Die Super-Nannys vor Ort

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Familiäre Konflikte nach Trennung, Scheidung oder Arbeitslosigkeit, verhaltensauffällige Kinder, überforderte Eltern - gibt es in den Familien ernste Probleme, ist das ein Fall für die Kinder- und Jugendhilfe. Im Landkreis Rosenheim wurden zum Stichtag Ende 2009 insgesamt 856 erzieherische Hilfen für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bis 27 Jahre gewährt, 79 Hilfen mehr als im Jahr zuvor. In der Stadt Rosenheim waren es 294 Hilfen, fünf mehr als 2009.

Rosenheim/Landkreis - Immer mehr Eltern holen sich Hilfe: Deutschlandweit haben im Jahr 2009 rund 509000 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene erzieherische Hilfen durch das Jugendamt oder in einer Erziehungsberatungsstelle begonnen. Das sind 1,6 Prozent oder 8000 mehr als im Jahr 2008. In Bayern waren zum Stichtag am 31. Dezember 2009 insgesamt 53 958 erzieherische Hilfen im Gang (Vorjahr: 50318), davon entfielen 856 Fälle auf den Landkreis Rosenheim und 294 auf die Stadt, wie aus den jüngst veröffentlichten Zahlen des Landesamtes für Statistik hervorgeht.

Die häufigste Hilfeleistung ist die Erziehungsberatung, die zum Stichtag im Landkreis in 189 Fällen erfolgte. In der Stadt Rosenheim waren es 96 Fälle. Diese schwächste Form der Hilfe unterstützt die Erziehungsberechtigten, ganze Familien oder speziell einzelne Kinder und Jugendliche. Häufige Beratungsgründe sind Belastungen der Heranwachsenden durch familiäre Konflikte, eingeschränkte Erziehungskompetenz der Eltern oder Probleme in der Schule oder im Beruf.

Konkrete Hilfen sind da die soziale Gruppenarbeit, die helfen soll, Entwicklungsauffälligkeiten und Verhaltensprobleme durch soziales Lernen in der Gruppe zu überwinden. Ende 2009 befanden sich im Landkreis sechs Heranwachsende in dieser Hilfeart, in der Stadt waren es sieben. Einzelbetreuung gab es in 61 (Landkreis) und sieben Fällen (Stadt). Die Erziehung in einer Tagesgruppe nutzten im Landkreis Rosenheim schließlich 16 Mädchen und Jungen, in der Stadt gab es diese Form nicht.

Familiärer geht es bei der sozialpädagogischen Familienhilfe zu. Ähnlich der TV-Super-Nanny betreuen Fachkräfte die Familien in diesem Fall intensiv zu Hause. Sie geben Hilfestellung bei Erziehungsfragen, Konflikten und Krisen, aber auch etwa bei der Haushaltsführung. Im Kreis wurden zum Stichtag 90 Familien so betreut, in der Stadt waren es 52.

Helfen die ambulanten und teilstationären Angebote nicht weiter, muss das Kind raus aus dem Elternhaus. Im Landkreis Rosenheim fanden Ende 2009 deshalb 265 erzieherische Hilfen außerhalb des Elternhauses statt: So lebten 127 Heranwachsende in einer Pflegefamilie, weitere 138 in einem Heim. In der Stadt fanden Ende 2009 deshalb 59 erzieherische Hilfen außerhalb des Elternhauses statt (Vorjahr: 60): So lebten 37 Heranwachsende in einer Pflegefamilie, weitere 22 in einem Heim.

Außerdem tauchen seit 2007 die Hilfen für seelisch behinderte junge Menschen in der Statistik auf. Diese Eingliederungshilfe erhält jeder junge Mensch, der laut ärztlicher oder psychotherapeutischer Sicht seelisch krank ist. Die Betroffenen leiden beispielsweise an Suchtkrankheiten, an Psychosen, Persönlichkeitsstörungen oder Intelligenzminderungen. Und diese Zahl ist auch bei uns hoch: Im Landkreis weist die Statistik 194 Fälle aus, in der Stadt Rosenheim waren es 55 Fälle. zs

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