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OVB-Serie „Landwirtschaft im Wandel“

Tradition an allen Ecken und Enden – beim bunten Marktangebot in und um Rosenheim

Der Rosenheimer Ludwigsplatz verwandelt sich jedes Jahr in die Schmankerlstraße. Sie ist einer der bekanntesten Märkte in der Region.
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Der Rosenheimer Ludwigsplatz verwandelt sich jedes Jahr in die Schmankerlstraße. Sie ist einer der bekanntesten Märkte in der Region.
  • Alexandra Schöne
    VonAlexandra Schöne
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Bayern ist in ganz Deutschland bekannt für seine alten Traditionen. Dazu gehören auch regionale Märkte aller Art. Welche in der Region Rosenheim besonders herausragen, haben wir für die elfte Folge der Serie „Landwirtschaft im Wandel“ zusammengetragen.

Rosenheim – Die Region Rosenheim ohne ihre Traditionsmärkte? Das kann und will sich Josef Steingraber gar nicht vorstellen. „Sie gehören zu unserem Leben und unserer Identität dazu“, sagt der Chef der Rosenheimer Geschäftsstelle des Bauernverbandes. Auf solchen Märkten mit ihren regionalen Ausstellern, der Blasmusik und dem Miteinander, lasse man die „bayerische Lebenskultur hochleben“. Möglichkeit dazu gibt es im Landkreis genug.

Schmankerlstraße in Rosenheim

Wurst und Fleisch, Milch und Käse, Obst und Gemüse, Fisch, Honig, Spirituosen, Seifen und Wollprodukte: Diese Liste könnte man hier noch weiterführen. Bei der Rosenheimer Schmankerlstraße auf dem Ludwigsplatz ist viel geboten. Jedes Jahr besuchen „königliche Gäste“ den Markt: die Bad Feilnbacher Apfelkönigin beispielsweise, oder auch die Bayerischen Milch-, Honig- und Wollköniginnen.

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Auf dem Ludwigsplatz gibt es nicht nur Lebensmittel zum Probieren und Kaufen. Auch Tiere wie Kühe und Schafe stehen zum Anfassen und Kennenlernen bereit – vor der Pandemie jedenfalls. Georg Loferer aus Rohrdorf war bereits fünfmal dabei. Er bietet hauptsächlich Kürbisse an. Ihn reizt die Mischung aus Präsentation und Verkauf. „Man kann die lokale Vielfalt zeigen und den Leuten abgefahrene Sachen ins Bewusstsein rufen“, sagt er. „Abgefahrene Sachen“, das bedeutet in Loferers Fall: Kürbissorten, die sonst nicht so einfach im Supermarkt zu finden sind. „Pink Banana“ hat er im Sortiment, oder auch „Trompete von Albenga“.

Ein Traum für Landmaschinen-Fans: die Josefiausstellung auf dem Gelände der Eder GmbH in Tuntenhausen.

Eder Josefiausstellung in Tuntenhausen

Die Josefiausstellung des Traditionsunternehmens Eder zieht seit rund 50 Jahren Maschinen- und Fahrzeugliebhaber nach Tuntenhausen. Im Schnitt besuchen laut Eder-Marketingchef Klaus Kunert jährlich rund 20.000 Besucher die Ausstellung. Diese hat ihren Ursprung in der Landtechnik mit Bulldogs und Erntemaschinen. Irgendwann kamen Autos hinzu. „Über sieben Automarken stellen mittlerweile bei uns aus“, sagt Kunert. Höhepunkt der Ausstellung ist die Autoschau, bei der Besucher Wägen Probe fahren können. Auf dem 50.000 Quadratmeter großen Messegelände in Tuntenhausen sind aber nicht nur Landmaschinen und Autos zu besichtigen. „In den letzten 10 Jahren sind wir enorm gewachsen“, berichtet Kunert. Rund 500 Maschinen werden jährlich ausgestellt.

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Darunter sind mittlerweile auch Baumaschinen wie Raupen oder Bagger, Küchengeräte, Stapler und Anhänger. Viele Hersteller seien vor Ort und führten den Besuchern ihre Produkte vor. Ein Melkroboter melke zum Beispiel Wasser aus einem künstlichen Euter. Vor dem Gelände gibt es Platz für regionale Hersteller, die unter anderem Lebensmittel wie Honig oder auch Schuhe anbieten. Dass die Josefiausstellung aufgrund der Pandemie bereits zweimal abgesagt werden musste, sei hart. „Bei uns trifft sich die Branche“, sagt Kunert.

Die Apfelpyramide auf dem Apfelmarkt in Bad Feilnbach im Jahr 2019.

Apfelmarkt in Bad Feilnbach

Die Gemeinde Bad Feilnbach ist vor allem für den Apfelmarkt berühmt. Als größter seiner Art im ganzen Freistaat ist er überregional bekannt. Aussteller präsentieren dort schon seit 30 Jahren ihre Ware, oft sind es bis zu 250. Auf dem Markt können Besucher aber nicht nur Äpfel probieren und kaufen.

Es gibt Säfte, Brände und Schnäpse, außerdem Marmeladen, Gelees und Apfelessige. Auch regionale Spezialitäten wie Käse und Speck verkaufen einige Aussteller. Andere bieten Kleidung, Keramik und Malereien an. Außerdem spielen Musikkapellen, Kinder können den Streichelzoo besuchen und auch eine Pferdekutsche steht zur Verfügung. Cornelia Weber, Leiterin des Kur- und Gästeinformationsbüros in Bad Feilnbach, hält den Markt für „eines der größten Aushängeschilder“ der Gemeinde. Dieses Jahr findet er aufgrund der Pandemie nicht statt.

Schaulaufen bei einem Roßtag in Bad Aibling.

Roßtag in Bad Aibling

Der Roßtag in Bad Aibling hat eine lange Tradition. Er existiert seit rund 100 Jahren, hieß aber die meiste Zeit davon Fohlenmarkt. Und das hatte laut Thomas Jahn, Geschäftsführer der Kur- und Tourismusinformation Bad Aibling (Aib-Kur), auch einen bestimmten Grund. Früher, als es noch keine Landmaschinen gab, sei der Markt eine klassische Handelsbörse für Landwirte gewesen. Sie konnten dort Pferde und Fohlen verkaufen oder erwerben. „Weite Teile des Oberlandes haben sich dort getroffen und ausgetauscht“, sagt Jahn. Als die Landwirtschaft zunehmend technisiert wurde, habe der Handelsauftrag des Marktes abgenommen.

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Mitte der der 2000er übernahm die Aib-Kur die Organisation von der Stadt und überarbeitete das Konzept. „Wir wollten mit Partnern aus der Region zeigen, was man mit Pferden im Freizeitbereich alles machen kann“, erklärt er. Von da an hieß der Fohlenmarkt Roßtag und wurde immer mehr zu einem Erlebnistag für Familien – inklusive Vorführungen aus dem Spring- und Wagensport, Verpflegung und Musik. Doch die Zukunft des Roßtages ist ungewiss. Jahn zufolge überlegt die Aib-Kur, ihn nicht mehr auszurichten. „Es ist kein Wachstumspotenzial da, dass zum Beispiel mehr Besucher kommen.“ Die Kosten stiegen, die Auflagen des Veterinäramtes ebenfalls. Eine Entscheidung soll im Herbst fallen.

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