Stichwahlen: Neuer Landrat ist Otto Lederer - Überraschungen in einigen Gemeinden

Hat allen Grund zur Freude:Otto Lederer (CSU), neu gewählter Landrat des Landkreises Rosenheim. Den Wahlabend verbrachte er zuhause in Ostermünchen vor dem Laptop. re

Im Landkreis war es eine klare Sache: Otto Lederer (CSU) setzte sich – nach aktuellen Zwischenergebnis von Sonntagabend – in der Stichwahl mit 68,9 Prozent gegen Ursula Zeitlmann (Grüne) durch und ist damit neuer Landrat. Rosenheims künftiger Oberbürgermeister heißt Andreas März (CSU).

Rosenheim– Kein Gang zur Wahlurne, ausschließlich Briefwahl, beim Auszählen Gesichtsmaske und Handschuhe – die Corona-Krise beherrschte die Stichwahlen in Stadt und Landkreisdurch und durch. Und dennoch: Die Wähler ließen sich nicht verschrecken, ganz im Gegenteil. Sie machten bei einer Wahlbeteiligung von gut 52 Prozent (Stichwahl 2014: 32,7 Prozent) von ihrem Wahlrecht einmal mehr Gebrauch – und brachten so manchen Amtsinhaber zu Fall.

Über ein deutliches Ergebnis kann sich Otto Lederer (CSU) freuen, den die Wähler mit beachtlichen 68,9 Prozent zum neuen Landrat machten (vorläufiges Ergebnis zu Redaktionsschluss; 137 von 162 Stimmgebiete ausgezählt). Er tritt damit in die Fußstapfen von Landrat Wolfgang Berthaler (CSU), der aus gesundheitlichen Gründen kein zweites Mal hatte antreten können. Berthaler hatte 2014, ebenfalls in der Stichwahl, 58,9 Prozent gegen seinen Kontrahenten Sepp Hofer (Freie Wähler) erreicht.

Große Freude bei Otto Lederer

Die Freude und auch die Erleichterung ob des klaren Ergebnisses ist bei Otto Lederer, der den Wahlabend aufgrund der Ausgangsbeschränkung zuhause in Ostermünchen verbrachte, groß. „Ich bin sehr froh und glücklich über diesen Vertrauensvorschuss.“ Als die große Herausforderung – aktuell wie auch zum Amtsantritt am 1. Mai – sieht Lederer die Corona-Krise. Schon in den vergangenen Tagen habe er sich in vielen Bereichen des Krisenmanagements eingebracht. Dies will Lederer fortführen, um als Landrat nahtlos „übernehmen“ zu können. Die Region sieht er gut gerüstet. „Ich glaube, dass wir mit unseren Kliniken und den Hilfsorganisationen sehr gut aufgestellt sind.“ Obgleich die Herausforderung groß werden dürfte, ist er überzeugt.

Ilse Aigner gratuliert

Mit besonderem Augenmerk verfolgte Ilse Aigner, Präsidentin des Bayerischen Landtags und selbst in Feldkirchen-Westerham lebend, die Landratswahl. Sie zeigte sich hocherfreut: „Ein verdienter Sieg für Otto Lederer. Er ist der richtige Mann für den Landkreis Rosenheim. Lederer ist äußerst engagiert, nah am Menschen und hat ein vermittelndes Wesen. Genau diese Eigenschaften braucht es jetzt.“

+++

Tipp der Redaktion: Kennen Sie schon unseren kostenlosen Feierabend-Newsletter? Die Top-Themen der Region um 17 Uhr per E-Mail – sauber ausrecherchiert und aufgeschrieben von Ihrer OVB-Redaktion. Jetzt Newsletter ausprobieren!

+++

Knapp ein Drittel der Stimmen konnte Grünen-Kandidatin Ursula Zeitlmann im zweiten Wahlgang auf sich vereinen. Sie hatte sich vor zwei Wochen noch ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Rainer Auer (Parteifreie/ÜWG) und Sepp Hofer (Freie Wähler) um den Einzug in die Stichwahl geliefert. Wenn es auch nichts mit dem Einzug ins Landratsamt wurde, ist Zeitlmann dennoch sehr zufrieden: „Ein Super-Ergebnis.“ Und weiter: „Gemeinsam mit unserer starken Kreistagsfraktion werden wir unsere Inhalte in den nächsten sechs Jahren mit Nachdruck einbringen.“ Dem Wahlsieger gratulierte sie ausdrücklich – und bot ihm die Zusammenarbeit an.

Kopf-an-Kopf-Rennen in einigen Gemeinden

Einen klaren Sieger hat auch die Stichwahl um die Nachfolge von Rosenheims Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer (CSU): Andreas März setzte sich mit 61,5 Prozent gegen Franz Opperer von den Grünen (38,5 Prozent) durch.

Zittern bis zum Schluss, das war gestern Abend in der ein oder anderen Stadt und Gemeinde im Landkreis angesagt. Ein regelrechtes Kopf-an-Kopf-Rennen entwickelte sich in Bad Aibling und Prien. An der Mangfall setzte sich Stephan Schlier (CSU; 51,2 Prozent) durch. Am Chiemsee machte Andreas Friedrich (ÜWG; 52,5 Prozent) das Rennen.

Amtswechsel in Bernau und Bad Endorf

Zu einem Amtswechsel kommt es in Bernau. Dort löst Irene Biebl-Daiber (CSU; 53,8 Prozent) den amtierenden Bürgermeister Philipp Bernhofer (BL) ab. Abgewählt wurde auch Bad Endorfs Bürgermeisterin Doris Laban (Parteiunabhängig; 34,4). Hier setzte sich Alois Loferer (CSU; 65,6) durch. Denkbar knapp im Amt halten konnte sich Stefan Lederwascher (CSU; 50,9 Prozent) in Flintsbach. Sein Vorsprung: 31 Stimmen.

Samerberg hat erst gar nicht ausgezählt

Keine Ergebnisse zur Landratswahl lagen bis Redaktionsschluss aus Bad Aibling, Riedering und Samerberg vor. Am Samerberg wurde gar nicht erst ausgezählt, mangels Wahlhelfer, wie Bürgermeister Georg Huber erklärte. „Die Wahlbriefe liegen im Tresor.“

Kommentare