 9, 15 und 17.  Nicht betroffen sind die Schön-Klink und Reuther Feld, weil sie ihr Trinkwasser aus der gemeindlichen Wasserversorgung erhalten.

Trinkwasser-Abkochverordnung für den Samerberg

Die Meldung der Gemeinde Samerberg (Bürgermeister Georg Huber) im Wortlaut: Heute haben wir den Prüfbericht zur Untersuchung unseres Trinkwassers erhalten. Dieser weist im mikrobiologischen Bereich einen Messwert auf, der die Grenzwerte überschreitet. Die Ursachen sind noch nicht bekannt.

Um für Sie als Abnehmer jegliches Risiko auszuschließen, verfüge ich ab sofort eine Abkochverfügung. Diese gilt für Trinkwasser und Wasser, das für Lebensmittelzwecke verwendet wird. Da ein Teil des Gemeindegebiets von der Quelle Steinkirchen (Hochzone) gespeist wird, sind folgende Ortsteile von dieser Verfügung nicht betroffen: Steinkirchen, Dorfen, Thal, Oberleiten, Unterleiten, Laberg, Wiesholz, Taxa, Sattelberg, Obersulzberg, Obereck, Untereck, Zur Aussicht (Haus-Nr. 18-40), Am Steig.

Die weiteren Maßnahmen werden von der Gemeinde gemeinsam mit den zuständigen Fachbehörden (Gesundheitsamt Rosenheim, Landratsamt Rosenheim – Sachgebiet Wasserrecht) abgestimmt. Sobald die Kontrolluntersuchungen einen unbedenklichen Wert erreichen, werden wir Sie umgehend verständigen. Weitere Informationen erhalten Sie auf der Internetseite der Gemeinde Samerberg.

Bitte geben Sie diese Informationen auch an ihre Nachbarn weiter.

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