Tote Fuchsbabys geben Rätsel auf – Polizei sucht Tierquäler, Jäger vermutet traurigen Zufall

Ein herzzerreißender Anblick:Die drei toten Füchse in dem Betonring im Waldboden. Polizei
  • Wolfgang Haserer
    vonWolfgang Haserer
    schließen
  • Markus Christiandl
    schließen

Es ist ein Bild, das traurig macht: In einem Waldstück außerhalb von Rosenheim sind in einem Betonring im Boden drei Fuchsbabys qualvoll verendet. Während die Polizei von der Tat eines Tierquälers ausgeht, glaubt der zuständige Hegeringleiter eher an einen unglücklichen Zufall.

Rosenheim – Eine 28-jährige Rosenheimerin, die mit einer Bekannten spazieren war, entdeckte am Samstagmittag zunächst ein totes Fuchsbaby auf einem Trampelpfad in einem Waldstück nahe der Brunnholzstraße. Ein paar Meter weiter sahen die beiden Frauen dann einen Betonring im Waldboden. Im Inneren des Rings lagen Futter – Toastbrot und Fleischreste – und drei weitere tote Welpen.

Spaziergängerin findet tote Tiere

Die Rosenheimer Polizei geht von diesem Tatablauf aus: Unbekannte hätten die Speisereste gezielt in das Betonrohr gelegt, heißt es in einer Pressemitteilung. „Die Tiere sollten vermutlich durch den Geruch angelockt werden. Die Füchse stiegen über die Anhebung des Betonrings und fielen ins Innere. Die Tiere waren nun gefangen, da die Außenwände für sie zu groß beziehungsweise zu hoch waren, um wieder allein herauszukommen. Der oder die Täter müssen dies beim Verteilen der Speisereste gewusst oder zumindest billigend in Kauf genommen haben.“

+++

Tipp der Redaktion: Kennen Sie schon unseren kostenlosen Feierabend-Newsletter? Die Top-Themen der Region um 17 Uhr per E-Mail – sauber ausrecherchiert und aufgeschrieben von Ihrer OVB-Redaktion. Jetzt Newsletter ausprobieren!

+++

Die Polizei Rosenheim führte vor Ort Ermittlungen und Spurensicherungen durch. Fragmente von Fußspuren und Reifenspuren seien im Nahbereich vorhanden. „Ob diese im Zusammenhang mit den Tätern stehen ist noch unklar“, heißt es. Was die Unbekannten dazu bewogen haben könnte, die Tiere auf diese Weise qualvoll zu töten, sei noch nicht geklärt. Empört reagiert Peter Kasperczyk, Vorsitzender der Kreisgruppe des Bund Naturchutz: „Eine schreckliche Geschichte. Der oder die Täter müssen gefunden und schwer bestraft werden.“

Unterdessen will Hegegemeinschaftsleiter Christoph Zillmer von derJägervereinigung Rosenheim nicht an die Geschichte des „Unbekannten Tierhassers“ glauben. „Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass es sich um eine gezielte Tat handelt“, sagt er auf Anfrage der OVB-Heimatzeitung. „Für mich sieht es eher danach aus, als seien die Fuchsbabys eher durch einen unglücklichen Zufall in dem Betonrohr gelandet.“ Aus jagdrechtlicher Sicht mache eine derartige Falle auch keinen Sinn. „Füchse, auch junge Tiere, dürfen das ganze Jahr über bejagt werden. Wir können auch Gitterfallen direkt am Fuchsbau aufstellen.“

Polizei suchtmögliche Zeugen

Auch Franz Sommer, Vorsitzender der Jägervereinigung Rosenheim, will keine voreiligen Schlüsse ziehen. Seit drei Jahrzehnten geht er im Raum Rosenheim auf die Jagd, „aber sollte dahinter tatsächlich eine gezielte Tat stecken, hatten wir so etwas in dieser Art noch nie“.

*

Zur Aufklärung sucht die Polizei Rosenheim Zeugen, die sich unter Telefon 08031/2002200 melden sollen.

Kommentare