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Wasser wird weiter gechlort

Abkochverfügung aufgehoben: Ursache für verunreinigtes Trinkwasser im Inntal geklärt

Die Förchenbachquellen (hier die Quellfassung) sind durch die starken Niederschläge verunreinigt worden.
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Die Förchenbachquellen (hier die Quellfassung) sind durch die starken Niederschläge verunreinigt worden.
  • Barbara Forster
    VonBarbara Forster
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Die Trinkwasser-Abkochverfügung für die Gemeinden Brannenburg, Degerndorf, Flintsbach und Raubling ist aufgehoben. Grund waren starke Regenfälle.

+++ Update vom 30. September, 16.30 Uhr +++

Brannenburg/Flintsbach/Raubling – Nach sieben Tagen hat das Landratsamt Rosenheim die Abkochverfügung für die Gemeinden Brannenburg, Degerndorf, Raubling und Flintsbach aufgehoben. Zur Sicherheit wird das Trinkwasser auch noch in den kommenden Tagen gechlort.

Die Abkochverfügung wurde am 23. August erlassen (wir berichteten). Der Grund war eine Trinkwasserverunreinigung beim Wasserbeschaffungsverband Degerndorf.

Starke Regenfälle sorgten für Probleme

Zum Hintergrund: Durch starke Regenfälle konnte Oberflächenwasser in eine Quelle im Förchenbachtal eintreten und zum Tal gefördert werden. Normalerweise wird das verschmutzte Trinkwasser aus dem Wasserzyklus ausgeleitet.

Das ist auch dieses Mal passiert. Aufgrund einer regelungstechnischen Verzögerungszeit kam es nichtsdestotrotz zu einer Verunreinigung des Wassers, heißt es in einer Pressemitteilung. Durch die Trübung des Wassers aufgrund der Verschmutzung konnte eine nachgeschaltete UV-Anlage das Trinkwasser nicht ausreichend desinfizieren.

Nachdem die Verunreinigung bekannt wurde, wurde die Quelle sofort vom Netz genommen. Die zuständigen Behörden arbeiten gerade an Lösungsansätze zur Vermeidung zukünftiger Störungen. In den vergangenen sieben Tage wurde das Wassernetz gechlort. Die Chlorung wird auch in den kommenden Tagen aufrecht erhalten. Die zugelassenen Konzentrationen von Chlor liegt bei 0,1 bis 0,3 Milligramm Chlor pro Liter Wasser. Es kann zu Geruchs- und Geschmacksveränderungen des Wassers kommen, die jedoch keine Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Auch die Zubereitung von Babynahrung mit gechlortem Wasser sei unbedenklich, heißt es vonseiten des Wasserbeschaffungsverbandes.

++++Der Ursprungstext++++

Weil das Quellgebiet durch die starken Niederschläge in den vergangenen Tagen verunreinigt wurde, hat das Landratsamt Rosenheim am Montag eine Abkochverfügung erlassen: Alle Bürger aus den Gemeinden Brannenburg, Degerndorf, Raubling und Flintsbach müssen ab sofort ihr Trinkwasser abkochen (wir berichteten).

Erste Proben entnommen

Auf Nachfrage erklärt Ina Krug, Sprecherin des Landratsamtes Rosenheim, dass bereits erste Proben entnommen wurden. „Das Ergebnis der Proben zeigte Grenzwertüberschreitungen für Escherichia coli, Eterokokken und Coliforme Bakterien. Die Keime weisen auf frische oder auch länger zurückliegende fäkale Verschmutzungen hin.“

Lesen Sie auch: Starkregen verunreinigt Trinkwasser in Brannenburg, Flintsbach, Degerndorf und Raubling

Wie die Keime in die Förchenbachquellen hineingelangten, werde derzeit noch untersucht. Die Verschmutzung sei laut Krug bei routinemäßigen Untersuchungen festgestellt worden.

„Die Landwirtschaft ist nicht schuld an den Verschmutzungen“, betont Rüdiger Langanke, Vorsitzender des Wasserbeschaffungsverbands Degerndorf.

Lesen Sie auch: Massenhaftes Fischsterben im Förchenbach bleibt weiterhin ungelöst

Auch das Wasserwirtschaftsamt Rosenheim, welches das Gesundheitsamt und den Wasserbeschaffungsverband Degerndorf unterstützend berät, versichert, dass das Einzugsgebiet der Förchenbachquellen vorwiegend forstwirtschaftlich geprägt sei. Eine intensive landwirtschaftliche Nutzung finde dort nicht statt, teilt Behördenleiter Tobias Hafner auf Nachfrage mit. Langanke vermutet, dass die Verunreinigungen von Eintragungen des Wildbestands herrühren. Behördenleiter Hafner weist aber darauf hin, dass auch undichte Rohre Schuld am verschmutzten Quellwasser sein könnten.

Chlorungen weiterhin nötig

Solange das Wasser unrein ist, müsse das Ortsnetz gechlort werden: „Das Netz gilt als desinfiziert, wenn 0,1 Milligramm pro Liter Chlor im gesamten Leitungsnetz nachgewiesen werden. Bis dieser Wert erreicht ist, kann das Trinkwasser zur weiteren Verwendung nur in abgekochtem Zustand genutzt werden“, warnt Krug. Wenn das Wasser zum Trinken, Zähneputzen oder zum Abwaschen von Salaten, Obst oder Gemüse verwendet wird, müsse dieses sprudelnd abgekocht und mindestens zehn Minuten abgekühlt werden. Dadurch werden eventuelle Keime wirksam abgetötet.

„Sobald das Trinkwasser nicht mehr abgekocht werden muss, wird entsprechend darüber informiert“, sagt Krug. Die Chlorung der Leitungen im Ortsnetz erfolge solange, bis Ergebnisse zur möglichen Ursache vorliegen, informiert die Pressesprecherin. Laut Langanke könne dies noch mindestens 14 Tage dauern.

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