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Inzidenzen über 500 und keine freien Intensivbetten

Kliniken in der Region sehen „Rot“: Negativrekord in Bayern - Süden zieht Corona-Notbremse

Die Krankenhaus-Ampel in der Region steht auf dunkelrot: In den Landkreisen Berchtesgadener Land und Mühldorf und in der Stadt Rosenheim ist laut Divi-Intensivregister des RKI kein einziges Intensivbett mehr frei. In der gesamten Region sind aktuell nur neun der insgesamt 176 Intensivbetten nicht belegt, also nur gut fünf Prozent.
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Die Krankenhaus-Ampel in der Region steht auf dunkelrot: In den Landkreisen Berchtesgadener Land und Mühldorf und in der Stadt Rosenheim ist laut Divi-Intensivregister des RKI kein einziges Intensivbett mehr frei. In der gesamten Region sind aktuell nur neun der insgesamt 176 Intensivbetten nicht belegt, also nur gut fünf Prozent.
  • Markus Zwigl
    VonMarkus Zwigl
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Der Sommer ist längst vorbei die Tage werden kürzer, die Nächte kälter, das Coronavirus kehrt unaufhaltsam zurück und hat uns wieder fest im Griff. Das Infektionsgeschehen in Bayern erreicht in den vergangenen Tagen ein Rekord-Ausmaß. Dank des Impffortschritts sind die Krankenhäuser überwiegend noch gut aufnahmefähig – aber in unserer Region melden fast alle Kliniken „ROT“. Auf diese Entwicklung hat nun der Süden Bayerns reagiert.

Südostbayern - Unter dem Eindruck von Corona-Infektionszahlen in Rekordhöhe haben besonders betroffene Gegenden in Südbayern die Notbremse gezogen und die Maßnahmen im Kampf gegen die Pandeme verschärft. In den Landkreisen Mühldorf am Inn, Altötting, Traunstein, Berchtesgadener Land und Miesbach sowie in Stadt und Landkreis Rosenheim gelten ab 1. November schärfere Bestimmungen zur Maskenpflicht und zur Teilnahme an öffentlichen Veranstaltungen.

FFP2-Masken und 2G-Regel

Wo bisher einfache Maskenpflicht besteht, gebe es künftig die Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske. Das gelte unter anderem für Supermärkte, Freizeiteinrichtungen sowie für Busse und Bahnen, „in öffentlichen Gebäuden und geschlossenen Räumen einschließlich geschlossener Kabinen und Ähnlichem“, teilten die Kommunen am Freitag mit. Wer nicht geimpft oder genesen ist (2G), erhält zudem keinen Zutritt mehr zu „Clubs, Diskotheken, Bordellbetrieben und vergleichbaren Freizeiteinrichtungen sowie zur Gastronomie, soweit Tanz oder Musikbeschallung über Hintergrundmusik hinaus angeboten wird“. Ein negativer PCR-Test ersetzt den Nachweis der Impfung oder der überstandenen Erkrankung ausdrücklich nicht mehr. Aufatmen dürfen allerdings die Rosenheimer Eishockey Fans: Wie Michael Fischer, Sprecher des Landratsamtes Rosenheim, gegenüber rosenheim24.de erklärte, bleibt es im ROFA-Stadion bei der 3G-Plus-Regel. Bei Sportveranstaltungen würden weiterhin die gängigen Regeln gelten.

In zwei Kreisen und der Stadt Rosenheim kein Intensivbett mehr frei

Die betroffenen Kommunen im Süden Bayerns stehen mit 7-Tage Inzidenzen von teils weit über 500 – in Mühldorf am Inn von 648,2 – bundesweit an der Spitze, was das Infektionsgeschehen betrifft. Die Krankenhäuser sind bereits jetzt in Teilen überlastet. Die Corona-Ampel, die bayernweit noch grünes Licht zeige, stehe etwa in Rosenheim bereits auf Rot, teilte die Stadtverwaltung mit. In den Landkreisen Berchtesgadener Land und Mühldorf und in der Stadt Rosenheim war am Freitagabend laut Divi-Intensivregister des RKI kein einziges Intensivbett mehr frei. In der ganzen Region sind aktuell nur neun der insgesamt 176 Intensivbetten nicht belegt, also nur gut fünf Prozent.

