Stadt Rosenheim vor dem nächsten Lockdown? Infektionszahl knapp unter der magischen Obergrenze

Bald wieder ein menschenleeres Rosenheim? Die Stadt winkt ab und sieht keine Notwendigkeit, die Lockerungen zurückzunehmen. heininger
  • Rosi Gantner
    vonRosi Gantner
    schließen

Steht die Stadt Rosenheim vor dem nächsten Lockdown? Denn die kreisfreie Stadt liegt nur denkbar knapp unter der am Mittwoch von Bundeskanzlerin Angela Merkel vorgestellten Obergrenze von 50 Neuinfektionen pro Woche je 100000 Einwohner.

Rosenheim– Bei der geringsten Steigerung der Infektionszahlen könnte in der Stadt Rosenheim die Schallmauer von 50 Neuinfektionen durchbrochen werden. Würden dann die Lockerungen zurückgenommen – und das begrenzt auf das Stadtgebiet? Denn die landkreisweiten Zahlen liegen mit 34 Fällen pro 100 000 Einwohner weit unter der magischen Obergrenze.

Stadt gibt Entwarnung

Kein Grund zur Sorge, gibt diesbezüglich der Sprecher der Stadt Rosenheim, Thomas Bugl, Entwarnung. Zwar liegt die Stadt mit 49 Fällen pro 100 000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) denkbar knapp unter der Obergrenze. Doch die vergleichsweise hohen Zahlen sieht Bugl insbesondere in den Infektionshäufungen und der damit resultierenden umfangreichen Testung in den drei großen Asylbewerbereinrichtungen begründet. „Rechnet man diese örtlichen Hotspots raus, liegt Rosenheim bei einem Indikator von 35“, erläutert er auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen. „Meine Besorgnis hält sich deshalb in Grenzen.“

Denn: Bundeskanzlerin und die Ministerpräsidenten hätten die aktuell beschlossene „Containment-Regel“, in der das Infektionsgeschehen jeweils regional betrachtet werden soll, mit einer Klausel versehen: Innerörtliche Hotspots, die unter Quarantäne gestellt und damit isoliert seien, könnten differenziert betrachtet werden, führt Bugl aus.

Gesundheitsamt Rosenheim begrüßt Obergrenze

So sieht es auch der Leiter des Staatlichen Gesundheitsamtes Rosenheim, Dr. Wolfgang Hierl, der grundsätzlich eine statistische Obergrenze begrüßt: Die positiv getesteten Personen in Asylbewerberunterkünften der Stadt könnten aus der statistischen Berechnung herausgerechnet werden, weil sie sich derzeit in Quarantäne befinden und daher nicht in Kontakt mit der Bevölkerung der Stadt kommen können.

Spitzenreiter Greiz mit Verbindung nach Rosenheim

Weit über der Obergrenze mit 85 Fällen pro 100 000 Einwohner auf die vergangenen sieben Tage und damit bundesweit Spitzenreiter ist im Übrigen der Landkreis Greiz in Thüringen – der wiederum eine Verbindung ins südliche Oberbayern hat: Rosenheim und Greiz sind seit 1990 Partnerstädte. Gibt es hier einen Zusammenhang? Ganz und gar nicht, dementiert Stadtsprecher Bugl: „Das ist reiner Zufall, wir haben mit Greiz seit Jahren keinen unmittelbaren Kontakt mehr. Es handelte sich bei der Partnerschaft um eine Kooperation in Zeiten des Wiederaufbaus nach dem Mauerfall, die längst nicht mehr aktiv betrieben wird.“

+++ Alle aktuellen Entwicklungen finden Sie in unserem Corona-Newsticker+++

Mehr zum Thema

Kommentare