Forst- und Holzwirtschaft

TH Rosenheim: Internationales Projekt zur Zukunft – Der Wald in 30 Jahren

Das interdisziplinäre Team der TH Rosenheim besteht aus (von links) Veronika Auer, Dr. Sebastian Hirschmüller, Claudia Bayer und Prof. Sandra Krommes. Auf dem Bild fehlt Dr. Benjamin Engler.
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Das interdisziplinäre Team der TH Rosenheim besteht aus (von links) Veronika Auer, Dr. Sebastian Hirschmüller, Claudia Bayer und Prof. Sandra Krommes. Auf dem Bild fehlt Dr. Benjamin Engler.

Mit der Technischen Hochschule (TH) Rosenheim an der Spitze startet im Frühjahr ein Gemeinschaftsprojekt, bei dem es um die zukunftsweisende Entwicklung der Forst- und Holzwirtschaft in der EU geht. 19 Partner aus acht Ländern sind daran beteiligt, das Projekt ist auf drei Jahre angelegten.

Rosenheim –Die EU fördert das Projekt mit rund 5,2 Millionen Euro. „Wir werden die gesamte Wertschöpfungskette der Wald- und Holzwirtschaft analysieren, um daraus Erkenntnisse für deren nachhaltige Umgestaltung zu gewinnen“, erläutert Veronika Auer, stellvertretende Leiterin des Zentrums für biobasierte Materialien (ZBM) der TH Rosenheim.

Vier Modellregionen auf dem Schirm

Im Mittelpunkt steht dabei die ganzheitliche Betrachtung des Waldes. So bietet dieser Schutz, zum Beispiel vor Lawinen, Menschen erholen sich in ihm und Forstbesitzern dient er als Einnahmequelle, wie Auer ausführt. Verschiedene Aspekte zu vereinen, sei das Hauptziel des Projekts „Oneforest“. Die Wissenschaftler analysieren Szenarien für die kommenden 30 Jahre und liefern dabei Vorschläge. Das Projekt bringt die Kompetenzen des Zentrums für biobasierte Materialien, des Zentrums für Forschung, Entwicklung und Transfer sowie des Fachgebiets Nachhaltige Produktentwicklung und Produktion auf dem Gebiet der Holzwirtschaft und Nachhaltigkeit zusammen.

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Der Nutzen des Waldes für die Gesellschaft, für die Lebensqualität sowie den Klima- und Umweltschutz rücke in den Fokus, verdeutlicht Prof. Sandra Krommes von der TH Rosenheim. Um die verschiedenen Funktionen des Waldes zu untersuchen, betrachtet das Team vier Modellregionen. Dabei sind Unterschiede bei Klima- und Waldbedingungen, Waldwachstum sowie Holzversorgung und -nutzung zu berücksichtigen.

Auch die Holzindustrie soll bei der Umgestaltung mitgenommen werden

Der Wandel der Wälder von Monokulturen zu Mischkulturen, damit diese weniger anfällig gegenüber Schädigungen sind, spielt eine Rolle. Untersucht werden Mittelmeerwälder in Spanien, Alpenwälder in der Schweiz, Wälder in Deutschland sowie nördliche Wälder in Estland. Unter Federführung der TH Rosenheim und der Universität Trento wird im Rahmen des Projektes auch die Einsatzmöglichkeit eines „Holzfaser-Biopolymer-Komposites“ als Bodenabdeckung untersucht.

Es gelte, die Auswirkungen auf Erosion, Bewuchs, Wasserspeicherkapazität, mikrobiologische Aktivität und Bodenstabilisierungspotenzial zu betrachten. Wichtig ist laut Auer, alle Interessensgruppen, insbesondere die Holzindustrie, bei der Umgestaltung der Forstwirtschaft mitzunehmen. Es gelte, mit den Unternehmen der Wertschöpfungskette Perspektiven für die künftige Holznutzung zu erarbeiten.

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