Sturm Sabine hat in der Region noch eine nächtliche Zugabe gegeben

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Zumeist sahen sich die Einsatzkräfte – wie hier bei Eiselfing – mit Ästen und Bäumen auf den Straßen konfrontiert.
  • Markus Honervogt
    vonMarkus Honervogt
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  • Mathias Weinzierl
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  • Petra Maier
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Sturmtief Sabine hat der Region in der Nacht auf gestrigen Dienstag eine Zugabe gegeben. Diese lief nach Angaben von Rettungskräften in den Kreisen Traunstein und Rosenheim ohne größere Schäden ab. Etwas heftiger war die Lage im Landkreis Traunstein.

Rosenheim/Traunstein/Mühldorf – „Der Einsatzschwerpunkt im Landkreis Rosenheim lag zwischen 3 und 9 Uhr“, sagte der Rosenheimer Kreisbrandrat Richard Schrank gegenüber den OVB-Heimatzeitungen. In diesem Zeitraum hätten die Wehren rund 25 bis 30 sturmbedingte Einsätze registriert.

Umgestürzte Bäume blockieren Straßen

„Zumeist ging es dabei um Äste, die Straßen blockiert haben“, hatte der Kreisbrandrat zu berichten, wobei sich der Einsatzschwerpunkt auf den nordöstlichen Teil des Landkreises bezogen habe. Schrank: „Im Großen und Ganzen sind wir aber Gott sei Dank sehr gut weggekommen.“

Durch eine heftigere Böe weggekommen ist in der Nacht auf Dienstag beispielsweise ein hölzernes Bus-Wartehäuschen in Fuchstal bei Albaching. Der Sturm hatte das kleine Gebäude aus der Verankerung gerissen und umgeworfen, wobei es letztlich auf dem Dach zum Liegen kam.

Bei Albaching hatte der Sturm ein Buswartehäuschen auf den Kopf gestellt.

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Nicht in den Oberleitungen, dafür aber auf zahlreichen Straßen hatten Bäume im Kreis Traunstein in der Nacht auf Dienstag für Behinderungen gesorgt. So hatte ein umgestürzter Baum beispielsweise die Kreisstraße TS 26 bei Tettenhausen blockiert.

Ab Dienstagmittag sind fast alle Bahnstrecken wieder in Betrieb

In der Stadt Traunstein mussten die dortigen Einsatzkräfte insgesamt 16 mal zwischen 3 und 5 Uhr ausrücken, um beispielsweise Mülltonnen zu entfernen, die der Wind auf die Straßen geschleudert hatte. Die Garten- und Schlösserverwaltung Herrenchiemsee hatte aus Sicherheitsgründen die Museumsobjekte auf der Insel auch am gestrigen Tag nochmals für die Besucher gesperrt.

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Auch beim Zugverkehr gab es am gestrigen Mittwoch noch Einschränkungen – allerdings nur auf der Strecke zwischen Rosenheim und Mühldorf. Dort hatten Bäume auf den Gleisen einen Zugverkehr zunächst unmöglich gemacht. Doch auch dort hieß es ab Mittag wieder: Freie Fahrt für die Bahn.

Mühldorf mit Rekordböen

Mit großer Wucht fegte Orkan „Sabine“ in der Nacht auf Dienstag durch den Landkreis Mühldorf, Wetter-Online meldete eine Spitzenböe mit 131 Kilometern in der Stunde. Die Schäden hielten sich trotzdem in Grenzen, wie der Mühldorfer Kreisbrandrat Harald Lechertshuber betonte.

Um 2.40 Uhr sei der erste Notruf eingegangen, bei Egglkofen lag ein Baum auf der B 299. 34 mal mussten die Feuerwehren bis 11.35 Uhr ausrücken. Neben der B 299 war die B 12 bei Reichertsheim gesperrt, auch dort blockierten Bäume die Fahrbahn.

Leidtragende sind vor allem die Bahnpendler

Feuerwehrchef Lechertshuber hoffte gestern Nachmittag auf ein Ende des Sturms. „Unsere Leute haben super gearbeitet und waren immer bereit. Sie haben durchgehalten, auch bei widrigen Verhältnissen.“ Dabei hätten sich die Ehrenamtlichen zum Teil selbst in Gefahr begeben, wenn es galt, im Sturm Bäume zu beseitigen.

Leidtragende von Sabine waren erneut Bahnpendler, bis 9 Uhr ging Richtung München nichts, erst danach fuhren wieder Züge. Wer nach Rosenheim wollte, musste eine halbe Stunde länger warten, alle anderen Strecken rund um den Linienstern waren offen.

Rund um Haag etwa 11.000 Haushalte ohne Strom

Neben Bäumen erwischte „Sabine“ auch größere und kleinere Häuser und Hausdächer. In Pürten flog ein ganzes Gartenhaus davon, die Stockschützen Taufkirchen fanden das Dach ihres Vereinsheims in einer benachbarten Wiese. Davor hatte es das Sportheim überquert und die dortige Fotovoltaikanlage beschädigt.

Besonders traf der Sturm Menschen rund um Haag. Ein Schmorbrand bei den Kraftwerken Haag schaltete in vielen Haushalten in der Nachbarschaft den Strom ab. Laut Geschäftsführer Dr. Ulrich Schwarz, waren rund 11.000 Haushalte von Reichertsheim bis Hohenlinden und Kirchdorf bis Soyen betroffen.

Manche Haushalte hatten von 11 bis 22 Uhr keinen Strom. Schwarz macht Erdschlüsse für den Schmorbrand im Keller des Kraftwerks für den Ausfall verantwortlich. Der Schaden liegt bei über 50.000 Euro.

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