Fehlende Impfbereitschaft in Rosenheim

„Die jetzt getroffenen Maßnahmen sind angesichts der hohen Belastung der RoMed-Kliniken mit Covid-Patienten leider unumgänglich“, sagte Rosenheims Oberbürgermeister Andreas März (CSU). Er räumte ein, dass die Impfbereitschaft in seiner Stadt im Vergleich zum landesweiten Mittel unterdurchschnittlich entwickelt sei und rief seine Mitbürger zur Impfung auf.

Auch Traunsteins Landrat Siegfried Walch sieht die Situation ähnlich. „Die aktuell stark steigenden Krankenhauszahlen lassen uns leider keine andere Wahl. Die Belastung der Mitarbeiter in den Kliniken ist enorm“, so Walch und ergänzte: „Auch Menschen, die nicht wegen Corona ins Krankenhaus müssen, haben einen Anspruch, dass man sich bestmöglich um sie kümmern kann.“ Mühldorfs Landrat Max Heimerl zeigte sich erfreut, dass ein abgestimmtes Vorgehen in der gesamten Region möglich geworden ist, ist aber gleichzeitig auch aufgrund der aktuellen Situation in Sorge.

Söder will nach Herbstferien Zügel wieder anziehen

Im Rest Bayerns bleiben die bisherigen Regelungen zunächst bestehen – auch für Kinder und Jugendliche in den Herbstferien. Schüler gelten auch in der Ferienwoche grundsätzlich als getestet – der Schülerausweis oder bei kleineren Schulkindern auch nur das Alter reichen als Nachweis zur Erfüllung der 3G-Regel aus, wie eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums am Freitag bestätigte.

Nach den Ferien dürfen sich die Schüler aber wohl wieder auf eine Maskenpflicht im Unterricht einstellen. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) erneuerte am Freitag nach Sitzung seines Parteivorstandes seine Forderung vom Vortag, die Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie wieder zu verschärfen. Bei einer Sondersitzung des Kabinetts am Mittwoch (3. November) solle die Landesregierung neue Beschlüsse zur Maskenpflicht, zur Regionalisierung der bisher nur landesweit existierenden Krankenhaus-Ampel und zum Hochsetzen einzelner Sicherheitsstufen – etwa von 3G-Plus auf 2G – treffen, sagte Söder.

Die Opposition wirft Söder währenddessen zu lange Untätigkeit vor. „Die Infektionen mit dem Corona-Virus steigen seit zehn Tagen sehr stark an, Ministerpräsident Söder kündigt heute nun erst für den kommenden Mittwoch Beschlüsse an“, sagte die SPD-Gesundheitsexpertin im Landtag, Ruth Waldmann. „Die Staatsregierung hat aus dem letzten Winter nichts gelernt.“

Rekord-Infektionsgeschehen in Bayern

Bayernweit wurde am Freitag (29. Oktober) ein neuer Rekord bei der 7-Tage-Inzidenz gebrochen. Sie lag im Freistaat nach Angaben des Robert Koch-Insititutes (RKI) bei 230,7 und damit höher als je zuvor. Die Krankenhaus-Ampel, mit der die Zahl der Corona-Patienten in Krankenhäusern und auf Intensivstationen erfasst wird, steht in Bayern dagegen noch auf Grün. Allerdings rückt auch hier ein Umspringen näher. Die Zahl der Hospitalisierten mit Corona stieg am Freitag auf 486 - bei 1200 würde die Ampel auf Gelb springen. Die Zahl der Corona-Patienten auf Intensivstationen gab das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) mit 387 an – bei 600 Corona-Intensivpatienten würde die Ampel Rotlicht zeigen.

mz/dpa

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