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Stichwahlen in Stadt und Landkreis Rosenheim: Eine kluge Wahl

Die Bürger haben entschieden, jetzt stehen auch die Amtsträger fest, die am 29. März nochmals in die Stichwahl gehen mussten. OVB-Redaktionsleiter Willi Börsch hat den Wahlausgang in Stadt und Landkreis Rosenheim bewertet.

Von Willi Börsch

Auch bei den Grünen wachsen die Bäume nicht in den Himmel. Das zeigten die Stichwahlergebnisse deutlicher als von vielen Beobachtern erwartet.

Mehr als ein Achtungserfolg war das nicht, was Ursula Zeitlmann und Franz Opperer gestern schafften. Positiv zu bilanzieren bleibt aus Sicht der Grünen Zweierlei: Die Zuwächse gegenüber früheren Wahlen sind gewaltig. Und: Sie sind nun die unangefochtenen Platzhirsche im rotgrünen Lager der Region. Denn die SPD wird hier nur noch „unter ferner liefen“ geführt.

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Michael Kölbl und Peter Kloo verbuchten ihre Erfolge wohl nicht wegen, sondern trotz ihres roten Parteibuchs. Die SPD fällt ins Bodenlose, elf Prozent bei der Oberbürgermeister-Wahl und 6,4 Prozent bei der Landratswahl lassen sich nicht schönreden, auch nicht mit dem Notstand der SPD auf Bundesebene. Der mag eine Rolle spielen, aber es ist halt nur die halbe Wahrheit.

Und die CSU? Vom ehemaligen Mia san mia-Gefühl ist nicht viel übrig bei der „Staatspartei“. Die Zeiten, in denen sie mehr als die Hälfte aller Bürgermeister stellte, sind vorbei.

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Trotzdem darf sie sich als Wahlsieger feiern lassen. Mit Otto Lederer und Andreas März hatte sie zwei perfekt passende Kandidaten im Angebot. In Zeiten wie diesen braucht es keine Ideologen und Lautsprecher.

Gefragt sind kluge Köpfe, die ihr Amt gewissenhaft und sachlich ausüben, die zuhören und zusammenführen können, ohne dabei das große Ganze aus den Augen zu verlieren. Dazu kommt, dass März und Lederer so angenehm bescheiden auftreten, wie man es nicht mehr von vielen Politikern kennt. Es scheint, als hätten die Wähler eine kluge Entscheidung getroffen.

Schreiben Sie dem Autor unter willi.boersch@ovb.net

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