NACH DEM TOD VON SIEGFRIED FISCHBACHER

Star-Magier Siegfried & Roy sollen unvergessen bleiben - Stadt Rosenheim will erinnern

Unvergessener Augenblick: als Siegfried & Roy 1991 mit einem weißen Tiger die Lufthansa-Maschine verließen. Den außergewöhnlichen Transport hatte Richard Gessner, damals Lufthansa-Sprecher, in die Wege geleitet.privat/Schlecker
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Unvergessener Augenblick: als Siegfried & Roy 1991 mit einem weißen Tiger die Lufthansa-Maschine verließen. Den außergewöhnlichen Transport hatte Richard Gessner, damals Lufthansa-Sprecher, in die Wege geleitet.privat/Schlecker
  • Rosi Gantner
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Sie sind unvergessen: die Magier „Siegfried & Roy“. Beide waren Siegfried Fischbachers Heimatstadt Rosenheim eng verbunden. Nach dessen Tod Mitte Januar sollen die Erinnerungen wachgehalten werden. Die Stadt Rosenheim prüft aktuell Gedenkmöglichkeiten für ihren berühmtesten „Sohn“. Das sind die Überlegungen.

Rosenheim – In Rosenheim geboren, in der Kastenau aufgewachsen und im Alter von 16 Jahren ausgezogen, um als Zauberer die Welt zu erobern – Siegfried Fischbacher hat sich zusammen mit seinem Partner Roy Horn eine märchenhafte Weltkarriere erzaubert. Vielen Rosenheimern sind die Besuche der beiden in ihrer Heimat noch in bester Erinnerung. Immer wieder erreichen uns Einsendungen unserer Leser.

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Wie der weiße Tiger nach Deutschland kam

Unvergessen: die Deutschland-Präsentation der Biografie des Magier-Duos im Jahr 1991, die vor der Rosenheimer Buchhandlung Förg in die Bahnhofstraße von über 10 000 Menschen bejubelt wurde. Besonderes Aufsehen erregte, dass Siegfried & Roy in ihrer Stretchlimousine – und später auch bei der Präsentation in der Buchhandlung – einen ihrer weißen Tiger mit dabei hatten.

Spezialflugzeuge organisiert

Wie dieser weiße Tiger nach Deutschland kam – daran erinnert sich noch bestens Richard Gessner, ehemaliger Lufthansa-Sprecher aus Hamburg mit engen Verbindungen nach Rosenheim. Er hatte damals den Spezialflug von Las Vegas nach Frankfurt am Main organisiert – denn der explizite Wunsch des Magier-Duos war, dass einer ihrer weißen Tiger im Kabinenbereich mitfliegen durfte. „Dazu mussten wir den Flugzeugtyp wechseln, weg von der normalen Passagierversion der Boeing 747 hin zu einem Jumbo-Jet mit Kombi-Ausstattung“, erinnert sich Gessner. Fluggäste und Frachtraum waren durch eine verstellbare Wand getrennt. Und eben hinter der Wand fand der weiße Tiger Platz.

Als der Tiger die Treppe herab marschierte

Bei der Landung in Frankfurt war dann großes Kino angesagt: Siegfried & Roy kamen zusammen mit dem weißen Tiger die Fluggasttreppe herab, empfangen von Fernsehteams und Fotografen. „Das war schon recht abenteuerlich“, meint Gessner (85) rückblickend. Die Verbindung zum Magier-Duo blieb über die Jahre bestehen, gleichzeitig hat der Hamburger auch ein besonderes Verhältnis zu Rosenheim: Seit langen Jahren pflegt er Freundschaften in die Region, unabhängig von Siegfried Fischbacher, sei stets gerne hier gewesen. „Ich habe Rosenheim geliebt.“

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Die Freundschaft zu Gerd Komar

Eine Freundschaft aus Kindertagen, die sich nie aus den Augen verlor, bestand zwischen Siegfried Fischbacher und Gerd Komar, den 2007 verstorbenen Rosenheimer Unternehmer. Beide waren in der Kastenau aufgewachsen, drückten gemeinsam die Schulbank und blieben stets einander eng verbunden. Ob bei Besuchen der Familie Komar in Las Vegas oder umgekehrt in der Heimat: Auch aus dieser Zeit gibt es viele unvergessliche Momente.

Die Erinnerung an den Magier und die Freundschaft zu seinem Opa Gerd will nun dessen Enkel Matthias Häusler wach halten. „Meinem Opa war immer wichtig, dass Siegfried auch in seiner Heimatstadt die Anerkennung bekommt, die er zweifelsohne verdient“, betont der 28-Jährige. Dem will er sich nun anschließen – und die unzähligen Souvenirs, von der Tasse bis hin zum weißen Plüsch-Tiger, die noch in den Kellerräumen seiner Oma lagern, für einen guten Zweck vergeben. „Weil Siegfried und Roy Tiere sehr am Herzen lagen, würde ich die Erinnerungsstücke gerne gegen eine Spende an einen Tierschutzverein abgeben“, erklärt Matthias Häusler. Die Aktion will er „zum Gedenken an die beiden“ durchführen.

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Spender erhalten Souvenier

Funktionieren soll sie so: Gegen eine Spende auf das Konto der Organisation „Gemeinschaft Tierfreunde Hunde & Katzen in Not e.V.“ mit Sitz in Stephanskirchen/Schloßberg (weitere Infos unter www.gemeinschaft-tierfreunde.de) und einer E-Mail mit dem Wunsch-Accessoire und Adresse an matthias@komar.de will der 28-Jährige die Erinnerungsstücke entsprechend versenden. „Solange der Vorrat eben reicht“, ergänzt Häusler. Seine Intention: Gutes zu tun und anderen damit eine Freude zu machen.

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Neffe Marinus Fischbacher will Gedenkstätte

Um Erinnerungen an seinen berühmten Onkel geht es auch Marinus Fischbacher (66), der im Elternhaus des Magiers lebt und eine enge Verbindung zu ihm hatte. Sobald es die Corona-Pandemie zulässt, will er einen Filmabend, eventuell mit Ausstellung, im Ballhaus anbieten. Überlegungen, eine Gedenkstätte im städtischen Museum einzurichten, wurden Fischbacher zufolge inzwischen wieder verworfen. „Das passt nicht dorthin“, erklärt er im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen. Vielmehr könne er sich mit dem Gedanken anfreunden, eine Gedenkmöglichkeit auf dem Landesgartenschaugelände zu schaffen. Überlegungen, die derzeit in der Stadt geführt würden, weiß Fischbacher.

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Die Überlegungen der Stadt Rosenheim

Im Rathaus gibt man sich zurückhaltender: Geeignete Möglichkeiten des Gedenkens würden geprüft. „In Frage kommt eventuell auch, eine Straße nach Herrn Fischbacher zu benennen“, so Sprecher Thomas Bugl. Nur so viel wird verraten: Oberbürgermeister Andreas März hat die Verwaltung um Ideensammlung und Prüfung gebeten.

Mit einem weißen Tiger zu Gast in Rosenheim: Siegfried & Roy bei der Buchpräsentation bei Klaus G. Förg (links).
Will Erinnerungsstücke für einen guten Zweck versteigern: Komar-Enkel Matthias Häusler.

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